Beiträge von Laurentinus

    Auf Anordnung des Herzogs Christian von Lüneburg, anfang 1620 bekam Fritz von dem Berge, den Auftrag : die zu stellenden Pferde, Knechte, Rüstzeug, Pistolen, Bandolierröhren (Gewehre) und was sonst zum Kriegführen gehört, bereit zu halten.


    Auch 200 Pferde und befahl, alle wehrfähigen Männer mit Gewehren und Spaten nach Winsen an der Luhe zu senden.

    Fritz von dem Berge berichtete, daß das Schloß in Bleckede nicht fest sei, und bat um Pulver und Blei. Die Fürsten des niedersächsischen Kreises hatten nur den Wunsch den Krieg aus ihren Gebieten fernzuhalten. Aber die zusammengerufene Wehrmacht wurde dem eigenen Lande lästig.

    Schon am 20 Feb. 1620 besetzte Fritz von dem Berge Bleckede


    es wurden über 200 Männer Zwangseinquartier. Sie quälten und beraubten die Einwohner des Amtes Bleckede. In Nahrendorf und stahlen sie der Frau Pastor 2 goldene Ringe. Die Reiter brandschatzten die Bruch- und Marschdörfer, nahmen Geld, Mettwürste, Speck, Leinen, Eier, zerschlugen die Fenster und schossen. In Karze und Vogelsang erpreßten sie 5 1/2 Malter Sandhafer, so daß die Leute nicht genug zum Säen behielten, sondern Land liegen lassen mußten.

    Sie beklagten sich dieserhalb beim Amtmann. Der schrieb einen Brief an den Rittmeister Oldenhaupt, zeigte die Räuberei aber auch dem Herzog Christian an, der den Amtmann Roffsack in Bleckede beauftragte, ein genaues Verzeichnis aller von den mecklenburgischen Truppen angerichteten Schäden einzuschicken. Einige damit beauftragte lüneburgische und mecklenburgische Beamte trafen sich in Boizenburg und setzten gemeinsam den Schaden fest. Die Mecklenburger mußten einen Schadensersatz von 1927 Thaler leisten.

    Christian von Braunschweig hatte den Kreis verlassen und war im Münsterlande von Tilly besiegt Dieser blieb aber mit seinem Heere an der Grenze des Niedersächsischen Kreises stehen. So ständig bedroht, wählten die Fürsten des Kreises auf einer Tagung zu Lüneburg den König Christian IV. Von Dänemark zu ihrem Obristen, obwohl er nur nach Eroberungen in Deutschland trachtete. Um diese Zeit erhielt der Kaiser eine Bedeutende Hilfe von Wallenstein, der ihm ein starkes Heer stellte, das ihm nichts kostete. Christian von Dänemark überschritt mit 2500 Mann bei Stade die Elbe und marschierte an die Weser. Georg, der weitsichtigste und willenkräftigste der welfischen Brüder (S.16) fürchtete, daß es jetzt zum Kampfe komme und daß Christian von Dänemark der Übermacht des Kaisers erliegen werde. Um die welfischen Herzogtümer zu retten, knüpfte er deshalb Verhandlung mit dem Kaiser an und trat in dessen Dienste. Die Dänen schwuren Rache.

    1633 starb Herzog Christian von Lüneburg; ihm folgte sein nächst jüngerer Bruder August. Dieser starb schon 1636; nachdem er kurz zuvor die Regierung seinem jüngeren Bruder Friedrich übertragen hatte.

    Nach Gustav Adolfs Tod übernahm der Kanzler Orenstierna die Leitung der schwedischen Angelegenheiten. Die mit Gustav Adolf verbunden gewesenen deutschen Fürsten wollten sich ihm nicht unterordnen, wie dem verstorbenen Könige. Die Burg Bleckede hatten sie noch immer besetzt. 1639 befahl der schwedische General Baner dem Kommandanten in Bleckede, die Elbe zu sperren, damit der feindlichen Garnison in Dömitz nicht Lebensmittel zugeführt werden könnten. 1640 verlangte die schwedische Besatzung auf dem Schloß die Lieferung von Decken und Laken, während das Amt an Herzog Friedrich berichtete: "Die armen Leute können sich und ihre fast nackten Kinder in dieser Winterkälte kaum decken." Als 1641 General Torstensohn nach Bleckede kam, verlangte sein Kommandant das Holz zur Befestigung des Schlosses. Herzog Friedrich aber befahl dem Amtmann Krüger, sich mit diesem Befehl zu dem schwedischen Gesandten Salvius in Hamburg zu begeben und ihn um Rücknahme des Befehls zu bitten, da das benachbarte Holz gänzlich verwüstet und die Einwohner durch ständige Durchmärsche und Einquartierungen so zugerichtet seien, daß den meisten die notwendigsten Lebensmittel fehlten. 1641 mußte der Flecken 1000 Mann einnehmen, für jeden forderte man täglich 2 Pfund Brot, 1 Pfund Fleisch und 2 Maß Bier.



    1642 zog der bekannte Oberst Derfflinger durch das Amt Bleckede. Wiederholt mahnte Herzog Friedrich bei bevorstehenden Durchzügen seine Landeskinder, die Ernte rechtzeitig zu bergen, das Vieh zu verstecken. In demselben Jahre lagen im Amt Bleckede 6 Wochen lang 4 schwedische Regimenter. Das kostete außer der Einquartierungslast an barem Gelde und zerstörten Sachen 3252 Thaler. In Moislingen wurde die Mühle verwüstet, die Steine zerschlagen, in Sommerbeck ein ganz neues Haus niedergebrannt. Quickborn wurde ganz abgebrannt, in Nindorf blieb nur 1 Haus stehen. Durch das Derfflingische Regiment litten besonders Wendischthun, Garge und Viehle. 1643 waren in der Vogtei Barskamp Schweden und Kaiserlich einquartiert. Der kaiserliche General Graf Kinsky führte 3 Regimenter durch Bleckede, was dem Flecken 1648 Thaler kostete. 1644 zogen aus Holstein kommende schwedische und kaiserliche Truppen durch Bleckede. Vor dem Flecken lagen 10 tote Krieger und so viele tote Pferde, daß der Bleckeder Abdecker den Lüneburger Nachrichter und dessen Knecht zur Hilfe rief, um bei der großen Hitze die Kadaver möglichst rasch zu beseitigen. In demselben Jahre hat auch die Vogtei Wiebeck schwer gelitten. Die Einwohner verloren 3243 Diemen = 6486 Himten Roggen, 1 H. zu 4 Sch. = 2432 Thaler 537 Diemen oder 2148 Hat. Hafer, 1 Ht. zu 4 Sch. = 402 Thaler 24 Sch.,313 Diemen oder 939 Hat. Gerste, 1 Ht. zu 14 Sch. = 410 Thaler 26 Sch. 290 Körbe Immen = 435 Thaler, 2 Sack Erbsen = 9 Thaler, 2 Wichthimten (Malter) Buchweizen = 9 Thaler, 154 Fuder Heu = 308 Thaler, für Rindvieh und Schweine 872 Thaler, für Hausgerät und Kleider 119 Thaler, zusammen 5057 Thaler 18 Sch. (1Thaler = 32 Sch.) ohne was verbrannt oder zerschlagen wurde. 1645 verlor das Amt 4798 Thaler durch die Einquartierung. 1646 schrieb ein Schwedischer Oberst von Boizenburg an den Amtmann in Bleckede: "Wie ich von meinen Offizieren erfahre, sind aus denjenigen Ortschaften, durch welche ich ziehen muß, sämtliche Einwohner entwichen, so daß dort auch nicht ein einziger Wagen zur Fortschaffung der Bagage aufzutreiben ist. Sorgt dafür, daß sie zurückkehren, es soll ihnen nicht der geringste Schade zugefügt werden.


    nea89 ? ein Denkmal für einen Kriegs..........?

    Die Burglehne zu Bleckede


    Die ältesten Burgmänner, deren Namen uns überliefert sind, waren die von Todendorf, von Grabow, von Lintloe. 1291 wird Ludolf Moltsan , 1299 sein Sohn Otto genannt. Ihr Lehen ist wahrscheinlich an die Familie von Estorf übergegangen. In der Zeit von 1259 bis 1350 werden von Rybo oder Ribe genannt, deren Lehen ebenfalls an die von Estorf gekommen ist. Das Lehen derer von Thune, die hier 1271 bis 1350 vorkamen, erhielten die von Wittorf und von ihnen die von Spörcken. Außerdem kommen noch die als hiesige Burgmänner vor die Pusteke, Gerwig, Lobeke und Hiddesacker. Nach dem Amtsregister gab es seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts 11 Burglehne im Besitze der Familien von Wittorf-Spörcken, Grote, Estorf, Badendorf und Hogrefe, ohne daß nachweisen läßt, wie diese in den Besitz gelangt und wer die Vorbesitzer gewesen sind. Schon damals waren die Gebäude einfache, zum Teil elende, an Handwerker vermietete Häuschen; doch waren mit den einzelnen Lehen noch wertvolle Besitzungen an Land, Wiesen und Holzungen verbunden. Je mehr das Schloß den immer furchtbarer werdenden Feuerwaffen gegenüber an Bedeutung verlor, desto mehr sank auch die Aufgabe der Burgmänner. Einige verkauften ihr Lehen, andere hielten es fest, weil mit ihnen die Berechtigung zur Teilnahme an dem Landtage der Lüneburgischen Ritterschaft verknüpft war. 1611 kaufte Fritz von dem Berge die beiden Hogrefeschen Burglehne für das Amt an und vereinigte ihren an der Straße Burglehn gelegenen Besitz mit dem Schloßgarten.




    Welche Vorteile mit einem Burglehnsbesitz verknüpft waren, möge folgender Bericht zeigen, den das Amt Bleckede 1693 der Regierung in Celle einsandte, als das Bodendorfsche Lehen frei wurde: 1. Freiheit von Abgaben und Diensten. 2. Mast im Bleckeder Holz für die ganze Deeltucht, wenigstens für 8 Schweine. 3. Bau- und Brennholz aus dem Bleckeder Holz. 4.Hude und Weide für Pferde, Kühe, Schafe und Schweine nur gegen Entrichtung des Hirtenlohnes. 5.Ackerland für 3 Sack Hafer Einsaat, eine Wiese, die 1 1/2 Fuder Heu lieferte. 6.Wohnhaus mit Garten. 7.Kirchenstuhl. Als Last ruhten auf dem Lehn eine Gabe an die Kirche nach Belieben, sowie die Unterhaltung einer 8 Fuß langen Deichstrecke zwischen Wendischbleckede und Wendischthun. Der Deich war erst 1688 angelegt. Dies Lehn kam durch Verkauf in verschiedene Hände, 1792 an den Kriegskanzlisten Preuß in Hannover.


    1642 übertrug von Estorff eins seiner Burglehne einem Maurer, solange dieser männliche Nachkommen haben würde, unter folgenden Bedingungen: Du mußt getreu und hold sein, meinen Schaden verhüten, für mein Bestes sorgen und folgende Pflichten erfüllen: 1. Bei de Neu-Uebenahme - wenn ein neuer Lehnsherr oder Lehnsinhaber eintritt - den (nicht festgesetzten!) Weinkauf, 2.jährlich 3 Thaler zahlen und 3.für mich im Winter und Sommer, so oft ich deine bedarf, bei eigener Kost und für einen Tagelohn von 9 Mgr. Arbeiten. 1740 überließ von Estorff ein über 100 Jahre wüst gelegenes Burglehn dem Kornschreiber Wickhardt, das nach wenigen Jahren ein Vogelsang erwarb.
    1755 zeigte von Estorfff-Neetze an, daß er auf seinem freien adligen Lehnacker bei Wendischthun 6 Katen errichten wolle, und verlangte dafür freies Bauholz aus dem Bleckeder Holz, was aber abgeschlagen wurde. Die Ansiedler auf dem von Estorffschen Acker mußten ihrem Grundherrn einen jährlichen Erbschaftszins zahlen. Von Estorff hatte einem Aussiedler gestattet, eine Schenke zu eröffnen, was ihm aber vom Amte Bleckede verboten wurde. 1779 standen dort 20, 1925 standen dort 28 Katen. Den Erbzins haben die Ansiedler längst abgelöst.
    Die Straße Burglehn gehörte auch im Jahre 1925 noch nicht zum Flecken Bleckede, ihre Bewohner waren exempt, d.i. dem Magistrat des Fleckens nicht unterstellt, von Fleckens-Abgaben und - Lasten befreit. Ja die Bewohner des Burglehns weigerten sich sogar, zu der Pflasterung ihrer eigenen Straße etwas beizutragen, die auf ihr Lehn entfallende Deichstrecke zu unterhalten und zu den in Kriegszeiten vom Magistrat angeordneten Musterung zu erscheinen. Als dieserhalb de Magistrat auf dem Burglehn Pfändungen vornehmen ließ, beschwerte sich der Lehnsherr Otto von Estorff, Domherr zu Ratzeburg und Schwerin, bei der Regierung in Celle, die deshalb Bürgermeister und Rat zum 3.12.1606 zur Vernehmung nach Celle vorlud. Als diese zum Erlaß der beschwerlichen Reise mit der Begründung baten: " dewile wi olde verlewede Personen sin", sandte die Regierung einen Rat nach Bleckede, der mit dem Magistrat den Streit dahin schlichtete, daß jeder gepfändete gegen Erlegung von 3 Schilling sein Pfand zurückerhielt, in Zukunft sich aber zu den Musterungen stellte. Als 1612 der Rat abermals von Estorffsche Lehnsträger wegen Versäumung ihrer Deichpflicht gepfändet hatte, untersagte die Regierung dies dem Rate zwar, gebot aber dem Lehnsherrn, seine Hintersassen zur Befolgung der Deichordnung einzuhalten.
    1925 waren noch folgende Burglehne vorhanden. Nr. 1 und 2, an der Südseite der Straße gelegen gehören Graf Grote-Schauen. Nr. 3, neben der Neuen Straße und dem Burglehn gelegen, gehört dem vor kurzem verstorbenen Landrat von Hinüber in Bückeburg, Nr. 4 einer Familie Preuß, Nr. 5 der Witwe des Majors von Strotha, geb. von Schwarz, in Braunschweig. Die adligen Besitzer der Burglehne 1, 2, 3 und 5 sind Mitglieder des Lüneburger Landtages. Nr. 6 gehört Wallmann, Nr. 7 Koop, 8 und 9 sind aufgeteilt.
    Wie reichlich Lehnsträger mitunter vom Lehnsherrn bedacht wurde, möge folgendes Beispiel zeigen. 1699 belehnte Herzog Georg Wilhelm Hans von Wittorf mit dem Dorfe Bahrdorf und dessen Zubehör und Gerechtsamen, mit 9 Höfen in Göddingen, 4 Höfen und Katen in Barskamp, dem 3. Baum und der Mast für 1 Schock Schweine im Barskamper Walde, mit 4 Höfen in Ostermoor, 3 Burglehnen, 6 Stück im Wittorfer Kamp auf der Bleckeder Heide, 12 Stück rechts, 4 Stück links am Wege nach Breetze, dem Dorfe Horndorf nebst Zubehör und Gerechtigkeiten, 4 Höfen zu Harmstorf, 9 zu Mücklingen, dem Barkenhof, dem ganzen wüsten Hungerstorf samt der Mühle und Kate daselbst, 2 Höfen in Ellringen, 1 Mühle und 1 Kate in Süttorf, 2 Katen zu Neetze, 1 zu Nahrendorf, 2 Höfen zu Garlstorf und einem zu Brackede.

    Johann Reinhold Winter trug als Nachfolger des 1696 verstorbenen Amtsschreibers Johann Jacob Grünhagen bereits den Titel Amtmann, der 2. Beamte avancierte zum Amtsschreiber. Christian Laurentius Schröder begann als Kornschreiber und wurde 1708 Amtsschreiber. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beamten scheinen sich in der hannöverschen Zeit wesentlich gebessert zu haben. Sie bekamen ein festes Gehalt. ( Amt Neuhaus )

    Die Gründungsurkunde der Stadt Bleckede
    28. August 1209





    Vorbemerkung:


    Man kann mittelalterliche Schriftstücke nur dann richtig verstehen und auslegen, wenn man gewisse Traditionen kennt. Ein besonders heikeles Kapitel sind die mittelalterlichen Urkunden, lateinisch " Charta "genannt. Eine Urkunde ist eine rechtskräftige Aufzeichnung, von einer souveränen Persönlichkeit aufgestellt und in bestimmten Formen gefaßt. Fast alle Urkunden sind in der offiziellen Sprache des Mittelleiters, also in Latein, abgefaßt. Da diese Sprache meist nur von gelehrten Priestern beherrscht wurde, sind auch die Urkunden von solchen Schreibkräften verfaßt. Damit ihnen diese Arbeit jedoch etwas erleichtert wurde, hat man sich bei der Aufstellung an bestimmte Formeln gehalten, die immer wieder von älteren Urkunden abgeschrieben wurden.
    Besonders formelhaft sind Einleitung und Schluß der Urkunde, wie ja auch noch heute im Schriftverkehr bei den Behörden, aber auch in der Wirtschaft gewisse Anrede-, Einleitung und Schlußformeln bei Briefen üblich sind. ' Nur legte man im Mittelalter auf diese Formeln viel größeren Wert als heute. Was können wir auch bei der Betrachtung der Gründungsurkunde aus dem Jahre 1209, ausgestellt von Wilhelm von Lüneburg, wiedererkennen. Überrascht werden wir dann feststelle, daß der Kern der Aussage auf wenige Sätze zusammengedrängt werden kann. Während daß Original der Urkunde, im Hauptstaatsarchiv Hannover unter der Bezeichnung "Celle Or, 9, Schr. IX, Caps. 44, Nr. 3"registriert, ohne Unterbrechung durch Sätze und Absätze geschrieben ist, wie es damals, zur Erzeugung einesschönen Schriftbildes, üblich war, ist in der folgenden Übersetzung von diesem Prinzip abgegangen werden. Im "Bleckeder Heimatbuch" von Ute Schötteldreyer ist der übersetzte Wortlaut so wiedergegeben, wie er im Original aussieht, und manche Leser werden diesen Text sicher nur schwer verstanden haben. Deshalb wird das Schriftstück im folgenden so aufgeteilt, wie es die mittelalterlichen Schreiber - zumindest in Gedanken - getan haben, und wir haben den einzelnen Abschnitten jene lateinischen Bezeichnungen beigegeben (natürlich mit entsprechender Übersetzung bzw. Erklärung), wie sie sich bei den Diplomatikern -so nennt man die Wissenschaftler, die sich mit Form und Inhalt alter Urkunden befassen - herausgebildet haben.

    I. Protokoll ( Einleitung )
    1. Invocatio (Anrufung) Im Namen der Heiligen und
    ungeteilten Dreifaltigkeit!
    2. Intitulation (Angabe des Namen des Titels) Wilhelm
    von Lüneburg ( Willelmus de Luneborch )....
    3. Inscriptio (Name des Empfängers ... an alle und
    für alle Ewigkeit
    II. Kontext ( Hauptteil )


    1. Arenge (unverbindliche Einleitungsformel )
    Da es angebracht und vorteilhaft ist, Unsere mit
    Recht und Klugheit erlassene Verordnungen und
    Vergünstigungen schriftlich niederzulegen und
    somit dem Vergessen zu bewahren,..........


    2. Promulgation ( Willenserklärung ... verkündigen
    Wir hiermit allen den Christen und deren Nachkommen,
    daß wir beschlossen haben


    3. Dispositio (Anordnung, der eig. Rechtsakt)
    a) auf unserem Grund und Boden eine neue Stadt mit
    Namen Löwenstadt (civitatern novem nominate Löwenstat)
    zu gründen (zu erbauen, zu errichten das lat. Wort –
    aedificare - kann drei Bedeutungen tragen) ....
    b)...indem. wir dieser Stadt jenes Freiheitsrecht erteilen,
    wie es freie Städte zu tragen pflegen und wie es auch
    Bardowieck in seiner Blütezeit innegehabt hat, nämlich
    jenes Recht, welch volkstümlich Weichbild (oder:
    Weichbildrecht genannt wird
    (quod in vulgari dicitur wigbelede).....
    c) wobei die Grenzen dieser neuen Stadt folgendermaßen
    festgelegt werden Osten - bis über die Elbe, bis zu
    den Schalksbergen, im Norden bis zur Vitico und im
    Süden bis Wendisch-Bleckede.
    d) Den Bürgern dieser Stadt übertragen wir aus unserem Besitz folgende Rechte; ein Drittel des Baumbestandes in Werdeburg für die Schweinemast, die Weideberechtigung auf den Ländereien jenseits der Elbe, und zwar mit den Wenden. Unsere Rechte im Barskamper Stiepelser Wald, die Viehweide im Gebiet Bleckede - Schlakenberge - Emgernstegen - Kerschenworde -Vitiko (allerdings außer den, die unser Eigentum sind) die sogenannten Teidau - Wies, deren Rechte wir hiermit abgeben.

    4. Correboratio (Angabe der Beglaubigungsmittel und der
    Zeugen)Diese Verordnung haben Wir erlassen unter der
    Zustimmung Unserer Gemahlin Helena, Unseres Sohnes Otto
    und des verehrenswürdigen Bischofs Verrden, Iso, sowie
    mit dem Wissen Unserer Lehnsleute: Graf Heinrich von
    Dannenberg,dessen Sohn Wolrad, Graf Bernhard von Wölpe,
    den Gafen Wener, Olrieh und Heinrich Otto von Lüchow,
    des Walter von Boltersen sowie des Friedrich von
    Osterwalde. Anwesend waren ferner meine Dienstleute
    Anton der Truchseß, Heinrich das Kind, Lüder der Kämmerer,
    Segeband, Mangold, Wille, Bernhard der Tänzer, Johann von
    Dolmen, die Brüder Paridern und Friedrich, die Brüder
    Dieter und Helmerich Komene und mehrere andere.


    5. Sanetio (feierliches Gelöbnis) Und damit die obengenannten
    Rechte von keinem Unserer Nachfolger angetastet werden und
    damit Unserer angenannten Stadt die gegebenen Rechte voll
    und unversehrt erhalten bleiben,




    III. Eschstokoll (Schlußteil)


    1. Subscriptio (feierliches Gelöbnis)... haben wir diese
    Urkunde mit dem Abdruck unseres Siegels versehen.
    2. Datum (Orts- und Zeitangabe)
    Dies ist geschehen im 1209. Jahr der Fleischwerdung des
    Herrn, in der 12. Indiktion, unter dem Papst Innoxenx,
    Vorsitzender der Heiligsten Röhmischen Kirche, während
    der Regierung des Allergnädigsten Römischen Königs Otto,
    des stets Erhabenen, an den 5. Kalender des Septembers.


    Anmerkungen:
    1. Eine Unterschrift trägt die Urkunde nicht. Möglicherweise
    war Wilhelm gar nicht imstande zu schreiben.
    Jedoch ist das in der Subscripto erwähnte Siegel erhalten,
    Es ist an dem Pergament angeheftet. Die Urkunde befindet
    sich bekanntlich im Nieders. Hauptstaatsarchiv in Hannover.
    Sie ist leider in einem so schlechten Zustand, da8 das
    Original nicht ausgeliehen werden kann. Der Schaden ist
    wahrscheinlich durch die Auslagerung in einem Salzbergwerk
    während des II. Weltkrieges entstanden.
    2. Die Datumsangabe könnte irritieren. Dazu muß man die
    Berechnungsweise kennen. Man zählte die Monatstage teils
    nach vorne vom 1. Montagstage an, und zwar bis zum 14.des
    Monats, teils nach rückwärts bis zum 16., Der 15. hatte
    den Namen "Jden". Rückwärts vom l. September gezählt ergibt
    sich: 1.9. (1. Tag), 31.8, (2),Tag.), 30.8. (3), 29. August
    (4), 28.August (5.). Die 5. Kalenden fallen also auf den 28.
    August. Dies ist also der Gründungstag Bleckedes.

    Zur Stadtgründung scheint Wilhelm selbst die Intiative ergriffen zu haben. Diese Tatsache bestätigt die These, die in dem Aufsatz "Zwei Löwenstädte," in der Bleckeder Zeitung anläß1ich des 775. Staldtjubiläums 1984 aufgestellt wurden: Daß nämlich die Gründungsurkunde Wilhelms von Lüneburg ein einsamer Entschluß des Herrschers war, der, mit allen Mitteln versuchte, die alte Pracht und Herrlichkeit, die unter seinem Vater, Herzog Heinrich dem Löwen herrschte,wiederherzustellen,
    ohne jedoch dabei zu viel riskieren zu müssen. Das Echo auf



    diese Gründungsinitiative seitens der Bleckeder scheint gefehlt zu haben. Außer in dieser Urkunde taucht der Name "Löwenstadt" überhaupt nicht wieder auf, schon in dem nächsten erhaltenen Schriftstück, von 1224 heißt es wieder, wie schon vorher;


    Bleekede...

    Wie alt sind die Kirchenbücher



    Barskamp: Tauf-, Trau- und Begräbnisregister seit 1622.
    Kummunikanten Register seit 1811,
    Konfirmationsregister seit 1779.
    Frühere Register sind in den Kriegen verloren
    gegangen.


    Bleckede: Tauf-, Trau- und Begräbnisrigister seit 1682.


    Dahlenburg: Seit 1757


    Garlstorf: Seit 1727


    Lüdersburg: Seit 1721, Konfirmationsregister seit 1722


    Nahrendorf: Taufregister seit 1636, Trauregister seit 1741,
    Begräbnisregister seit 1638


    Neetze:Tauf-, Trau- und Begräbnisrigister seit 1648.
    Kummunikanten-Register seit 1797,
    Konfirmationsregister seit 1843.


    Radegast:Tauf-, Trauregister seit 1694,
    Begräbnisregister seit 1733,
    Konfirmationsregister seit 1733.


    Stapel mit
    Kapellen: Tauf-, Trau- und Begräbnisregister seit 1640.
    (Lücken von 1692 - 1719) Unvollständige
    Eintragungen.


    Bitte um ergänzende beiträge, um mein Buch zu ergänzen...danke

    Bleck heißt Feld, Feldmark. In einem Lüneburger Lehnbrief von 1461 heißt es: "dat Slot vub bleck to brome" und 1492: "unse borch brome" mit dem blecke davor. Bleckede oder den Platz, auf den es gegründet wurde, bezeichnet man als offenes Feld wohl im Gegensatz zu dem reichen, es umschließenden Wälderkranz. Die Endungen -ede, verkürzt -de (niederdeutsch ithi) kommt in niedersächsischen Ortsnamen oft vor und bedeutet Weide, Bleckede also etwa Weidefläche, ein Flurname, der auf den Ort übergegangen ist.