Gedenken an die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989

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      Gedenken an die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989

      Zeitpunkt:

      Seit ein paar Wochen befindet sich direkt am Fähranleger in Neu Bleckede ein Schild, das an die Öffnung der Grenze am 26. November 1989 erinnert. Soweit ich es in den letzten Wochen verfolgen konnte, wurden derartige Schilder fast überall an der ehemaligen innerdeutschen Grenze angebracht.

      Gruß,
      THW Kiel
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      Woher soll die heutige Jugend es auch kennen. Immerhin ist die Grenze ja nun schon über 20 Jahre offen und selbst die DDR ist am 03. Oktober auch schon 20 Jahre Geschichte. In jedem Falle ist es aber zu begrüßen, wenn diese furchtbare Erinnerung wach gehalten wird - damit wir es hoffentlich nie wieder erleben müssen, daß man mit Waffengewalt daran gehindert wird, von Bleckede nach Neu Bleckede oder umgekehrt zu kommen.

      Passend zum Thema habe ich noch zwei Photos aus dem Februar 1990 angehängt. Auf dem ersten sieht man den Grenzzaun und den Wachturm von Neu Bleckede und auf dem zweiten die Grenzübergangsstelle Neu Bleckede. So war es damals und so kommt es hoffentlich nie nie wieder. Man ist nur innerhalb Bleckedes unterwegs gewesen und trotzdem von der Bundesrepublik in die DDR oder umgekehrt gereist. Selbstverständlich gelang die Reise damals nur mit Reisepaß.

      Gruß,
      THW Kiel
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      Das Schild ist mir neulich auch aufgefallen, noch nicht in Bleckede, aber zum einen in Berlin-Spandau an der B5, wo ich mit Fahren, Schauen, Suchen und keinen Auffahrunfall verursachen gleichzeitig zu tun hatte und zum anderen in Dömitz auf oder direkt hinter der Elbbrücke in Richtung Dannenberg. Es erscheint ersteinmal unscheinbar, ist aber doch deutlich und verfehlt seine Wirkung nicht! Wie viele dieser Schilder es wohl gibt, wenn sie entlang der ehemaligen deutschen Grenze aufgestellt wurden?
      Ich bin immer noch entsetzt und gleichzeitig fasziniert darüber, dass es so etwas einmal gab. Der Zaun war immer da auf der anderen Elbseite. Könnt ihr euch an Geräusche hinter dem Zaun erinnern? Ich kann mich nur an Hundegebell und manchmal Fahrzeuge erinnern - sie waren aber dumpf. Heute höre ich zum Glück andere Geräusche, Menschen, die auch am Strand sind, oder Klingeln der Radfahrer, die vielen Boote. Es ist viel fröhlicher inzwischen auf der Elbe und der anderen Seite.

      Kleine Anekdote am Rande: in der letzten Woche hatten wir französische Gäste, die von Walmsburg nach Ludwigslust mit der Bahn reisen wollten. Ich habe versucht, ihnen zu erklären, dass die Eisenbahnbrücke in Dömitz 1945 gesprengt wurde und sie den Umweg über Hamburg nehmen müssten ...

      Gruß ... Anthony
      An Geräusche an der ostzonalen Grenze kann ich mich auch noch gut erinnern. Hundegebell und Geräusche von Motoren waren je nach Windrichtung häufiger wahrzunehmen. Ebenso in Erinnerung sind mir die Geräusche vor der Grenze, also auf der Elbe. Wenn die im tristen Einheitsgrau gehaltenen Boote der ostzonalen Grenztruppen auf der Elbe fuhren und bundesdeutsche Schiffe provozierten. Wir alle können nur von Glück reden, daß diese Zeiten heute vorbei sind. Hiermit einher geht aber auch eine Verpflichtung für uns alle. Die Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, daß diese unmenschlichen Zustände nie wieder kommen.

      Die Sache mit der Bahnfahrt nach Ludwigslust ist benahe schon etwas makaber. Man kann es nicht wirklich verstehen, warum Verkehrswege plötzlich abgeschnitten sind. Gerade an den noch heute bis zur Elbe ragenden Resten der Dömitzer Eisenbahnbrücke kann man dieses sinnlose Unterfangen verdeutlichen. Ein Land mit Waffengewalt und Sprengstoff derart hermetisch abzuriegeln, ist mehr als abartig. Viele dieser Wunden sind verheilt aber einige bestehen eben auch bis heute.

      Anbei sind noch zwei Photos von den Überresten der Dömitzer Eisenbahnbrücke bei Kaltenhof (Landkreis Lüchow-Dannenberg).

      Gruß,
      THW Kiel
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      Ich kann mich noch gut an den kleinen Beobachtungsbunker genau gegenüber vom Fährkrug in Alt-Garge erinnern. Dort hockten

      ständig zwei Vopo´s drin (im Sommer bei schönem Wetter auch darauf), die uns ständig beobachtet haben, wenn wir Kinder am

      Elbstrand gespielt haben. Ich kann mich erinnern, daß uns einmal eines dieser grauen Grenzpolizeiboote einen verlorenen Wasserball,

      der mit der Strömung rausgetrieben war, in unsere Buhne zurückgebracht hat ! Ja das hat es wirklich gegeben. yes9

      Gleichzeitig haben Sie aber in einem Jahr den Sohn unserer Bekannten, die mit uns Urlaub in Alt-Garge gemacht haben, für zwei Tage

      mitgenommen, weil er mit seinem Schlauchboot über die vermeintlich Grenze in der Flußmitte gerudert war.

      Nach zwei tagen haben sie ihn dann mit samt seinem Schlauchboot, daß unbrauchbar gemacht wurde, wieder im Westen

      abgesetzt. :(

      Das waren so einige Erinnerungen mit der DDR, die mir jetzt so spontan eingefallen sind.