Einträge mit dem Tag „1986“

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  1. 1899|1986 - Heinrich Rehbein - letzter Fährmann vor 1989

    Geboren 1899 in Bleckede, verstorben am 24. November 1986 in Bleckede

    Der Elbstrom war sein Leben: Heinrich Rehbein, der letzte Fährmann von Bleckede ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Mit diesem überall bei Binnenschiffern und Bauern bekannten Original verbunden bleibt die Erinnerung an Jahrhunderte, in denen die Elbe die Menschen nicht trennte, sondern verband.

    Von einem Zufallstreffer bei den letzten Kämpfen des 2. Weltkrieges angeschlagen, heulte das Nebelhorn von Rehbeins Fähre vom 20. April an drei Tage lang ohne Unterlaß. Eine Totenklage zum letzten "Hol über" vonBleckede.

    Hochbetagt ließ sich Fährmann Rehbein seinen Gang zum alten Fährhaus nicht nehmen. Beim Skat einen Schnack unter Fahrensleuten zu halten, der Elbe am Pegel "den Puls zu fühlen" und auf die Stunde genau den Scheitel einer Hochwasserwelle vorauszusagen, das blieb seine Welt.

    Mit dem Patent als Binnenschiffer war Rehbein 1931 vom Fischerkahn, mit dem er sein Brot nicht mehr verdienen konnte, auf die Fähre umgestiegen. Die meisten Bleckeder Fischer, einst eine große Berufsgruppe des Ortes, hatten sich nach und nach als Binnenschiffer neue Existenzen aufgebaut. 1959 ertrank Wilhelm Heimlich, der letzte Bleckeder Berufsfischer, in
    der Elbe.

    Fährmann Rehbein stellte seine Prahme auf die Beförderung von Lastautos um. Er baute seinen Bestand an Antriebsbarkassen auf vier aus, denen er Frauennamen aus der Familie gab wie z.B. "Emma" oder "Trude".

    Die Bleckeder Fähre blieb bis 1945 die einzige direkte Verbindung zum Alt-Hannoverschen Amt Nauhaus, das mit seinen 18 rechtselbischen Gemeinden, darunter Neu Bleckede, Wendischthun und Stiepelse, zum Landkreis Lüneburg und zum Kirchensprengel Lüneburg gehörte.

    Am 18. April 1945 besetzten britische Truppen Lüneburg. Einen Tag später sprengten die sich zurückziehenden Deutschen die Lauenburger Eisenbahnbrücke. Am 21. April stürmten dann die britischen Elite-Soldaten der Scotts Guards das in erbitterten Häuserkämpfen verteidigte Bleckede.

    Zuvor noch hatte Fährmann Rehbein Tag und Nacht deutsche Truppen in der einen und Ostflüchtlinge in der anderen Richtung übergesetzt. Tiefflieger griffen mehr als einmal die Bleckeder Fähre an, Rehbeins letzte Fähre waren fünf deutsche Soldaten. Er brachte sie mit der Barkasse über den Strom nach Westen, während die Fähre selbst am Ostufer
    zurückblieb. Beide Fähren versanken, auch die, deren Batterie sich in einem langen Klagelaut des Nebelhorns beim Einschuß mit Kurzschluß abgemeldet hatte. Bleckedes Feuerwehrmänner hoben später die gesunkenen Fähren.

    Die Engländer bauten stromauf für den eigenen Bedarf eine Ponzonbrücke. Die Fähre durfte inzwischen noch mit Sondererlaubnis der britischen Besatzung die Heuernte von den Wiesen holen. Dazu zahlreiche Pferde, die sich die Bleckeder jenseits der Elbe aus der herrenlosen Hinterlassenschaft von Wehrmacht und Flüchtlingen nach Westen holten. Damit ist plötzlich am 30. Juni Schluß. Strenges Verbot für den Fährdienst. Niemand ahnt, daß die Briten das Amt Neuhaus an die Russen abgetreten haben. Die Elbe ist plötzlich zur Grenze geworden.

    Der letzte Bleckeder Fährmann schlägt sich schlecht und recht von nun an mit dem Transport von Baumaterial für das Kraftwerk Alt Garge und für den Geesthachter Staudamm durch. 1965 verkauft er schweren Herzens seine letzte Barkasse. Was blieb, war der Gang zum alten Fährhaus und zum Elbpegel. Bis jetzt zum großen "Hol über" mit 87 Jahren.

    Quelle für den obigen Nachruf: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Ausgabe vom 27.11.1986, Seite 12

    Heinrich Rehbein hat den Bleckeder Fährbetrieb am 01. April 1931 von seinem Vorgänger Wilhelm Schapheer übernommen. Dabei pachtete er das Fährrecht vom Kreis Bleckede. Von seinem Vorgänger kaufte er zwei Prahme, zwei Barkassen und das Fährhaus. Noch im selben Jahr schaffte er ein weiteres Motorboot an. Um auch Lkw`s befördern zu können, wurde im Jahre 1932 der Bau eines neuen Prahmes mit 27 t Traglast erforderlich. 1936 ersetzte Heinrich Rehbein auch den zweiten Prahm durch einen neuen mit 60 t Traglast.

    Es war eine harte Zeit des Aufbaus, der Sparsamkeit und des Investierens. Seine Frau hatte mit der Bewirtschaftung des damals noch
    kleinen aber sehr gemütlichen Fährhauses ebenfalls alle Hände voll zu tun.

    Bis zu seinem Tod gehörte Heinrich Rehbein das Fährhaus, das er im Laufe der Jahrzehnte an verschiedene Pächter verpachtet hatte. In den Jahren zwische 1952 und 1964 gehörte er dem Bleckeder Rat an. Außerdem war er Ehrenmitglied der Schützengilde Bleckede sowie des Schiffer- und Fischervereins Bleckede von 1900.

    Anbei ist noch ein Photo, das Heinrich Rehbein im hohen Alter als Schütze zeigt. Leider konnte er die Öffnung der Zonengrenze und die
    Wiederaufnahme der Fähverbindung im Jahre 1989 nicht mehr miterleben.

  2. 1986 - Hovercraft Meisteschaft

    Hovercraft Meisteschaft 1986

  3. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Kraftwerk im Winter 1986.

  4. 1986 - Kraftwerk - Abtranssport der Dampfspeicherlok

    Abtranssport der Dampfspeicherlok

  5. 1986 - Kraftwerk - Werkstor

    HEW Kraftwerrk 10 Werkstor Ost

  6. 1986 - Kraftwerk - Innengelände

    Aufnahme von 1986.

  7. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Kraftwerk - Geländeansicht.

  8. 1986 - Kraftwerk - Lokschuppen

    Kraftwerk - Lokschuppen

  9. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Gebäude vom Kraftwerk.

  10. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Kraftwerk Alt Garge.

  11. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Kraftwerk Alt Garge.

  12. 1986 - Kraftwerk Alt Garge

    Aufnahme von der Rückseite.

  13. 1986 - ASF Denkmal

    Bild von 1986.

  14. 1986 - Bleicherhütte

    Die alte Bleicherhütte und die Deichbauarbeiten im Mai 1986. Die Bleicherhütte, die dem Deichbau geopfert werden mußte, stand kurz vor dem Abriß.

  15. 1986 - Heisterbusch

    Heisterbusch 1986

  16. 1986 - Bleicherhütte, Kuhhütte

    Die alte Kuhhütte kurz vor dem Abriß. Sie mußte den Deichbauarbeiten 1986 weichen.

  17. 1986 - Bleicherhütte unmittelbar vor dem Abriß

    Bleicherhütte unmittelbar vor dem Abriß 1986.