Bockwindmühle in Brackede

  • Nachdem ich vor einiger Zeit im alten Forum ja schon mal um Unterlagen zur alten Bockwindmühle von [lexicon]Brackede[/lexicon] gebeten hatte, habe ich kürzlich ein Photo der Mühle erhalten. Leider ist die Qualität nicht so gut und die Bildquelle ist zudem unbekannt.


    Herausfinden konnte ich in der Zwischenzeit zudem, daß die Mühle wohl ursprünglich aus dem Jahre 1705 stammte. Sie hat eine ziemlich bewegte Geschichte hinter sich.


    Errichtet wurde sie demnach vermutlich um 1705 bei Gardelegen in der Altmark. Die älteste an der Mühle gefundene Jahreszahl war jedenfalls die von 1705.
    Im Jahre 1870 wurde sie dann das erste Mal umgesetzt nach Wilsche bei Gifhorn.
    Der nächste Standortwechsel war dann im Jahre [lexicon]1947[/lexicon]. In diesem Jahr holte der aus Schlesien stammende Müller Kretz sie in seinen Wohnort Grafhorst bei Helmstedt.


    Bis ins Jahr [lexicon]1954[/lexicon] war die Mühle in Grafhorst bei Helmstedt in Betrieb. Nach dem Tod des Müllers Kretz im Jahre [lexicon]1954[/lexicon] fand sich aber niemand mehr, der die Mühle weiter betreiben wollte. Die Mühle verfiel und es fand sich niemand, der sie retten wollte oder konnte. Im Jahre [lexicon]1973[/lexicon] bot sie ein ganz trauriges Bild, übrig geblieben war zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Ruine. [lexicon]1978[/lexicon] wurde dann vom Landkreis Helmstedt eine Abbruchgenehmigung erteilt - unter der Auflage, sie an einem anderen Ort originalgetreu wieder aufzubauen.


    So kam diese alte Bockwindmühle (oder besser gesagt, die noch verbliebenen Reste der Ruine) dann im Jahre [lexicon]1978[/lexicon] nach [lexicon]Brackede[/lexicon]. Bis [lexicon]1981[/lexicon] war die Mühle dann in mühseliger Kleinarbeit in alter Pracht rekonstruiert worden. Das einzige, was jetzt noch fehlte, waren die vier Flügel, die schließlich im Jahre [lexicon]1984[/lexicon] angebracht wurden. In den Jahren [lexicon]1986[/lexicon]/[lexicon]1987[/lexicon] war man gerade dabei, die tragenden Teile der Mühle zu verstärken, als sie Mitte [lexicon]1987[/lexicon] Opfer eines Sturmes wurde und umkippte. Der entstandene Schaden war erheblich. Leider wurde sie danach nicht wieder aufgebaut, sodaß dieses Brackeder Wahrzeichen leider nicht sehr lange bestanden hat und nun für immer verloren ist.


    Gruß,
    THW Kiel

  • Ein interessanter Bericht.


    Wie ist man denn auf den Standort [lexicon]Brackede[/lexicon] gekommen, zwecks orignalgetreu Wiederaufbau?


    Viele Grüße,
    Nabila


    ***


    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
    Konrad Adenauer

  • @ Wuestensonne: Der Standort [lexicon]Brackede[/lexicon] hat sich damals ergeben aus dem "Museumsdorf". Ein Hamburger Kaufmann hat Mitte der 1970er Jahre damit begonnen, alte Häuser, die an anderer Stelle abgebaut wurden, in [lexicon]Brackede[/lexicon] originalgetreu wieder aufzubauen. Eines der dortigen Gebäude ist der umgesetzte Speicher aus [lexicon]Bleckede[/lexicon], der hier im Forum auch schon mal Thema eines Rätsels war. Im Laufe der Jahre entstand so ein "Freilichtmuseum" in [lexicon]Brackede[/lexicon] am Elbdeich. Die Windmühle war zwar auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dennoch war sie ein Teil des "Freilichtmuseums" in [lexicon]Brackede[/lexicon].


    Der originalgetreue Wiederaufbau ist der Abbruchgenehmigung des Landkreises Helmstedt von [lexicon]1978[/lexicon] geschuldet, die diese eben nur unter der Auflage, die Mühle an anderer Stelle originalgetreu wieder aufzubauen, erteilt hat (siehe oben).


    Gruß,
    THW Kiel