10 der schönsten Aufnahmen von Bleckede a.d. Elbe

      10 der schönsten Aufnahmen von Bleckede a.d. Elbe

      Zeitpunkt:

      Kürzlich habe ich einen heute vermutlich recht seltenen Folder mit dem Namen "10 der schönsten Aufnahmen von Bleckede a.d. Elbe" ausgegraben. Dieser ist in der Zeit zwischen 1933 und 1945 von der Firma C.G. Ammen produziert worden. Es sind schöne Zeitdokumente - aber seht selbst.

      Als erste Anlage kommt hier der Umkarton des Folders.


      Gruß,
      THW Kiel
      Hier nun die Photos Nummer 1 bis 5 aus dem Folder.

      Photo 1 - Reichsarbeitsdienstlager

      Das Reichsarbeitsdienstlager befand sich in der Zollstra0e an der Stelle, wo sich heute das Stamer/Hoppe-Mehrfamilienhaus befindet. Der hier sichtbare Teil befand sich auf dem vorderen Teil des Grundstückes an der Zollstraße.

      Photo 2 - Reichsarbeitsdienstlager

      Der auf diesem Photo sichtbare Teil befand sich auf dem hinteren Teil des Grundstückes in Richtung Deich / Zolldamm. Um Mißverständnisse zu vermeiden - auf diesem Photo ist nicht das Heimat- oder Elbtalhaus zu sehen!

      Photo 3 - Am Gedenkstein

      Der Gedenkstein mit der Inschrift "Deutschlands Erweckung 30.01.1933" befand sich an Grethe`s Garten parallel zum Schützenplatz. Etwa an der Stelle, an der sich heute das Klettergerüst auf dem Spielplatz befindet. Es muß 1945 ziemlich bald nach der Niederlage Deutschlands verschwunden sein.

      Photo 4 - Adolf-Hitler-Straße

      So hieß die Breite Straße in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Das Photo zeigt die Breite Straße in Richtung Marktplatz / Alte Apotheke.

      Photo 5 - Alte Burg

      Eine damalige Ansicht des Schlosses. Bis Ende September 1932 war dieses der Amtssitz des Landrates des ehemaligen Kreises Bleckede. Danach wurde dort das Amtsgericht Bleckede untergebracht.

      Gruß,
      THW Kiel
      Und hier der zweite Teil mit den Photos Nummer 6 bis Nummer 10

      Photo 6 - Am Wallgraben

      Der Wallgraben mit der alten Brücke. Diese befand sich anders als die heutige direkt in Höhe Burgturm. Sie verband den Bürgerpark direkt mit dem Richtergarten an der Remise.

      Photo 7 - Schloßstraße

      Ein Blick in die Schloßstraße. Das Photo muß nach Sommer 1934 entstanden sein, denn man kann die Treppe zum Bürgerpark darauf sehen. Diese wurde im Sommer 1934 errichtet. Bis 1932 war die Benutzung des Parks dem Landrat und den Gästen des Landrates vorbehalten. Das gemeine Volk durfte den Park nur zum Schützenfest und zu wenigen anderen Anlässen betreten. Nach Auflösung des Kreises Bleckede wurde der Park als Bürgerpark für das Volk freigegeben.

      Photo 8 - Am Hafen

      Zu sehen sind auf diesem Bild der 2007 abgerissene Kohlenschuppen der Firma Carl Buckup und daneben Meyer`s Gasthaus, das heutige "Landhaus an der Elbe". Der Junge auf dem Boot im Vordergrund ist Gotthilf Ammen.

      Photo 9 - Hafenanlage

      Der Bleckeder Hafen hatte bis 1945 eine Bedeutung als Umschlaghafen für Kohle aus Böhmen, Holz und Zucker. Nach der willkürlichen Zonengrenzziehung von 1945 befand sich Bleckede plötzlich in einer Randlage der westlichen Welt und der Hafen verlor schnell an Bedeutung. Zu sehen sind auf dem Photo beide Hafenkräne, von denen bis heute die Sockel stehen. Der Sockel des vorderen Kranes befindet sich direkt unterhalb des Pegelhäuschens, der des hinteren Kranes am Landhaus.

      Photo 10 - Adolf-Hitler-Straße

      Als letztes Photo kommt ein noch Blick auf den Marktplatz aus Richtung Alte Apotheke. Auch wenn sich einiges verändert hat, kann man es noch heute gut wiedererkennen.

      Ich wünsche Euch viel Spaß und Freude an dieser kleinen Zeitreise!
      Gruß,
      THW Kiel

      Nichts gegen den historischen Wert

      Zeitpunkt:

      dieser Aufnahmen. Aber bei etwas distanzierterem Betrachten wurde mir bewußt, dass diese "10 schönsten Aufnahmen" von Bleckede 2x das Gebäude des Reichsarbeitsdienstlagers (was für ein Wort) zeigen, den Gedenkstein zur Machtergreifung der Nazis, 2x die Adolf Hitler Straße - also im Grunde genommen Aufnahmen, die die Symbole der damaligen Zeit widerspiegeln. Wallgraben, Schloßstraße und der Blick über die Elbe mit Segelbooten mögen dem Titel der Serie ja gerecht werden - aber die anderen? Wie sehr sind unsere Vorfahren durch den 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen gedemütigt gewesen, dass sie sich diesen Heilversprechungen hingegeben haben?!
      Und was ist heute mit uns - haben wir dazu gelernt? Sind wir gefeit gegen eine Propagandamaschine enormen Ausmaßes? Was ist mit den Italienern, den Franzosen, Niederländern und jetzt auch Schweden? Was ist los in Deutschland, dass ein Herr Sarazzin (auch grad kein deutscher Name) solchen Zulauf bekommt und die Politiker solche Angst vor ihm haben, dass ihm die Euros nur so hinten reingeschoben worden sind um ihn los zu werden? Und was ist mit den anderen Kontinenten - Amerika und Sarah Palin, Asien und wie sie alle heißen. Überall gelingt es, die Menschen mit der Angst vor dem Anderen, dem Fremden zu beschäftigen und ihm gleichzeitig immer mehr der mühsam errungenen Grundrechte wieder zu entreißen - Würde des Menschen, Recht auf Arbeit!
      Und die einen nicken dazu, andere schauen weg und die Mehrheit schweigt und sagt sich, was kann ich dagegen tun und zappt sich durch die Verblödungskanäle. Tja!?

      bleckMan
      Es grüßt bleckMan
      Ich denke es geht nicht um die Betitelung der Straßen etc. , sondern um die Aufnahmen. Die Gebäude und Straßen - damit wird wohl das NS Regime nichts groß mit am Hut haben, oder? Dass die Aufnahmen ausgerechnet in dieser Zeit entstanden sind, mag vielleicht auf den ersten Blick unglücklich, aber zeigt, dass auch in dieser dunklen Zeit Bleckede wenigsten Äußerlich nicht immer dunkel war.
      Das Thema ist zu vielschichtig, als daß wir es auf wenige Zeilen reduzieren können oder den Versuch wagen sollten, das zu tun.

      Klar sein sollte jedem von uns, daß diese Zeit auch in Bleckede stattgefunden hat. Leider wurde in den bisherigen Geschichtsbeschreibungen desöfteren versucht, diese Epoche gänzlich unter den Tisch zu kehren. Auch zuletzt wurde es so gehandhabt - nachzulesen im Buch zur 800-Jahr-Feier. Diese Form der "Auseinandersetzung" mit einem so komplexen Thema lehne ich ab.

      Woher sollen Menschen eine Aufklärung erfahren, wenn ihnen Quellen vorenthalten werden? Ein weiteres Beispiel ist das Buch "Mein Kampf" von Adolf Hitler. Ich habe es bis heute nicht verstanden, warum es offizielle indiziert ist und ich werde das auch nie verstehen. Wovor hat man Angst? Wird hier nicht unter Umständen gerade der Reiz des Verbotenen geschürt? Für mich sind das alles Formen von Entmündigung oder Pressezensur. Man spricht den Menschen ab, daß sie in der Lage sind, sich selbst ihr Urteil über die Unrechtsjahre des dutzendjährigen Reiches zu bilden. Einen Sinn kann ich hierin nicht erkennen.

      Ein weiteres Problem ist der teilweise leider sachlich völlig falsche Umgang mit der Thematik eines Unrechtsstaates. Es gibt genügend Leute, die keine Gelegenheit auslassen, um das Naziregime (mit Recht) zu verunglimpfen. Oft sind diese Leute, die das am lautesten tun, leider gleichzeitig die, die die Ostzone in irgendeiner Form als fortschrittlichen Arbeiter- und Bauernstaat hinstellen. Auch die Ostzone war ein Unrechtsstaat, auch hier wurden Menschenrechte mit Füßen getreten und anders denkende Menschen auf übelste Art "entsorgt". Das wird oft übersehen. Was will ich damit zum Ausdruck bringen? Gewiß soll hier kein Versuch des Aufrechnens unternomemn werden. Zu einer umfassenden, differenzierten Betrachtung gehört aber, daß man in alle Richtungen des Unrechts denkt.

      Wahrscheinlich ist das aber heute alles ebenso unerwünscht wie eine differenziert kritische Auseinandersetzung mit dem chinesischen Unrechtsregime. Auch dort werden Menschenrechte mit Füßen getreten! Und was machen wir? Einerseits wird kritisiert um im selben Moment auf wirtschaftliche Beziehungen und deren Ausbau zu setzen. Es läßt sich in Chine mit billigen Arbeitskräften und ohne Umweltauflagen einfach schneller Geld verdienen als in Deutschland, wo der Amtsschimmel nur so vor sich hin wiehert. Was tun wir? Wir unterstützen es tagtäglich, beispielsweise dadurch, daß wir qualitativ hochwertige Produkte aus chinesischer Produktion kaufen.

      Mich wundert es nicht, daß ein Buch wie "Deutschland schafft sich ab" von Herrn Sarrazin einen solchen Zuspruch hat. Die Politik hat lange Jahre nicht nur weggeschaut sondern jämmerlich versagt. Daß sich das irgendwann rächen würde, müßte den meisten Menschen klar sein. Insofern erklärt sich für mich auch der teilweise tölpelhafte Umgang mit dem Buch - man denke hier nur an die pauschalen Verunglimpfungen von Leuten wir Frau Merkel, die sich noch nicht einmal die Mühe machen, das Buch zu lesen. Oder Herr Wulf, der auch sofort auf diesen Schmähruferzug aufgesprungen ist. Natürlich wird das Eis unter den Füßen dieser Politlügner durch so ein Buch dünner. Das ist aber gut so. Denn, wenn wir noch etwas retten wollen, dann müssen wir bald damit anfangen!

      Zurück zum Ausgangspunkt und der Bilderserie aus Bleckede. Erreichen läßt sich nur etwas durch Aufklärung. Mit pauschaler Verunglimpfung, undifferenzierter Kritik oder unter Verschluß gehaltenen Dokumenten wird es nicht gelingen, ein Unrechtsregime wie das des dutzendjährigen Reichs so anschaulich zu dokumentieren, daß es am Ende keine Sympathisanten mehr geben kann.

      Ich frage mich, wann unsere Politiker endlich erkennen, daß das Volk sehr wohl umfassend informiert und somit fundiert gewarnt werden will. Die Hoffnung, daß Deutschalnd doch noch aufwacht, mag ich nach wie vor nicht ganz aufgeben. Um eines Tages dorthin zu kommen, muß es aber möglich sein, auch über die Zeit des Nationalsozilismusses in alle Richtungen und ohne sich für jedes einzelne Wort entschuldigen zu müssen, zu berichten.

      Griuß,
      THW Kiel
      Man kann nicht von sich selber ausgehen und sagen, man ist im Kopf soweit klug, um Recht und Unrecht zu erkennen. Denn die Mehrheit der Menschheit läßt sich manipulieren von außen. Was in der Presse geschrieben steht wird ohne Kommentar hingenommen und geglaubt. ohne dabei sich selber einen Gedankengang zu tätigen oder andere Quellen hinzu zu ziehen. Und Wahrheiten aus der Geschichte werden erst jahrzehnte später ans Licht kommen.

      Viele Grüße,
      Nabila

      ***

      „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
      Konrad Adenauer

      Ich wollte hier keine

      Zeitpunkt:

      Diskussion zur Hitlerdiktatur anzetteln - die Bilder waren nur der Auslöser zu Gedanken über die gegenwärtige Situation und ob wir Menschen, die wir uns doch als "intelligente Wesen" bezeichnen von diesen Fähigkeiten auch Gebrauch machen. Und insofern gehört diese Diskussion gar nicht in diesen Teil des Forums.
      Vielleicht eröffne ich demnächst noch mal solche Fragen an anderer Stelle.

      bleckMan
      Es grüßt bleckMan
      @ Wuestensonne: Ist das, was Du da beschreibst, nicht gerade das Grundproblem? Wie sollen Menschen sich mit Hilfe der Presse informieren, wenn in dieser letztlich auch selektiert wird? Hier setzt mein Kritikpunkt nach dem Verlangen einer umfassenden, in alle Richtungen möglichen Information an. Wir sollten den Menschen einfach etwas mehr zutrauen und nicht schon vorher davon ausgehen, daß sie nicht in der Lage sind, die richtigen Rückschlüsse aus den Informationen zu ziehen.
      Daß die Wahrheiten und die tatsächlichen Begebenheiten irgendwann doch noch ans Licht kommen, steht ohen Frage zu hoffen. Noch sieht es ja leider so aus, daß viele Informationen aus welchen Gründen auch immer zurückgehalten werden.

      @ bleckMan: Ich finde es durchaus sinnvoll, das Thema hier zu diskutieren. Auch auf die Gefahr hin, daß das Thema nicht ganz hier in den Bereich der Photos paßt bin ich nach wie vor der Meinung, daß wir nicht die Augen vor den Tatsachen verschließen sollten. Da es diese Tatsachen auch in Bleckede gegeben hat, sehe ich die Photos aus dieser Zeit durchaus als eine Art des Anlassen, eine Diskussion zu versuchen. Wichtiger als Schweigen oder Verdrängung ist eine Aufarbeitung. Ich bin davon überzeugt, daß der Umgang mit dem Thema Nationalsozilismus sich leichter gestalten würde, wenn der Mythos nicht mehr besteht. Hier kann jeder von uns einen kleinen Beitrag leisten indem wir versuchen, das Thema aus der Tabu-Schublade zu holen.

      Letztlich bin ich immer noch daran interessiert, die Zusammenhänge des Nationalsozialismusses in unserer Gegend zu erforschen. Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile sehr intensiv damit. Es ist unglaublich spannend aber zugleich auch unglaublich komplex. Vieles habe ich bereits herausfinden können, leider aber gibt es noch ebenso viele Dinge, die bis jetzt unerforscht oder unerklärt sind.

      Gruß,
      THW Kiel
      Hier ist ja eine Duskussion in Gang gekommen. Würdet Ihr die Kritik an den zeitgenössischen Namen und Bezeichnungen auch auf Bezeichnungen aus dem Kaiserreich ausdehnen? Auch da hatte der einzelne Mensch nicht eben viel zu entscheiden. Wo soll dann die Grenze gezogen werden und was ist erlaubt? Der der Beitrag sich hier im Bereich 1933-1945 befindet kann jeder den Rahmen problemlos erkennen.

      Ich für meinen Teil habe damit keine Probleme. Vielmehr begrüsse ich es wenn ich Dinge aus dieser Zeit erfahren kann.

      Der Udel