Gymnasium Bleckede in Planung

      Zeitpunkt:

      @ Bea: Ich denke nicht, daß wir mit unseren gegensätzlich wirkenden Gedanken soweit auseinadner liegen. Sicher kann ich die Sichtweise einer besorgten Mutter aus Mangel an schulpfichtigen Kindern nicht in allen Einzelheiten nachvollziehen. Das heißt aber nicht, daß ich diese deshalb weniger ernst nehme.

      Deine Erfahrungen im Hinblick auf einige wenige Haupt- und/oder Sonderschüler kann ich leider nur bestätigen. Sicher ist es ein zusätzliches Problem, daß einige Menschen nur die "Sprache der Gewalt" beherrschen und ihren Frust, ihre Aggressionen dadurch abbauen, daß sie nicht mit sich reden lassen (können), sondern besser gleich draufhauen. Ich denke, daß wir uns darin einig sind, daß dieses keine anzustrebende Lösung ist.

      Ungeachtet dessen müssen wir uns diesen Problemem aber stellen und können davor weder die Augen verschließen noch daß wir vor ihnen weglaufen können. Nur, wie stellen wir uns diesen Problemen, wie schaffen wir einen Weg, der eine Lösung ohne (gewaltsamen) Konflikt möglich macht? Wie gelingt es uns, mit der eigenen Angst fertig zu werden? Sicher ist das manchmal schwierig oder sogar unlösbar.

      Die Schule aber soll uns doch auf das spätere Leben vorbereiten. Im späteren Leben begegnen uns oft Situationen, die leider alles andere als spannungsfrei sind. Diesen müssen wir uns heute auch stellen. Wie aber soll das funktionieren, wenn wir es nicht schon in der Kindheit und/oder in der Schule lernen? Es kann nach meiner Meinung garnicht funktionieren - allein schon deshalb, weil es keinem von uns gelingen wird, die Menschhheit zu ändern. Insofern kann der von mir zuvor geschilderte "Idealzustand" auch nur als Lösungsansatz gelten. Ob und inwieweit er im Detail realisierbar ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Nur, manchmal ist das Leben leider auch unbequem und immer dann wegzulaufen, ist auf Dauer gewiß nicht die Lösung.

      Du willst es doch sicher auch erreichen, daß Deine Kinder eines Tages selbstbewußte, mündige Menschen sind. Oder, sollen sie Zeit ihres Lebens in einer Oase des Friedens leben und niemals die Schattenseiten unseres Lebens kennenlernen? Wünschen würde ich mir das sicher auch - nur realistisch erscheint es mir in der heutigen Zeit leider nicht. Das fängt an mit so einfachen Beispielen wie einer spät abendlichen oder nächtlichen Fahrt mit der Hamburger U-Bahn und es ließe sich endlos fortführen.

      Eine Konflikt- und Diskussionsfähigkeit ist unerläßlich für unser Leben. Lernen können wir es nur dann, wenn wir diesbezüglich Erfahrungen sammeln und uns den Situtionen stellen, nicht vor ihnen weglaufen. Da wir diese früher oder später sammeln müssen, kann ich die Gedanken, das Gymnasium als bis jetzt friedliche Schule zu separieren, nicht nachvollziehen. Ich möchte diesbezüglich auch zu bedenken geben, daß es zu meiner Zeit auch an der Realschule friedlich zugegangen ist, was heute ja nicht mehr der Fall zu sein scheint. Die Frage ist also die, wann die Entwicklung das Gymnasium erreicht. Selbst dann, wenn das Gymnasium dauerhaft von dieser Entwicklung verschont bleiben würde, wird es sich kaum vermeiden lassen, daß Deine Kinder ihr ganzes Leben von Konflikten verschont bleiben.

      Gruß,
      THW Kiel

      Zeitpunkt:

      Die Aussagen und Wünsche von Bea sind eindeutiges Wunschdenken und vor allem ein 2-Klassen-Denken. Damit tust Du dir nichts Gutes, aber vor allem Deinen Kindern nicht. Man kann Kindern nicht vor alles schützen und vor allem sollte man dies schon mal gar nicht tun. Denn ansonsten verlieren die Kinder die Fähigkeit zu Lernen ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und nicht vor jeder Konfliktsituation davon zulaufen.

      Ansonsten kann ich mich THW´s Äußerungen voll anschließen.

      Viele Grüße,
      Nabila

      ***

      „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
      Konrad Adenauer

      Zeitpunkt:

      "Eine Konflikt- und Diskussionsfähigkeit ist unerläßlich für unser Leben. Lernen können wir es nur dann, wenn wir diesbezüglich Erfahrungen sammeln und uns den Situtionen stellen, nicht vor ihnen weglaufen."

      Eine "Konflikt- und Diskussionsfähigkeit" kann man auch ohne Gewalt lernen. Deine Aussagen klingen so, als wenn man nur konfliktfähig werden kann, wenn man Gewaltsituationen ausgesetzt wird?

      NATÜLICH sollen meine Kinder lernen, Konflikte zu lösen. Aber sie sollen lernen, wie sozialisierte Menschen Konflikte mit dem KOPF zu lösen und nicht mit den Fäusten!

      Ausserdem klingen deine Ausführungen so theoretisch.

      Sag mir doch mal PRAKTISCH, wie man das Problem lösen könnte. Nehmen wir mal an, mein Kind geht auf eine Schule, auf der es Gewalt ausgesetzt wird. Sag mir, WIE soll sich das Kind gegen gewaltbereite Mitschüler schützen? Was kann ich als Mutter TUN, damit das Kind nicht verprügelt und abgezogen wird?

      "wird es sich kaum vermeiden lassen, daß Deine Kinder ihr ganzes Leben von Konflikten verschont bleiben"


      Hier schon wieder das selbe Mißverständnis: Meine Kinder sollen NICHT in ganzes Leben lang von Konflikten verschont bleiben!!!Aber: Sie sollen in einer Umgebung aufwachsen, in denen Konfklikte NICHT mit Gewalt gelöst werden.

      "Die Aussagen und Wünsche von Bea sind eindeutiges Wunschdenken und vor allem ein 2-Klassen-Denken."

      Wieso Wunschdenken? Ich habe selber das Gymnasium besucht und mein Großer ebenfalls. Sowohl ich als auch mein Großer haben die Erfahrung gemacht, dass es auf dem Gym überwiegend gewaltfrei zugeht. Von daher ist das kein "Wunschdenken", sondern eine Beschreibung der Realität.

      2-Klassen-Denken? Das klingt schon wieder so "elitär" und widerspricht auf jeden Fall meiner Grundhaltung. Nochmals: Es geht immer nur darum, meine Kinder vor Gewalt zu schützen und wenn ich die Wahl habe, mein Kind auf eine Schule zu schicken, in der es weniger Gewlat ausgesetzt ist, dann werde ich das auch tun.

      "Man kann Kindern nicht vor alles schützen und vor allem sollte man dies schon mal gar nicht tun."

      Habe ich irgendwo gesagt, ich möchte meine Kinder vor ALLEM schützen? Ich habe nur gesagt, ich möchte meine Kinder vor GEWALT schützen.

      Ist doch ein himmelweiter Unterschied......
      Viele Grüße von
      Beate

      Zeitpunkt:

      Sag mir doch mal PRAKTISCH, wie man das Problem lösen könnte. Nehmen wir mal an, mein Kind geht auf eine Schule, auf der es Gewalt ausgesetzt wird. Sag mir, WIE soll sich das Kind gegen gewaltbereite Mitschüler schützen? Was kann ich als Mutter TUN, damit das Kind nicht verprügelt und abgezogen wird?


      Wenn es Gewalt ausgesetzt ist, sollte es lernen, wie man sich praktisch zur Wehr setzt. Hier in der Nähe gibt es ausreichend Möglichkeiten dies zu erlernen - Judo, Karate, Jujutsu. Dort lernen sie wie man ohne Fäuste, aber auch notfalls mit Fäusten sich zur wehr setzen kann.

      Zeitpunkt:

      @ Bea: Ich habe den Eindruck, daß wir im Kern der Sache etwas aneinander vorbei reden. So verständlich es mir ist, daß Du Dir eine heile Welt wünscht, so realitätsfern ist diese leider in unserer heutigen Zeit. Es ist heute bei weitem nicht mehr alles so rosarot und himmelblau, wie es noch vor 25 Jahren gewesen ist.

      Sicher ist es grundsätzlich immer anzustreben, daß die Kinder (oder die Menschen insgesamt) lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Dieses als Zielvorgabe zur formulieren, teile ich voll und ganz. Wie aber bereits mehrfach erörtert, läßt sich das nicht immer und nicht in jedem Fall umsetzen. Wenn andere Menschen, denen wir uns konfrontiert sehen, nur die "Sprache" der Gewalt beherrschen, nützt uns unsere eigene Fähigkeit, Konflikte allein durch Diskussionsfähigkeit und Friedfertigkeit lösen zu wollen, unter Umständen nur wenig. Ganz im Gegenteil - es würde dazu führen, daß wir "leichte Beute" sind, daß wir "Kanonenfutter" sind, wenn es "hart auf hart" kommt.

      Vor diesem Hintergrund sehe ich immer noch keinen vernünftigen Sinn darin, für das Gymnasium beharrlich eine Insel der Glückseligkeit einzufordern. Nicht umsonst werden beispielsweise auch von der Polizei Selbstverteidigungskurse angeboten. Sicher ist nur, daß die Anwendung von Gewalt immer das letzte aller uns zur Verfügung stehenden Mittel sein sollte. Nur, bevor ich mich einfach so zusammenschlagen lasse, nehme ich mir zumindestens das Recht heraus, mich zur Wehr zu setzen. Dieses solltest Du Deinen Kindern im Interesse ihrer Entwicklung auch ermöglichen.

      Ganz gleich, wie Du es drehst und von welcher Seite Du es angehst, wirst Du es nicht schaffen, Deine Kinder ihr ganzes Leben lang unter einer Käseglocke des Schutzes und der Behütung verbringen zu lassen. So sehr es zu begrüßen ist, daß Du Dir wünscht, Deine Kinder sollen eine Konfliktlösung mit dem Kopf und nicht mit den Fäusten lernen, so unrealistisch ist es, diese "Lösungsformel" als die einzige ihnen zur Verfügung stehende zu erklären. Die Zeiten haben sich geändert, sind insgesamt ruppiger geworden. Auch, wenn uns das sehr sauer aufstößt, haben wir keine andere Wahl, als uns mit den daraus resultierenden Problemen auseinander zu setzen. Diese sind nämlich Realität, begleiten uns durch unser tägliches Leben und sind leider keine Theorie. Somit sind wir gezwungen, uns unsere eigene Taktik zu suchen, damit umzugehen.

      Ich möchte abschließend nochmal betonen, daß ich tiefsten Inneren jede Form von Gewalt ablehne. Diese Ablehnung darf mich aber niemals so sehr beeinflussen, daß ich mir gleichzeitig selbst das Recht abspreche, mich gegen Chaoten zur Wehr zu setzen. Eben dieses "zur Wehr setzen" muß ich auch lernen, am besten frühzeitig, warum also nicht schon in der Schule (wo es hoffentlich noch die Aufsicht der Lehrer gibt, die im Falle einer Eskalation eingreifen können). Ganz oft in unserem Leben ist es so, daß sich der Stärkste durchsetzt - nicht nur in Situationen des (gewaltsamen) Kampfes, sondern beispielsweise auch in der Schule, wenn es um Noten geht oder im Sportverein, wenn es um Leistungen geht. Lernen müssen wir den Umgang mit allen Situationen. Und das solltest Du Deinen Kindern auch ermöglichen.

      Gruß,
      THW Kiel

      Zeitpunkt:

      "Ganz oft in unserem Leben ist es so, daß sich der Stärkste durchsetzt - nicht nur in Situationen des (gewaltsamen) Kampfes, sondern beispielsweise auch in der Schule, wenn es um Noten geht oder im Sportverein, wenn es um Leistungen geht. Lernen müssen wir den Umgang mit allen Situationen. Und das solltest Du Deinen Kindern auch ermöglichen."

      Ich habe immer NUR dafür plädiert, meine Kinder vor Gewalt schützen zu wollen. Natürlich möchte ich es meinen Kindern ermöglichen, zu starken Menschen ranzuwachsen, die (nicht nur) in der Schule gute Leistungen bringen oder die sich im Sportverein bewähren können. Habe ich irgendwo gesagt, Kinder sollten nicht in den Sportverein gehen?

      Die Kernfrage lautet:

      Kann ich das, was du hier forderst, meinen Kindern nur dann ermöglichen, wenn ich sie Gewalt aussetze?

      Ich möchte hier als Beispiel mal wieder meinen Großen heranziehen, der heute (nicht vor 25 Jahren) das Gymnasium besucht. Er hat einen netten Freundeskreis, hat immer Sport im Verein gemacht und kann sich in seiner sozialen Umgebung auch gut durchsetzen. Man kann behaupten, er sei "gut geraten". Alle seine Kompetenzen hat er in einer gewaltfreien Umgebung erworben. Ich sehe es überhaupt nicht ein, welche postive Wirkung es auf ihn hätte haben sollen, wenn ich ihn ein paar Löwen zum Fraß vorgeworfen hätte...

      Klar, ein Manko muss ich zugeben, er hat es nicht gelernt, sich selbst zu verteidigen. Falls er mal konkret bedroht würde, könnte er sich sicher nicht fachgerecht wehren. Natürlich ist es toll, so einen Sport wie Karate zu lernen, aber die Nachmittage sind beschränkt in der Anzahl und ich muss ehrlich sagen, dass ich meine Prioritäten nie in dieser Hinsicht gesetzt hätte.

      Das ist so ähnlich wie mit der Bundeswehr: Ich weiss es, dass wir eine reine Verteidigungstruppe haben und dass es für einen Staat wichtig ist, sich verteidigen zu können. Trotzdem bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich BW Soldaten sehe.....und wenn mal auf der Straße ein Panzer längsfährt, dann bekomme ich regelrecht Angstzustände.

      Natürlich habt ihr insoweit Recht, dass meine "Vermeidungstaktik" nicht 100%ig wasserfest ist. Da müsste ich meinen Kindern ja auch etwas anderes vorleben. Ich gebe mich aber ja auch nicht mit "Asozialen" ab, sondern mache einen großen Bogen darum, weil ich so ein Verhalten abstoßend finde...Soll ich mich selber "schonen" aber meine Kinder in den Ring schicken?

      Ein mir wichtiges Argument möchte ich noch anführen:

      Mich stört es extrem, dass von mir und meinen Kindern gefordert wird, wir müssten es lernen, gewaltbereite Menschen abwehren zu können. Wir leben ja nicht im finsteren Mittelalter, sondern in einem Rechtstaat, in dem gealttätige Handlungen VERBOTEN sind.

      Dementsprechend müsste der Staat eigentlich dafür sorgen, mich und meine Kinder vor Aggressoren zu schützen.

      Um es mal mit einem Beispiel zu sagen: Nehmen wir mal an, du beobachtest eine Szene, in der ein Jugendlicher einen anderen zusammenschlägt. Wer hat jetzt schuld? Der Agressor oder das Opfer, weil es sich nicht wehren kann?

      Warum müssen meine Kinder lernen, mit Gewalt umzugehen? Ich könnte doch auch ebensogut den Spieß umdrehen und fordern, dass in den Schulen keine Gewalt geduldet wird?

      Warum müssen die Opfer einstecken und nicht die Täter?

      In Bezug auf die spätere Entscheidung, welche Schulform meine Kleinen besuchen werden, habe ich aber auch nur bedingt Einfluß, denn ich kann heute ja noch gar nicht einschätzen, ob sie überhaupt eine Gymnasialempfehlung bekommen werden.

      Eines möchte ich noch klarstellen: Ich habe ÜBERHAUPT nichts dagegen, wenn alle drei Schulformen räumlich zusammen sind!! Irgendwie klingen eure Reaktionen so, als wenn ich behauptet hätte, das ich eine "elitäre" Abspaltung befürwortere.

      Ich habe eben nur eine Bedingung: Die Schule, an die ich mein Kind schicke, soll Gewalt ausdrücklich ablehnen und gewaltbereite Kids daran hindern, Gewalt gegenüber den anderen auszuüben. Wenn Lehrer, Eltern und Schulleitung sich zusammen ausdrücklich für Gewaltfreiheit aussprechen, dann kann man das auch gemeinsam realisieren.

      Demnächst werden meine Kinder aber zunächst die Grundschule Barskamp besuchen und ich hoffe sehr, dass zumindest dort Gewalt entschieden abgelehnt wird. Da die Schule eine sehr enge Verbindung mit der Kirche hat, kann man das zumindest vermuten. Auch ich als "Agnostiker" hoffe dann davon profitieren zu können....

      So, nun wünsche ich euch allen noch einen schönen Sonntag. Ich wünsche uns allen ein friedliches Miteinander...

      In diesem Sinn!

      LG Bea

      PS Sieht man sich heute Abend im Waldbad?
      Viele Grüße von
      Beate

      Zeitpunkt:

      @ Bea: Nach wie vor denke ich, daß wir im Kern der Sache garnicht so weit auseinander liegen. Nur der Blickwinkel scheint mir ein anderer zu sein. Leider scheint dieser Umstand auch zu bewirken, daß wir partiell aneinander vorbei reden.

      Nach wie vor muß ich anmerken, daß Deine Ausführungen mir etwas zu theoretisch und dadurch leider teilweise auch realtätsfern vorkommen. Natürlich ist und bleibt es unbestritten, daß wir alles, was auf gewaltfreie Lösungen hinausläuft, in besonderem Maße fördern und unterstützen sollten. Diesbezüglich kann es gar keine zwei Meinungen geben.

      Nur leider ist es mit den Ausführungen wie so oft im Leben - Theorie und Praxis liegen häufig weit auseinander. Eines der Hauptprobleme würde ich darin sehen, daß der Opferschutz zwar auf dem Papier vorhanden ist, daß er gleichviel in der Praxis mehr als mangelhaft ist.

      Es ist gut, daß Du es inzwischen selbst einräumst, daß Deine Kinder möglicherweise Schwächen haben, sich mit gewaltbereiten Menschen auseinandersetzen zu können. Klar sollte man diesen Menschen wann immer es geht, besser aus dem Weg gehen und es garnicht erst auf eine gewaltbeherrschte Eskalation ankommen lassen. Aber, gelingt das immer? Leider nein. Und eben darum ist es mir von Anfang an gegangen - für solche Situationen schadet es nicht, etwas "Rüstzeug" an der Hand zu haben.

      Im übrigen ist es mit der (tatsächlichen) Sicherheit leider auch eher eine Sache der Theorie. Dazu möchte ich einmal das Beispiel "Wendischthuner Badestrand" anführen. Dort gilt der Schutzbereich "C" des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue, also die höchste der drei möglichen Schutzstufen. Seit mehreren Jahren ist bekannt, daß man sich da besser nicht unbewaffnet hinwagt, da sich die Gegend als beliebter Treffpunkt von Mitbürgern osteuropäischer Abstammung etabliert hat. Ebenso ist es bekannt, daß diese es weder mit der Sicherheit noch mit der Ordnung wirklich genau nehmen. Es hat dort auch schon Übergriffe gegeben, als Mitbürger (die im übrigen von den zuständigen Ordnungskräften jämmerlich im Stich gelassen wurden) versucht haben, die Leute auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen.

      Der Polizei, der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsiche Elbtalaue und der Stadt Bleckede sind diese Probleme lange bekannt. Ich selbst bin vor einigen Wochen auf der Jahreshauptversammlung des Zweckverbandes der Fischerei gewesen, wo diese Sache im Beisein von Dr. Johannes Prüter (Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung aus Hitzacker) und Jens Böther (Bürgermeister der Stadt Bleckede) thematisiert wurde. Keiner der beiden Herren sah sich zuständig, für Abhilfe zu sorgen. Ganz im Gegenteil: Herr Dr. Prüter hat es indirekt eingestanden, daß man gegen die dort "regierenden" Chaoten letztlich keine Handhabe hätte als Biosphärenreservatsverwaltung. Herr Böther hat sich besser garnicht geäußert. Im Gegenzug hat man von Seiten der Biosphärenreservatsverwaltung aber dafür gesorgt, daß die für den 24. Mai geplanten Powerbootrennen auf der Elbe abgesagt wurden. Wahrscheinlich hat der Veranstalter den Fehler gemacht, es zu akzeptieren und sich nicht gegen diese Entscheidung zu wehren...

      Nicht, das wir uns jetzt falsch verstehen. Ich begrüße es ausdrücklich, daß diese Veranstaltung abgesagt wurde. Nur, gegen die seit dem oder dadurch angelockten "Abenteurer" tut ebenfalls keiner etwas. Diese Beispiele zeigen mir, daß wir auf dem Papier zwar immer einen Rechsstaat haben, daß dieser aber durch die Unfähigkeit oder die Unwilligkeit der ausführenden Behörden sehr leicht verwundbar ist und so Gefahr läuft, sich selbst lächerlich zu machen. Faktisch gilt hier leider bereits das "Recht" des Stärkeren, des Gewaltbereiteren.

      Ergänzend sei angemerkt, daß es zu bestimmten Zeiten (z.B. am Sonntagabend oder in der Nacht) durchschnittlich ca. 60 bis 80 Minuten dauert, bis die aus Lüneburg alarmierte Polizei hier in Bleckede am Einsatzort erscheint - falls das Kommissariat in Bleckede mal wieder nicht besetzt ist). Auch hier kann man nur sagen, daß Hilfe, Schutz und vor allem Unterstützung durch staatliche Organe leider eher theoretischer Natur sind.

      Uns Bürgern bleibt also notgedrungen garnichts anderes übrig, als selbst vorzubeugen und zu lernen, wie wir uns schützen. Unverändert denke ich, daß diese Erfahrungen nicht früh genug gesammelt werden können - so traurig das im Einzelfall auch klingen mag. Die Schule ist da eine geeignete Einrichtung, weil hier zumindestens eine grundsätzliche "Waffengleichheit" unter Schülern vorauszusetzen ist. Anders, als wenn beispielsweise Kinder auf Erwachsene treffen. So traurig das alles ist, so sehr bin ich davon überzeugt, daß wir zukünftig gesellschaftlich noch weiter verrohen und amerikanisieren. Dadurch wird dieser allgemeine Trend früher oder später auch das Gymnasium erreichen. Vor diesem Hintergrund sehe ich es nicht, daß man diese unschöne Entwicklung für das Gymnasium dauerhaft wird ausschließen können. Und selbst dann, wenn das gelingt, wird es uns früher oder später in täglichen Lebenslagen einholen.

      Abschließend möchte ich nochmal klrastellen, daß es mir nicht darum geht, Aggressionspotenziale auszubauen oder zu konstruieren. Es geht mir allein darum, vorbeugende Maßnahmen zu treffen - um im Falle eines Falles wenigstens die Chance zu haben, etwas besser da zu stehen.

      Gruß,
      THW Kiel

      P.S.: Am Waldbad werde ich heute abend leider nicht erscheinen können.

      Zeitpunkt:

      Selbst wenn die Schule und die Lehrer an einem Strang ziehen und Gewalt ablehnen, es gibt genug Eltern die sich nicht um ihre Kinder kümmern. Und dieses nicht kümmern fällt dann genauso in den Schulbereich. Da können sich Lehrer noch was abmühen, wenn nicht alle Eltern mitziehen, dann wird´s auch nichts.

      Viele Grüße,
      Nabila

      ***

      „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
      Konrad Adenauer
      "Nach wie vor muß ich anmerken, daß Deine Ausführungen mir etwas zu theoretisch und dadurch leider teilweise auch realtätsfern vorkommen."

      Ich wundere mich, dass du meine Ausführungen als "theoretisch" empfindest. Zumindest habe ich es geschafft, bis heute mit dieser Einstellung relativ gut durchs Leben zu kommen.

      "Ergänzend sei angemerkt, daß es zu bestimmten Zeiten (z.B. am Sonntagabend oder in der Nacht) durchschnittlich ca. 60 bis 80 Minuten dauert, bis die aus Lüneburg alarmierte Polizei hier in Bleckede am Einsatzort erscheint - falls das Kommissariat in Bleckede mal wieder nicht besetzt ist). Auch hier kann man nur sagen, daß Hilfe, Schutz und vor allem Unterstützung durch staatliche Organe leider eher theoretischer Natur sind."

      Hat es sich da nicht um einen bedauerlichen Einzelfall gehandelt. Willst du mir hier wirklich erzählen, dass es der Regelfall ist, dass es Nachts im Notfall wirklich so lange dauert? Das ist ja ein Freibrief für jeden Einbrecher. Der kann sich ja erstmal noch gemütlich eine Tasse Kaffee kochen, nachdem der Notruf getätigt wurde....

      Das kann doch nicht dein Ernst sein! Gibt es keinen Anspruch auf eine Grundversorgung der Bürger? Ist das Leben und das Eigentum der Menschen auf dem Lande weniger wert?

      Also wenn das wirklich so stimmt, dann bin ich ehrlich entsetzt......!!!!!!!!

      "Uns Bürgern bleibt also notgedrungen garnichts anderes übrig, als selbst vorzubeugen und zu lernen, wie wir uns schützen."

      Das klingt so unangenehm nach Selbstjustiz.......wo sind da die Grenzen?

      "Unverändert denke ich, daß diese Erfahrungen nicht früh genug gesammelt werden können - so traurig das im Einzelfall auch klingen mag."

      An dieser Stelle sage ich wieder entschieden "Nein"! Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass es Kinderseelen verroht, wenn sie schon frühzeitig dazu angehalten werden, in der Sprache der Gewalt mitreden zu können. Ist es bei dieser Einstellung nicht gänzlich unmöglich, die Spirale der Gewalt zu unterbrechen? Ist dies nicht nur mit konsequentem Gewaltverzicht möglich?

      Frag doch mal im nahen Osten nach, wer "Schuld" hat an der dort herrschenden Gewalt. Jeder der Seiten wird dir erzählen, dass sie ja nur auf die Gewalt der Gegenseite reagiert! "Eigentlich" will ja jeder Frieden...

      "Die Schule ist da eine geeignete Einrichtung, weil hier zumindestens eine grundsätzliche "Waffengleichheit" unter Schülern vorauszusetzen ist"

      Das ist es eben an vielen Schulen NICHT! Eine Waffengleichheit ist nur gegeben, wenn von Seiten der Lehrer streng darauf geachtet wird, dass das Kräftemessen der Kids in einem gewissen Rahmen bleibt. Was nützt es deinem Kind, wenn es sich auf dem Schulhof nur ein wenig "raufen" will und der Gegner aber plötzlich ein Messer aus der Tasche holt? Und die anderen Kinder ihr Handy aus der Tasche ziehen und die nachfolgende Gewaltszene dann noch mitfilmen? Die Lehrer, selber ängstlich und ohnmächtig statt entrüstet einzugreifen lieber beschämt wegschauen? Wo die Täter hinterher nicht zur Rechenschaft gezogen werden, sondern als "Intensivtäter" in irgendwelchen Akten der Ämter vermerkt werden und weiter auf Opferjagd gehen können?

      Nein, in SO einer Umgebung möchte ich meine Kinder nicht zur Schule gehen lassen. Verteidigung hin oder her, aber das geht mir entschieden zu weit. Wie kann ich mein Kind in so einer Umgebung davor schützen, zu verrohen und selber zu einem Täter zu werden?

      "So traurig das alles ist, so sehr bin ich davon überzeugt, daß wir zukünftig gesellschaftlich noch weiter verrohen und amerikanisieren."

      Ich sehe das anderes. Ich finde unsere Gesellschaft noch relativ "zahm". Wenn ich daran denke, dass es noch die Genaration meiner Eltern für "in Ordnung" befand, Millionen von Menschen in die Gaskammern zu schicken, dann finde ich uns heutzutage schon ganz schön sozialisiert! Oder wenn ich sehe, was in andern Ländern so an Gewalt herrscht.....da leben wir hier dagegen in einer "Friede-Freude-Eierkuchen-Welt".

      Natürlich gibt es eine ungute Entwicklung der Gewaltbereitschaft in den letzten 20 Jahren. Das liegt aber vor allem daran, dass der Kuchen immer kleiner wird, der verteilt werden kann. In Zeiten, in denen sich die Politik bemüßigt fühlt, eine Obergrenze für Managergehälter einzuführen und gleichzeitig viele Gerinverdiener UNTER Hartz4 Niveau verdienen ist es nicht allzu verwunderlich, dass der soziale Friede gefährdet ist!!!



      "Da können sich Lehrer noch was abmühen, wenn nicht alle Eltern mitziehen, dann wird´s auch nichts."

      Für die Durchsetzung unserer Gesetze sind nicht die Eltern zuständig, sondern Polizei und Rechtsprechung. Da können es "andere" Eltern auch zu 120% in Ordnung finden, anderen einen reinzuschlagen!

      Eltern sind nur für die Erziehung verantwortlich. Vor den Erziehungsfehlern anderer Eltern muss mich der Staat schützen. Das ergibt sich schon aus dem Verbot der Selbstjustiz.
      Viele Grüße von
      Beate
      @ Bea: Zur Frage der Theorie kann ich nur entgegnen, daß ich es bisher ebenfalls geschafft habe, relativ schadlos durchs Leben zu kommen. Ein Stück weit ist es sicher so, daß jeder von seiner Variante überzeugt ist (was auch gut so ist) und daß die jeweils andere Variante allein deshalb schon etwas fremdartig wirken mag.

      Die Anmerkung zur Präsenz der Polizei und dem schnellen Eintreffen am Einsatzort ist leider kein Einzelfall. Ich selbst habe das einige Male erlebt, zudem kenne ich diverse Fälle, in denen es auch so gelaufen ist. Leider kann ich vor diesem Hintergrund nur zu dem Ergebnis kommen, daß die Sicherheit der Landbevölkerung in der Tat nicht viel wert zu sein scheint. Sicher hat der Bürger hier einen Grundanspruch - wozu zahlt man schließlich Steuern? Das Problem ist nur, daß man als einzelner Bürger wenig machen kann, bevor nichts passiert. Hinzu kommt, daß Steuern kraft Definition geldliche Leistungen ohne (direkte) Gegenleistung sind. Das bedeutet, daß man als Bürger "zum Ausgleich" die Zahlung von Steuern nicht einstellen dürfte.

      Ich sehe es so, daß dringend etwas passieren muß und daß die Behörden nicht solange warten dürfen, bis erst etwas passiert ist und/oder es zu spät ist. Leider fürchte ich, daß es darauf mal wieder hinauslaufen würde.

      Von Selbstjustiz halte ich im übrigen garnichts! Nur, was bleibt mir als Bürger, wenn ich von staatlichen Organen allein gelassen werde? Soll ich tatenlos zusehen, wie mir alles entrissen wird und nichts gegen Eindringlinge oder Menschen, die mich angreifen tun dürfen? Da wären wir wieder genau beim Thema...

      Daß Kinderseelen (grundsätzlich) verrohen, wenn sie in der Sprache der Gewalt mitreden können, teile voll und ganz. Leider habe ich an dieser Stelle das Gefühl, daß wir uns argumentativ im Kreis drehen. Von Anfang an habe ich immer darauf hingewiesen, daß ich in jedem Falle für eine gewaltfreie Lösung bin. Nur, wenn diese nicht greift, sollte ich mich zur Wehr setzen können. Und genau auf diesen Fall möchte ich nach Möglichkeit vorbereitet sein.

      Wenn man in der Schule heute nicht mehr von Waffengleichheit sprechen kann, ist das in höchstem Maße bedauerlich und sicher zum entscheidenden Teil auch auf die Unfähigkeit und/oder die Gleichgültigkeit der Lehrer zurückzuführen. Die Saat der sogenannten "68er-Generation" geht scheinbar auch hier auf. Eigentlich sollte es doch so sein, daß unter gleichaltrigen Schülern auch sowas wie eine "Waffen- oder Kräftegleichheit" herrscht.

      Wie ich mich in so einer Umgebung wirksam selbst schützen kann und für mich keine Gefahren befürchten muß, in diesen Strudel der Verrohung gezogen zu werden, weiß ich nicht. Ich habe da leider kein Patentrezept auf Lager.

      Gerade weil die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind und gerade weil der Staat mich und meine Kinder vor den Unzulänglichkeiten anderer schützen muß ist es mir völlig unverständlich, daß in den Schulen insgesamt nicht mehr für die Sicherheit des einzelnen Schülers getan wird. Übrigens sind auch die Lehrer (als staatliche Angestellkte oder Beamte) Organe des Staates.

      Diese Entwicklung finde ich insgesamt mehr als bedauerlich - nur, was kann man tun?

      Gruß,
      THW Kiel
      Daß Kinderseelen (grundsätzlich) verrohen, wenn sie in der Sprache der Gewalt mitreden können, teile voll und ganz. Leider habe ich an dieser Stelle das Gefühl, daß wir uns argumentativ im Kreis drehen. Von Anfang an habe ich immer darauf hingewiesen, daß ich in jedem Falle für eine gewaltfreie Lösung bin. Nur, wenn diese nicht greift, sollte ich mich zur Wehr setzen können. Und genau auf diesen Fall möchte ich nach Möglichkeit vorbereitet sein.




      Dass wir beide für eine gewaltfreie Lösung plädieren, ist ja schon ab Beginn klar geworden. Das war ja auch nie ein Streitpunkt.

      Ich hatte nur zu Bedenken gegeben, dass Kinder verrohen könnten, wenn sie es selbst LERNEN sollen, sich zu wehren. Du sagst doch eindeutig, das man sich zur Wehr setzen darf, wenn man angegriffen wird. Wenn ich aber meinen Kinder beibringen will, wie sie sich auch mit Waffen und Fäusten wehren sollen, dann muss ich sie diesen Dingen auch schon frühzeitig aussetzen.

      DAS ist mein Kritikpunkt bzw. meine Frage: Führt es nicht zur Verrohung von Kindern, wenn sie schon früh lernen müssen, sich gegen Gewalt zu wehren?

      Im nahen Osten werden ja auch schon Kindersoldaten gedrillt. Die wollen "eingetlich" ja auch nichts Böses, wie wehren sich ja "nur" gegen die bösen Angreifer.

      Deshalb meine kritische Frage, die ich hier seit Anfang an versuche zu stellen:

      Kann man die Spirale der Gewalt denn nicht nur dann durchbrechen, indem man die Kinder konsequent zum Gewaltverzicht anleitet?



      Gerade weil die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind und gerade weil der Staat mich und meine Kinder vor den Unzulänglichkeiten anderer schützen muß ist es mir völlig unverständlich, daß in den Schulen insgesamt nicht mehr für die Sicherheit des einzelnen Schülers getan wird.


      An den Schulen, an denen schon ganz schlimme Dinge passiert sind, dort wird schon durchgegriffen: Private Sicherheitsdienste, die am Eingang Waffenkontrollen durchführen und natürlich die umstittene Videoüberwachung...

      Aber: Bevor für solche Maßnahmen Geld investiert wird, müssen erstmal ein paar Menschen dafür sterben und eine Menge Blut muss in den Nachrichten zu sehen sein. Erst dann sehen sich die Behörden bemüßigt, etwas zu tun.....

      Das ist ja wie in der Straßenverkehrsordnung: Hinter jeder 30-Zone steht ein Kindergrab :(
      Viele Grüße von
      Beate
      Ist das ein Erfahrungsbericht?

      Würde mich interessieren, welche Schule du besuchst und wie dort konkret mit gewaltbereiten Kids umgegangen wird.

      Was meinst du konkret mit "dann geht der Schuß nach hinten los"? Warum sollten die Lehrer denn die "Falschen" sanktionieren? Kennen die Lehrer denn ihre Schüler nicht? Ich meine, dass man doch nach einer gewissen Weile weiss, welche Schüler friedfertig sind und welche nicht.

      Habe ich dich richtig verstanden, dass an deiner Schule Gewalt nicht sanktioniert wird? Hast du eine Erklärung dafür, warum von den Aggressoren überhaupt die Notwendigkeit gesehen wird, Gewalt anzuwenden?
      Viele Grüße von
      Beate
      Ich ging vor ein paar vor Jahren auch noch taeglich zur Schule. Und bis zur 7. Klasse (Da lebte ich noch in Mecklenburg) waren Rangeleien an der Tagesordnung. Und ich kann dir sagen, das derjenige, der sich zur Wehr setzt, meistens auch der Trottel war, der vom Lehrer abgemahnt wurde (Warum weiss ich nicht, kanns mir nicht erklaeren). Der hatte dann erstmal Ärger mit dem Lehrer, und dann mit seinen Eltern. Das passiert ungefaehr zwei bis drei mal, und dann traut derjenige sich schon nicht mehr, sich zu wehren. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, und habs auch bei Anderen beobachtet.
      Vertrauen sie mir... Ich weiß was ich tue!
      @ FfFCMAD: Das klingt ja ganz wunderbar...
      Einmal mehr sehe ich es dadurch bestätigt, daß die größten Nieten vielfach die Lehrer sind. Es gibt ja auch sowas wie Dienstaufsicht (die nach meiner Erfahrung übrigens auch selten bis nie funktionioert). Ich denke ungeachtet dessen, daß es an der Zeit ist, diesen ganzen Muff endlich mal zu reformieren. Das könnte ein wirksamer Beitrag für eine Besserung der Lage sein. Vor allem müssen diese Blindgänger endlich begreifen, was ihre Aufgaben sind.

      Gruß,
      THW Kiel
      Das was FfFCMAD beschreibt, ist doch so alt wie die Menschheit. Der, der sich zu Wehr setzt ist der Dumme.

      Mein Sohn hatte einige Zeit auch immer dieses Los gezogen. Zwei Mal habe ich in der Schule darauf bestanden, daß die ganze Sache mal durchleuchtet wird. Denn mein Sohn kam mit leichten Verletzungen daheim und ich wollte wissen wer der Verursacher war. Nachdem ich dann mit einer Anzeige bei der hiesigen Schulbehörde und mit einer Anzeige wegen Körperverletzung drohte, kam die Sache ins Rollen. Und ich hockte den ganzen vormittag im Direktorenbüro. Es war wirklich so, daß ein anderer Mitschüler einer höheren Klassenstufe jüngere Schüler verkloppt hatte. Die meisten Schüler haben nichts gesagt aus Furcht vor Ärger in der Schule und daheim. Es kam dann noch heraus, das der Junge aus einem nicht gerade geordneten Familie kam und in der Schule von Anfang an derartig auffiel.

      Viele Grüße,
      Nabila

      ***

      „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
      Konrad Adenauer
      @ Wuestensonne: Eigentlich müßte es nicht so sein, wie Du beschreibst. Gerade das ist ja die Kernfrage - dürfen, sollen oder müssen wir uns zur Wehr setzen, wenn wir angegriffen werden? Von meiner Seite kommt dazu ein ganz klares "Ja"...
      Ich finde es gut, daß Du diesbezüglich den Aufstand gegen die Schule geprobt hast und daß Du offenbar auch Erfolg damit hattest. Hier in Deutschland geht sowas in der Regel anders aus (Stichwort Dienstaufsicht und Blindgänger, siehe mein vorheriger Beitrag). Auch der Aspekt, daß Deine Kinder fortan Nachteile zu fürchten hätten, wäre hier in Deutschland nicht von der Hand zu weisen.
      Leider muß man erkennen, daß die Lehrer, die Schulleitung und die Aufsichtbehörden in der Regel am längeren Hebel sitzen - zumal eine Krähe der anderen bekanntlich kein Auge aushackt.

      Gruß,
      THW Kiel

      Gymnasium Bleckede in Planung

      Zeitpunkt:

      The White Wolf hat einen neuen Artikel erstellt:
      Gymnasium Bleckede in Planung

      Die Weichen für den Start des Gymnasiums Bleckede zum 1. August 2006 sind gestellt: Gestern überreichte Jan ter Horst, Leiter der Landesschulbehörde, in der Elbestadt das Genehmigungsschreiben an Lüneburgs Landrat Franz Fietz. Ter Horst ließ an der Bedeutung des Schrittes keine Zweifel: "Damit verschwindet einer der letzten weißen Flecken auf der Bildungs- landkarte Niedersachsen."
      Gleichzeitig stellte der Leiter der Landesschulbehörde die Genehmigung einer gymnasialen Oberstufe zum 1. August 2011 in Aussicht. Voraussetzung ist, dass sich die Schülerzahlen in den ersten drei Jahren stabilisieren, die vorgeschriebene Mindestgröe der Oberstufe von 66 Schülern dauerhaft erreicht wird. "Damit ist gewährleistet, dass auch die ersten Fünftklässler in Bleckede Abitur machen können", so ter Horst. Zudem glaubt er: "Angesichts sinkender Schülerzahlen ist das Gymnasium womöglich das letzte in Niedersachsen, das noch genehmigt wird."
      Landrat Fietz verteidigte noch einmal den...