1928 - Kleinstaaterei auf engstem Raum

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Wir schreiben das Jahr 1928. Bleckede ist zu dieser Zeit noch ein "Flecken"

Damals zerfiel das heutige Bleckede noch in eine Reihe von politisch selbständigen Gebilden. Dieses war ein "Erbe" langer Jahrhunderte des Lebens in Bedrängnis. Der "Mittelpunkt" Bleckedes war zur damaligen Zeit der Flecken, der lediglich die Breite Straße, die Zollstraße und die Kleine Straße (seit 1932 umbenannt in Friedrich-Kücken-Straße) umfaßte.

Im Halbkreis um den "Flecken" herum befanden sich damals die Dörfer Kleinburg-Burglehen, Vorbleckede, Wendisch Bleckede, von Estorffs Acker, Altwendischthun sowie die Gutsbezirke Heisterbusch und Sandbergen. 1928/1929 schlossen sich diese Dörfer auf Betreiben des Landrates Otto von der Schulenburg ( Beschluß des Kreisausschusses vom 17.10.1928 ) zu einer Einheitsgemeinde Bleckede zusammen, die dann 1930 von der preußischen Staatsregierung ihr altes Stadtrecht zurückverliehen erhielt.

Im dicht an dicht bebauten "Flecken" waren Handwerker, Kaufleute und Gastwirte ansässig. Die meisten von ihnen betrieben nebenbei noch Ackerwirtschaft. Die Häuser waren in der Regel so angelegt, daß sich zur Straßenseite eine breite Dieleneinfahrt befand.

Der Stadtgraben (er verlief in etwa im Zuge der heutigen Reimerstwiete) bildete die Grenze zur Ortschaft Kleinburg-Burglehen. Die alte landesherrliche Burg, von der die Reste des alten Burgturmes bis heute erhalten geblieben sind, hat dem Dorf den Namen gegeben. Der Vertreter der hohen Obrigkeit, zuerst der Burghauptmann, später dann der Amtmann und zuletzt der Landrat war immer ein Kleinburger. Auch das Amtsgericht sowie die staatliche Forstverwaltung befanden sich in Kleinburg, das Postamt befand sich bis zu seiner Schließung vor wenigen Jahren auch noch dort.

Zur anderen Seite (die Grenze verlief in etwa in Höhe der Kreuzung Breite Straße/Lüneburger Straße grenzte die Ortschaft Vorbleckede an. In Vorbleckede waren handwerker, Kaufleute und Ackerbürger ansässig. Auch der Bahnhof der Bleckeder Kreisbahn bzw. der Bleckeder Kleinbahn befand sich früher in Vorbleckede.

Hieran anschließend befanden sich die Ortschaften von Estorffs Acker (diese umfaßte in etwa die Dahlenburger Straße, den Bereich von Estorffs Deich und angrenzende Gebiete sowie den vorderen Teil der Wendischthuner Straße. Diese Gegend war geprägt durch Bauern.

Das vorerst letzte Dorf in dieser Kette war Wendisch Bleckede, das Teile der Lüneburger Straße, des Nindorfer Moores, der Breetzer Chaussee und angrenzende Geniete umfaßte. In Wendisch Bleckede lebten einige Kaufleute, einige Bauern und Arbeiter und Angestellte. Zu Wendisch Bleckede gehörte auch der am jenseitigen Elbufer liegende Ortsteil Neu Wendisch Bleckede.

Hinzu kamen die beiden Gutsbezirke Sandbergen (hinterer Teil der Lüneburger Straße am Auslauf in Richtung Neetze) und Heisterbusch (Hof- und Flurbereich im Deichvorland).

Im Jahre 1929 wurde dann ein weiteres Dorf, Altwendischthun, nach Bleckede eingemeindet. Es erstreckte sich auf den hinteren Bereich der Wendischthuner Straße und die angrenzenden Straßenbereiche. Hier waren ebenfalls vorrangig Bauern ansässig. Der bis dahin zu Altwendischthun (Gemeinde Wendischthun) gehörende, ebenfalls um rechten Elbufer liegende Gemeindeteil Neuwendischthun blieb fortan jedoch als eigenständige Gemeinde bestehen.

Quellen: private Aufzeichnungen, Chronik 750 Jahre Stadt Bleckede

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