Viehler Höhe

  • Als Kind bin ich oft mit meinem Vater zur Vieler Höhe gefahren und haben den Ausblick genossen.


    Kann man heutzutage auch noch die Stufen hinaufgehen und wie ist es mit der Aussicht bestellt?


    Und wie ist die Vieler Höhe zu seinem Namen gekommen?


    Viele Grüße,
    Nabila


    ***


    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
    Konrad Adenauer

    Einmal editiert, zuletzt von THW Kiel ()

  • Moin,
    im Moment habe ich zur Namensgebung noch keinen blassen Schimmer. Der Ort Viehle liegt ja bekanntlich rechtselbisch, also auf der anderen Seite der Elbe. Evtl. ist die Benennung nach dem Bau der "Mauer" [lexicon]1961[/lexicon] entstanden. Wir haben damals oft mit unseren Verwandten "Wink-Kontakt" gehalten. Sonntags gegen halb vier hat die Cousine meiner Mutter immer die Kaffeedecke vor dem Haus ausgeschüttelt. Das war für uns ganz oft das Zeichen für: Brief / Paket ist angekommen alles ist in Ordnung.


    Heute machen wir das per Telefon und treffen uns regelmäßig!


    Sollte die Bezeichnung tatsächlich wesentlich älter sein wäre das für mich ein Hinweis darauf, das dieser Höhenzug tatsächlich mal zu Viehle gehört haben könnte.


    Wie geschrieben, nichts genaues weiß ich noch nicht. Aber wir werden mal im Kreisarchiv wühlen.


    Gruß
    Grubert

  • Hallo Wüstensonne, Hallo Grubert,


    zum Namen kann ich als Alt Garger auf Anhieb leider keine Erklärungen beitragen. Auf jeden Fall liegt die Viehler Höhe nicht im Bereich [lexicon]Walmsburg[/lexicon], sondern bei [lexicon]Alt Garge[/lexicon]. Unterhalb der Viehler Höhe befand sich das Kraftwerk von [lexicon]Alt Garge[/lexicon]. Daher sollte diese Rubrik nach [lexicon]Alt Garge[/lexicon] "umgebettet" werden, schlage ich vor.


    Auf der Viehler Höhe befinden sich heute noch der Wasserbehälter des ehem. Kraftwerkes und Reste der ehemaligen Zollstation. Daneben befindet sich mit einer Übersichtskarte der Aussichtspunkt Viehler Höhe.


    Die alten Treppen von der Viehler Höhe hinab zur Kreisstraße Spitzkehre - Walsmsburg sind nach wie vor da und auch begehbar.


    Ich habe entsprechende Fotos als Datei anhängen wollen, funktioniert jedoch nicht, da die Dateien zu groß sind. Leider!


    Gruß Manni

  • Nun habe ich der Viehler Höhe das "h" geklaut. peinlich peinlich. hihihihi


    Für mich gehört die Viehler Höhe eigentlich zu [lexicon]Walmsburg[/lexicon], deshalb hatte ich es in dieser Rubrik gepostet. Aber wie das nun amtlich aussieht, das weiß ich nun ehrlich gesagt nicht. Überlege schon die ganze Zeit, nachdem ich Mannis Beitrag gelesen habe.


    Mein Vater und ich möchten gern gemeinsame Ausflüge. Oft und gern zur Viehler Höhe. Ja, und mit dem Fernglas rüber geschaut ob sich was im Osten bewegt.


    Es freut mich zu hören, daß man die Viehler Höhe noch begehen kann. Und das Häuschen unten an der Kreisstraße gibt es auch noch, wie auch den Teich links neben den Zugang zur Treppe?


    Viele Grüße,
    Nabila


    ***


    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
    Konrad Adenauer

  • Viehler Höhe hängt wohl mit dem Ort Viehle gegenüber zusammen. Die richtige Katasterbezeichnung lautet Barskamper Waldabfindung. Gegenüber der Spitzkehre, Richtung [lexicon]Walmsburg[/lexicon], liegen die Viehler Berge. Ich nehme an, dass die Alt Garger oder Barskamper den Aussichtspunkt so genannt haben.

  • Moin,
    da kommen wir doch der Sache näher...


    Barskamper Waldabfindung ist das Stichwort. Und nun brauchen wir nur noch suchen wann denn die Barskamper mit diesem Wald abgefunden wurden (sich abfinden mussten). Ich wette mal, zur Bildung des Kreises [lexicon]Bleckede[/lexicon] oder an irgend einem anderem Datum (wir suchen das noch raus) haben die Barskamper dieses Stückchen Land im Austausch für Land oder andere größere Rechte (Weiderecht, Holzrecht oder so) an anderer Stelle bekommen.
    So wie ich Orts-, und Gewässer-Namen kennen gelernt habe ist der Gebrauchsname oftmals viel älter als die reguläre Bezeichnung.


    Na, mal sehen, Morgen ist Archiv-Tag!


    Gruß
    Grubert

  • Ich habe dem Eröffnungsbeitrag dieses Threads erstmal das fehlende "h" gegönnt...


    Die Gegend, in der sich die heutige "Viehler Höhe" befindet, nennt sich neben den hier bereits genannten Ortsangaben in der Vergangenheit "Viehler Berge". Die Belegenheit ist auf der hiesigen Elbseite direkt gegenüber der auf der anderen Elbseite belegenen Ortschaft Viehle.


    Mit dem Bau der Mauer, wie von Grubert vermutet, kann es eigentlich nichts zu tun haben. Hiergegen spricht die Nennung der "Viehler Berge" in alten Karten. Diese Bezeichnung ist deutlich älter.


    Ebenso wenig dürfte es einen Zusammenhang zu [lexicon]Walmsburg[/lexicon] geben. Eher würde ich diesen zur ehemaligen Gemeinde Garge ([lexicon]Alt Garge[/lexicon], Neu Garge, [lexicon]Wohld[/lexicon] - Viehle) sehen. Was hierzu allerdings nicht passen würde, ist die Geschichte mit der Barscamper Waldabfindung.


    Ich vermute daher, daß es einen direkten Zusammenhang zur Ortschaft Viehle gibt. Möglicherweise spielt der in der Geschichte wechselvolle Stromverlauf der Elbe hier eine Rolle und die Viehler Berge haben irgendwann mal zu Viehle gehört.


    Gruß,
    THW KIel

  • Hallo,


    ich habe eine Schulwandkarte von ca. [lexicon]1906[/lexicon], in der von den Viehler Bergen im Bereich der Viehler Höhe die Rede ist in der Bildergalerie des Forums unter dem Stichwort Viehle entdeckt. Weitere Hinweise habe ich leider noch nicht gefunden.


    Gruß Manni


    [gallery]621[/gallery]

  • Nach dem Statistischen Handbuch für das Königreich Hannover, das im Jahre 1848 von der Schlüter`schen Hofdruckerei in Hannover gedruckt wurde, gehören die heute rechtselbisch belegenen Dörfer Stiepelse, Neu Garge und Viehle zum linkselbisch belegenen Kirchspiel [lexicon]Barskamp[/lexicon] und auch zur Voigtei [lexicon]Barscamp[/lexicon].


    Diese Tatsache dürfte eindeutig auf alte Umstände zurückzuführen sein, die so aber rein geographisch schon 1848 überholt waren. Womit gleichzeitig der Beleg erbracht sein dürfte daß die Elbe vor der Aufstauung einen anderen Flußlauf gehabt haben muß. Im heutigen Amt Neuhaus belegene Gewässer wie Teile der Krainke oder auch der Sumter See dürften Reste des ehemaligen (bis etwa 1600) Elbflußlaufes sein.


    Ferner dürften diese Umstände auch die Anmerkung von Nobbes bezüglich der Barscamper Waldabfindung erklären. Viehle lag also ursprünglich tatsächlich linkselbisch, direkt unterhalb der Viehler Höhe bzw. der Viehler Berge.


    Gruß,
    THW Kiel

  • Moin,
    gut gemacht!


    Wenn wir jetzt noch eine alte Karte finden auf der das tatsächlich so eingezeichnet ist haben wir dieses Rätselchen gelöst. Aber auch so scheint die sache sehr klar. Viehle lag am Fuße der Viehler Berge. Man konnte vom berg runter ins Dorf gehen ohne nasse Füße zu bekommen.


    Alleine diese Vorstellung ist schon recht eigentümlich, aber so ist sie nun mal , die Elbe.


    Gruß
    Grubert

  • Herzlichen Dank für die Recherchen.
    Ich finde das Thema sehr interessant.


    Viele Grüße,
    Nabila


    ***


    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
    Konrad Adenauer

  • Hallo erstmal....


    hier noch eine Ergänzung zu diesem an sich ja schon geklärten Thema: Grubert: ich fürchte mit der Karte wo der alte Elbverlauf eingezeichnet ist, wird das nichts wenn es nach Dr. Ludwig Hoffmeyer geht. Ich zitiere mal aus dem Buch "Zur Geschichte des Kreises [lexicon]Bleckede[/lexicon]" 2. Auflage von [lexicon]1941[/lexicon], Kapitel VI. Die Gewässer des Kreises:


    .... Die häufig vorkommene Bezeichnung "alte" oder "taube" Elbe lässt vermuten, daß jene Gewässer Reste eines alten Elbebettes sind, daß die Elbe einst von Dömitz ab in gerader Richtung, etwa im Zuge der Krainke nach Boizenburg geflossen ist. Für diese Ansicht spricht auch, daß die jetzt auf dem rechten Ufer gelegenen Dörfer Gülstorf, Viehle, Stiepelse zur Barskamper Kirche, Sumte und Krusendorf zum Amte [lexicon]Bleckede[/lexicon] gehörten. Bevor die Elbe durch Deiche eingezwängt war, wurden ihre Fluten auf dem linken Ufer nur durch die Sandberge beschränkt, die sich von Hitzacker bis nahe vor [lexicon]Bleckede[/lexicon] hinziehen, auf dem rechten Ufer durch einen Geestrücken zwischen der Krainke und Rögnitz. In dieser weiten Ebene warf sie ihren Hauptstrom bald hierhin, bald dorthin, wie noch heute die Fahrrinne des eingezwängten Stromes sich in jedem Winter verlegt. Wie lange es gewährt hat, bis der Strom seine jetzige, westliche Richtung beibehielt, wann diese Umlegung stattgefunden hat, wissen wir nicht. [lexicon]1209[/lexicon] hatte er den [lexicon]Flecken Bleckede[/lexicon] von seinen Weiden bereits getrennt; das Bleckeder Holz, Stiepelse, Krusendorf, Sumte und Viehle lagen auf dem rechten Elbufer......


    Soweit Dr. Hoffmeyer, vielleicht gibt es ja mal neuere Erkenntnisse.


    Gruß
    Rainer