Ami-Tradition in Barskamp-Karze-Scharnebeck

  • Hier eine Seite vom Pony-Express, der jedes Jahr durch [lexicon]Barskamp[/lexicon] geht.
    Ich bin einige Jahre mitgeritten, seit der Geburt meiner Tochter jedoch nicht mehr. Meist wird jetzt viel an den Zeiten gekürzt, da Reiter und Pferde immer schneller werden.
    Ich bin damals immer die Strecke [lexicon]Karze[/lexicon] - [lexicon]Barskamp[/lexicon] oder umgekehrt (wechselt jedes Jahr) mitgeritten. Die Route führte aus [lexicon]Barskamp[/lexicon] raus hinter Göddingen bis zu Kühl. Von dort dann weiter nach [lexicon]Breetze[/lexicon], dann ein kurzes Stück in Richtung Hauptstraße (Strecke Lüneburg-[lexicon]Bleckede[/lexicon]), dort ein weiteres Mal eine Straßenüberquerung bis weiter ins [lexicon]Bleckeder Moor[/lexicon]. Treffpunkt bzw. Ziel war oft ein Acker auf der Strecke [lexicon]Karze[/lexicon]-Neu Neetze, meist auf Höhe zweiter [lexicon]Moorweg[/lexicon]. Die Strecke soll ungefähr 20 km betragen. Zeitvorgabe: 80 Minuten.
    Die Strecke ist in der Zeit zu schaffen, es ist sogar zu schaffen, daß man gute 20-30 Minuten rausreiten kann. Allerdings verlangt dieses eine hohe Kondition an Pferd UND Reiter.
    Dazu kommt, daß man zu zweit reitet (man muß 2 Satteltaschen transportieren), die Taschen beim Galoppieren klappern (vielmehr die Schlösser) und für die Pferde das oft Neuland ist.
    Dann gibt es noch die oft vorkommenden Verspätungen von meist 2-4 Stunden. So kann es schon mal sein, daß ein Nachmittagsritt in der Nacht gestartet wird, weil ein Pferd auf einer vorherigen Etappe ein Eisen verloren hat und geführt werden mußte oder sich verletzt hatte.
    Pflicht ist hierbei jedoch, die anvertrauten Satteltaschen bis zur nächsten Station weiter zu befördern. Zu Pferd oder halt zu Fuß.
    Eine Station führt über die Elbe, die oft mit Boot bestritten wird. Kommt man an seiner Station an, hat Zeit rausgeritten und der Nachfolger ist noch nicht da, hat man die Post weiterzutragen, bis ein weiterer Reiter einem diese abnimmt.
    Hier trifft man oft Westernreiter, Freizeitreiter oder sogar Turnierreiter. Alle mit dem gleichen Ziel: Spaß und ein bißchen Abenteuer zu erleben, bei dem das Wohl des Pferdes jedoch an erster Stelle stehen soll.
    Gewöhnlich reiten bei Nacht 3 Reiter zusammen. Jeder angemeldeter Reiter bekommt 2 Postkarten mit einem Stempel, der jedes Jahr wechselt. Diese Postkarten können an Familie, Freunde etc. verschickt werden. Die Karten werden somit in den Taschen über die gesamte Strecke transportiert, bis sie dann auf normalem Weg per Post bei dem Adressaten ankommen.
    Schon oft kam es vor, daß einige Etappen durch Moore reiten mußten und Pferd und Post dabei nass wurden.
    Der Ritt stellt einige Bedingungen an den Reiter, die bei der Anmeldung bzw. Vereidigung auf die Bibel geschworen werden müssen. Dazu gehört, die Post auf schnellsten Weg an die nächste Station zu bringen, sich vernünftig gegenüber anderen Reiter zu benehmen, keinen Alkohol zu konsumieren und stets auf sein Pferd und sich zu achten.
    Bei dem ersten Ritt erhält man dann eine Bibel, die nach jedem weiteren Ritt einen Jahresstempel bekommt. Beim 2. Ritt bekommt man das gelbe Halstuch, beim 3. Ritt darf man dann das geschenkte rote Hemd tragen.
    Nach jedem Ritt bekommt man meist eine Urkunde mit einem Foto der Vereidigung ausgehändigt.
    Die Atmosphäre ist locker, freundlich und fast familär.
    Letztes Jahr hat die LZ davon mal berichtet. Schade, daß die Elbmarschpost von solch etwas nie etwas geschrieben hat.
    Ich bin 4-5 Mal mitgeritten, immer Zeit rausgeritten, immer Spaß gehabt. Leider ist sowas mit sehr viel Zeit verbunden, da man sein Pferd auf sowas vorbereiten muß. Zum Glück kannten wir unsere Strecke, so daß wir ohne Karte reiten konnten.


    Hier mal nun der Link: http://www.ponyexpress.12m.de/21173/


    Viel Spaß damit und nun erstmal Guts Nächtle
    blacktownlion okioki