Schützengilde Bleckede

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  • Schützengilde Bleckede e.V.
    In ältesten Zeiten war jeder freie Deutsche wehrpflichtig. Durch das Aufkommen der Ritterheere, der Feuerwaffen und des Söldnerheeres verloren zunächst die Landsleute, dann auch die Städter ihre frühere Bedeutung als Krieger. Einsichtige Fürsten hielten aber darauf, daß das uralte Vogel- und Scheibenschießen regelmäßig abgehalten wurde. Daß die Bürger sich im Laufe des Jahres im Schießen übten, daran erinnert noch der Schießgraben in Lüneburg.

    In der Stadt Bleckede war das Scheibenschießen in früheren Zeiten Sache des Magistrats. Es wurde zuerst auf seine Veranlassung, später unter seiner Aufsicht und auf seine Kosten abgehalten. Schon in den ältesten Kämmerei-Rechnungen (etwa seit 1700) finden sich Ausgabeposten für das Scheibenschießen. Der Magistrat stellte Fahne, Trommel und Scheibe zur Verfügung. Auch zahlte er eine Prämie für den Schützenkönig, die anfänglich 2 Taler betrug, und gab den Bürgern etwas zum besten, meistens zwei halbe Faß Bier und später auch Branntwein. 1756 hob Bürgermeister Koch in einem Streit mit dem Amt Bleckede um die Rechte der Stadt als besonderes Privileg hervor: "Wir dürfen mit Fahne und Trommel zum Scheibenschießen ausziehen." Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde es weniger wichtig, daß sich der einzelne Bürger durch eigene Übung Kriegstüchtigkeit erwarb, er wurde ja zum Wehrdienst eingezogen, wo er eine mehrjährige Ausbildung durchmachen mußte. Das Scheibenschießen verlore hierdurch seine Bedeutung als Ausbildung für den Wehrdienst. Aus dem Scheibenschießen wirde ein Schützenfest, das einmal jährlich abgehalten wurde und sich zu einem Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes entwickelte.

    In Bleckede wurde das Schützenfest alljährlich -bis in die heutige Zeit- gefeiert. Nur im Hungerjahre 1847, in den Kriegsjahren 1866, 1914-1919 und im Sommerhochwasserjahr 1936 fiel das Schützenfest aus. Der II. Weltkrieg brachte eine Unterbrechung von neun Jahren, und zwar von 1940 bis 1949. Seit dem Jahre 1824 zahlt der Magistrat einen jährlichen Zuschuß von 24 Talern. Träger des Schützenfestes war der Vorstand der Schützengesellschaft, der die Abrechnung dem Magistrat vorzulegen hatte. Der Schützenkönig war bis zum Jahre 1873 für das betreffende Jahr von allen Bürgerlasten befreit und erhielt eine Prämie vom Magistrat in Höhe von 25 Talern. Die letzte Abrechnung darüber stammt aus dem Jahre 1877. Seit dem Jahre 1786 sind die Bleckeder Schützenkönige namentlich festgehalten.

    am 22. Mai 1885 beschloß der Vorstand der Schützengesellschaft, sich aufzulösen, da sich im Jahr zuvor hier ein Schützenkorps gebildet hatte. Der Vermögen der Gesellschaft wurde dem Magistrat mit der Bedingung überwiesen, daß bare Geld zum Besten des Schützenfestes, hauptsächlich zur Verbesserung des Schützenplatzes, zu verwenden. Die Satzungen des gegründeten Korps tragen die Bezeichnung Schützengilde Bleckede vom 02. März 1884 (Dokument siehe im Datenbankbereich).

    Die Schützengilde hat von alters her das Recht, das Schützenfest auf dem Grundstück der Realgemeinde abzuhalten. Neben dem Schützenplatz wurde früher in jedem Jahr ein Schießstand von 80 Meter Länge errichtet und daneben ein Trinkzelt aufgestellt. Durch Glockenzeichen wurde der beste Schütze bekanntgegeben.

    Am 18., 19., 20. und 25. Mai 1913 wurde im heutigen Ölhofgelände das erste Verbandsschießen abgehalten. Die Beteiligung war sehr gut. Im Jahre 1928/1929 wurde von der Schützengilde ein neuer Schießstand mit fünf Ständen auf 175 Meter durch den Unternehmer Carl Duve aus Bleckede gebaut. 1936 wurde ein Kleinkaliberstand auf 50 Meter errichtet.

    Nach 1945 wurde unser Schießstand von der Besatzungsmacht beschlagnahmt und die Scheibenstände völlig zerstört. Von der Schießhalle waren nur die Ringmauern stehen geblieben. 1949 wurde dann zum ersten Male nach dem Kriege wieder das Schützenfest gefeiert. Im Jahre 1951 gab es sogar zwei Schützenfeste in Bleckede. Neben dem regulären Schützenfest fand im September 1951 ein zweites statt. Auf diesem wurde unter Mitwirkung der Schützengilde der Heimatfilm "Grün ist die Heide" gedreht. 1952 wurde dann der Schießstand wieder instand gesetzt, damit das Sportschießen besser gepflegt werden konnte, jedoch nur auf 50 Meter für Kleinkaliber. 1957 wurden noch vier Stände auf 10 Meter für Luftgewehr eingebaut.

    Im Jahre 1986 fand das 200. Jubliläumsschützenfest der Schützengilde Bleckede statt.

    Im Jahre 1987 wurde die Schießhalle dann im Zuge der Deichbaumaßnahmen und der Errichtung des benachbarten Bleckeder Hauses abgerissen und durch eine neue, die heutige Schießhalle, ersetzt. Im Mai 2000 richtete ein durch Brandstiftung verursachter Brand erheblichen Schaden an. Die Anlage ist heute auf dem neuesten Stand der Technik, vollelektronisch, geeignet für Luftgewehr, Luftpistole, Kleinkaliber, Sportpistole, Großkaliber und verfügt über 10 Stände in den Entfernungen von 10, 25, 50 und 100 Metern. Zudem verfügt sie über eine Duellschießanlage, über laufende Keiler und Kipphasen.

    Das Bleckeder Schützenfest hat sich den Charakter eines Volksfestes bis heute erhalten können und ist in der näheren und weiteren Umgebung bei alt und jung sehr beliebt. Heute ist das Bleckeder Schützenfest das größte Schützenfest im Landkreis Lüneburg. Möge uns dieses uralte Brauchtum noch lange erhalten bleiben.

    Die Homepage der Schützengilde Bleckede ist hier zu finden.

    Quelle: Festschrift 750 Jahre Stadt Bleckede, eigene Ergänzungen.

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