Die seltsamen Wege der Post anno 1899

  • Kürzlich ist mir die anliegende Postkarte in die Hände gefallen. Ich würde diese als kleine Kuriosität aus dem Jahr [lexicon]1899[/lexicon] bezeichnen.


    Verschickt wurde sie am 04. Mai [lexicon]1899[/lexicon] von Lüneburg nach Nindorf. Leider war die Ortsangabe Nindorf so unpräzise daß die Karte eine Rundreise durch Norddeutschland gemacht hat bis sie nach vier Tagen bei der Empfängerin in Nindorf eingetroffen ist. Interessant ist zudem, daß die Post vor 111 Jahren mindestens ebenso schnell war wie heute.


    Aber der Reihe nach:


    04.05.[lexicon]1899[/lexicon] mit Zug 12 der Bahnpost Lüneburg-Lbeck von Lüneburg aus verschickt. Zug 12 deutet darauf hin, daß die Aufgabe nachmittags bzw. abends erfolgte.


    05.05.[lexicon]1899[/lexicon] zwischen 9 und 10 Uhr vormittags Ankunft und Zustellversuch in Niendorf (Ostsee). Der 1. Fehlversuch.


    06.05.[lexicon]1899[/lexicon] zwischen 10 und 11 Uhr vormittags Ankunft und Zustellversuch in Nindorf Kr. Rendsburg. Der 2. Fehlversuch.


    08.05.[lexicon]1899[/lexicon] zwischen 7 und 8 Uhr vormttags Ankunft und Zustellversuch in Niendorf Kr. Pinneberg. Der 3. Fehlversuch.


    08.05.[lexicon]1899[/lexicon] zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags Ankunft und Zustellversuch in [lexicon]Barscamp[/lexicon] bzw. Nindorf. Der 4. Versuch brachte Erfolg.



    So kam es zu dieser Viertagesreise durch Norddeutschland. Mit Nindorf bei [lexicon]Barscamp[/lexicon] bzw. [lexicon]Bleckede[/lexicon] wurde eine der naheliegendsten Lösungen als letztes in Betracht gezogen.


    Gruß,
    THW Kiel

  • Oh doch! Damals hat die Post noch zuverlässig dafür gesorgt, daß die Karte beim Empfänger auch ankommt. Heute dürfte die Wahrscheinlichkeit dagegen eher dafür sprechen, daß die Karte irgendwo während der Rundreise verloren geht und den Empfänger nicht mehr erreicht.


    Gruß,
    THW Kiel

  • So kam es zu dieser Viertagesreise durch Norddeutschland. Mit Nindorf bei [lexicon]Barscamp[/lexicon] bzw. [lexicon]Bleckede[/lexicon] wurde eine der naheliegendsten Lösungen als letztes in Betracht gezogen.


    Als die Naheliegendste Lösung nur weil es eines der dichtesten Niendörfer ist würde ich es nicht bezeichnen.


    Eine Post/ Ansichtskarte schicke ich im Regelfall aus dem Urlaub und der ist in der Regel nicht nebenan.
    Natürlich war die Motorisierung damals noch nicht vorhanden und Lüneburg wurde nicht täglich mal schnell von hier aus angefahren aber als Urlaubsziel von hier aus?


    Mir wären da jetzt auch noch einige andere Niendörfer eingefallen an die man die karte noch versenden könnte.

  • Ich glaube, so mancher Brief macht heute genauso lange Wege in Deutschland. Oder er wäre dem Absender sofor zurück gesandt worden - Unzustellbar, mangelnde Adressangaben. Das Staatsunternehmen Post war früher 1.000 % besser als heute. Übrigens es gibt auch keine Steuerkarten mehr, die verschwinden können. Der Ausdruck auf Papier wurde eingestellt. Zukünftig muss man sich an sein Finanzamt wegen Änderungen wenden. Bei 60 Mio Karten können keine mehr verloren gehen, der Post fehlen aber auch 30 Mio Eur und Arbeit!