Ansichtskarte Fremdenverkehrsverein Alt Garge, Blick auf Stiepelse (SBZ)

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      Ansichtskarte Fremdenverkehrsverein Alt Garge, Blick auf Stiepelse (SBZ)

      Zeitpunkt:

      Ich habe eine alte Ansichtskarte ausgegraben, die einige Fragen bei mir aufwirft.
      Sie ist beschrieben mit "Temperiertes Waldbad Alt Garge, Blick über die Elbe auf Stiepelse (SBZ).
      Verschickt wurde diese Karte im Jahre 1965. Insofern ist wohl davon auszugehen, daß sie auch aus den 1960er Jahren stammt.
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      --- Zum einen kann man darauf sehen, daß es möglicherweise zu dieser Zeit noch die Hochspannungsleitung des Kraftwerkes Ost-Hannover über die Elbe gegeben hat - zumindestens standen die Masten der Leitung noch. Ob auch Kabel vorhanden waren, läßt sich leider nicht erkennen.
      --- Die zweite Frage wäre die, was es mit dem vor Stiepelse liegenden Transportschiff auf sich hat. Nach meiner Kenntnis war seit 1945 ein Betreten des rechten Elbufers und damit ein Heranfahren von Schiffen an dieses ohne Strafe nicht mehr möglich. Trotzdem liegt dort aber ein Transportschiff vor Stiepelse.
      --- Der ostzonale Grenzzaun war noch nicht vorhanden . Ebenso ist kein Wachturm zu erkennen. Es soll aber schon vor dem Ausbau des "Eisernen Vorhangs" (dieser erfolgte Anfang der 1970er Jahre, etwa zeitgleich wurden die Wachtürme aus Beton errichtet, deren Reste heute noch vereinzelt zu sehen sind).

      Vielleicht weiß ja jemand mehr zu der Frage nach der Leitung, dem Transportschiff und den nicht sichtbaren Wachanlagen?

      Gruß,
      THW Kiel
      Hallo THW Kiel,

      für mich als Alt Garge hast eine interante Karte aufgetrieben. Bis Anfang der 80iger Jahren befanden sich 2 Hochmasten an der Elbe, einer diesseits, der andere am östlichen Ufer, wie es die Karte zeigt. Leitungen waren m.E. nicht mehr vorhanden. Die Masten sollten ursprünglich Strom vom Alt Garger Kraftwerk Richtung Hagenow liefern, was m. W. durch die Teilung dann tatsächlich nicht mehr passierte.

      Die Grenzanlagen mit Zaun waren m.E. schon errichtet. Im östlichen Mast war im 1. Drittel eine Aussichts- bzw. Überwachungsplattform, wie auf der Karte deutlich zu erkennen ist, installiert. Der diesseitige Mast war in den 60iger und 70iger Jahren Treffpunkt der Jugend, um dort ausgiebig Feten zu feiern.

      Was es sich mit dem "Kahn" auf sich hat, weiß ich auch nicht genau. Ich weiß nur, dass die östlichen Buhnen auch vom Westen in Stand gehalten wurde. Vielleicht handelt es sich um ein Fahrzeug der Schiffahrtsverwaltung Hitzacker oder um ein ganz normales Lastschiff, das die teilweise am östlichen Ufer verlaufende Fahrrinne benutzt hat. Einfach mal spekuliert.............ich weiß nur, dass die Fahrrinne öfters von Ufer zu Ufer springt.

      Melde mich aus dem Urlaub zurück und übersende noch herzliche Glückwünsche zum Geburtstag.
      Gruß
      Manni

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Manni ()

      @ The White Wolf: Es stimmt. Die Karte zeigt nicht direkt Alt Garge. Aber, sie wurde vom Fremdenverkehrsverein Alt Garge in Zusammenarbeit mit dem Waldbad Alt Garge herausgegeben und zeigt den Blick von Alt Garge über die Elbe. Von daher meine ich, daß sie zu Alt Garge gehört - siehe dazu auch die Erläuterungen von Manni.

      @ Manni: Vielen Dank für die umfangreichen Informationen und die Glückwünsche zum Geburtstag! In einer Unternehmensbroschüre der HEW habe ich gelesen, daß früher tatsächlich Strom über die Elbe geliefert wurde. So wurde Westberlin in Spitzenzeiten von Alt Garge aus mit Strom versorgt. Da man durch die Ostzone mußte und dieses System ja auf Schikanen ausgerichtet war, wurde dort ein Teil des Stromes als "Durchleitungsentgelt" abgezweigt. Daher gab es dort zwei Leitungen. Die eine ging in Richtung Hagenow, die andere in Richtung Ludwiglust/Westberlin. Es ging aber nur eine Leitung über die Elbe - der Abzweig hat sich wahrscheinlich auf ostzonalem Gebiet befunden.

      Über die Aussichtsplattform im östlichen Mast bin ich zuvor nicht gestolpert. Diese dürfte erklären, weshalb keine anderen Beobachtungsanlagen sichtbar sind. So wie ich es weiß, wurden die Metallgitterzäune erst Anfang der 1970er Jahre errichtet. Es kann aber sein, daß schon zur Zeit der Aufnahme Zäune vorhanden waren - dafür würden die beiden hellen Linien oberhalb des Deiches auf dem Bild sprechen. Leider ist die Qualitäz der Aufnahme selbst nicht die beste. Ein Einscannen in höherer Auflösung macht das Bild nicht klarer.

      Gruß,
      THW Kiel
      Moin,
      ich denke das Schiff fährt. Wenn man genau hinschaut kann man die Bugwelle erkennen. Die Fahrrinne verläuf bei Stiepelse direkt am östlichen Ufer. Bei Hochmasten fanden immer die tollsten Feten statt - auch heute teilweise noch. Ein Grund dafür ist der große Strand am westllichem Ufer. Man kann sehr weit in die Elbe reingehen weil das Wasser auf der westlichen Seite sehr flach ist.
      Direkt nach dem Sommer-, oder Winterhochwasser hat sich oft die Lage der Sandbank verändert. Der Grund dafür ist (noch solange der Deich noch nicht fertig ist) dass bei Hochwasser die Elbe ab hierteilweise durch die Bauersee "abkürzt".

      Wie immer ist auch hier beim baden in der Elbe erhöhte Vorsicht geboten! Man weiß nie hundertprozentig wie die Elbe fließt...

      Gruß
      Gruibert
      Augen auf und durch!
      Erstmal vielen Dank für Eure diversen wertvollen Hinweise zum Thema. Ich sehe jetzt schon viel klarer als vorher.
      Für mich ist diese Ansammlung ein ganz klarer Beweis dafür, daß es manchmal lohnt, eine Sache öffentlich zu machen.

      @ Bea: Ich glaube, ich begleite Dich, wenn Du Dir eine neue Brille anschaffst...

      Gruß,
      THW Kiel
      Ich sehe weder Leitungen noch eine Bugwelle. Dabei habe ich das Photo schon bearbeitet, aber ich sollte mir wohl einen Blindenausweis ausstellen lassen.

      Viele Grüße,
      Nabila

      ***

      „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“
      Konrad Adenauer