Bleckedes Schriftsteller in Vergessenheit

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      Dietrich Köhr als "Schriftsteller" zu bezeichnen dürfte dann wohl doch etwas übertrieben sein. Dietrich Köhr hat im wesentlichen unter verschiedenen Pseudonymen Geschichten für die sogenannten "Grochen-Romane" geschrieben. Er hatte etliche Kinder, denen es nicht wirklich gut ging. Dietrich Köhr war dafür bekannt, ein mehr oder weniger großes Problem ohne Alkohol zu haben. Seine Honorare für die Geschichten flossen sehr unregelmäßig. Immer, wenn es mal wieder Honorar gab, wurde dieses meistens umgehend bei Paul Heiden oder in anderen Kneipen umgesetzt - nur seine Kinder mußten meistens darben.

      Gruß,
      THW KIel
      Moin,
      wir hatten in kleiner runde mal kurz über diesen mann gesprochen. Damals war aber irgendwie kein Funke gesprungen. Gibt es wohl möglich eine Liste seiner "Nutzernamen" dann könnte man ja mal graben. Evtl. hat er ja einige "Bleckede-Geschichten" mit verarbeitet.

      Hat jemand mal so ein heft gelesen? Wie war sein Stil??

      Meine Güte, die so genannten Groschenromane sind gerade in Deutschland ein echtes Stück Kulturgut.

      Ruhig mal etwas von Dietrich Köhr vorstellen.

      Gruß
      Grubert
      Augen auf und durch!
      Weiterhin wird auch nicht von jedem der bekannte Künstler in den Himmel gelobt. Ich verweise da gerne u.a. an die Beiträge von THW Kiel, aber auch von anderen, die sich kritisch ggü. dieser Person geäußert hatten. Bitte die Zeit nehmen und die Beiträge auch lesen. Danke.
      Moin,
      könnten wir bei dem Verlag nicht mal nachfragen was der Dietrich Köhr alles geschrieben hat?
      Ich finde, das ist genau ein passender Moment um auch von unbekannten Schriftstellern aus Bleckede mal die Werke zusammenzutragen.

      Wenn ihr mir die Adresse von dem Verlag liefert schreibe ich mal da hin. Evtl. kommt ja da ein "kollektives" Erlebnis zustande.

      Zum Vergleich des Drogenkonsums bei Immendorf und Köhr sage ich ganz klar, das meiner Kenntnis nach Immendorf Drogen aus der Perspektive der Schicki-Micki Gesellschaft nahm und Köhr, soweit wie ich jetzt beurteilen kann, Alkohlkrank war.

      Wenn ein Versäumnis der Gesellschaft gegenüber diesen beiden Männern bestand, dann liegt es meiner Meinung darin, das Immendorf für sein Vergehen relativ gering bestraft wurde hingegen Köhr soweit mir bekannt ist keine Hilfe angeboten wurde (bzw. konnte er die Hilfe die ihm angeboten wurde nicht annehmen).

      Gruß
      Grubert
      Augen auf und durch!
      Es mag durchaus zutreffen, daß Dietrich Köhr ein Stück Bleckeder Geschichte ist. Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist aber auch die, wo man dann die Grenze ziehen will. Was ist dann beispielsweise mit Heinz Laudel? Der müßte dann wohl auch genannt werden - mit der Folge, daß das Ganze unter Umständen zu einem Rattenschwanz werden könnte. Im übrigens setzt so eine Sache immer auch voraus, daß man möglichst viele und vor allem fundierte Informationen über die Leute hat. Das dürfte gerade im Fall Dietrich Köhr etwas schwieriger werden.

      Als "Schriftsteller" sehe ich Dietrich Köhr nach wie vor nicht. Ein "Schriftsteller" ist für mich beispielsweise ein Siegfried Lenz.

      Den Vergleich mit einem Herrn Immendorff, um den sich nicht erst seit seinem Tod eine geradezu beispiellose Medienkampagne entwickelt hat, sehe ich hier nicht. Gerade erst in der letzten Woche stand auf der Ratssitzung zur Debatte, den Anfang der Lauenburger Straße (zwischen Bahnhofstraße und Werderstraße) in Immendorff-Straße umzubenennen. Ein Argument war das, daß es sich gut vermarkten ließe. Was immer man hiervon halten mag, der feine Herr Immendorff ist und war nie ein Aushängeschild Bleckedes, auch wenn anderes dieses vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen wohl gern so sehen.

      In diesem Sinne Gruß und ein schönes Weihnachtsfest,
      THW Kiel

      Dietrich Köhr: Hunger, Durst und Stacheldraht

      Zeitpunkt:

      Hallo zusammen,

      neulich beim Aufräumen und aussortieren war ich überrascht ein Buch von Dietrich Köhr in den Händen zu halten. Es heisst Hunger, Durst und Stacheldraht und ist ein WK-2-Roman wie sie in der Nachkriegszeit viel geschrieben und gelesen wurden. Erschienen ist es 1955. Es gehörte meinem Vater und ich erinnere mich, es auch vor vielen Jahren mal gelesen zu haben. Beim Durchblättern wusste ich wieder, dass es mich schon damals nicht umgehauen hat, es ist halt Trivialliteratur ala Konsalik. Trotzdem hat er nicht nur Groschenromane veröffentlicht sondern erst Kriegsromane, später wie THW im Lexikon schon geschrieben hat, Aufklärungsbücher und das Vornamenbuch "Wie soll es heissen" wobei die letzte Auflage erst von 2004 ist. Insofern gehört er für mich schon zu den Schriftstellern (wenn auch nicht zu den besten rolleyes ). Seine Pseudonyme als Groschenromanschreiber waren: Hobby Duke, Sigismund Fröhlich ("Herr Poggengriem und sein Roboter" S.F.Roman) und Phil E. Sanders. U.A. schrieb er auch für die Jerry Cotton Romane. Geboren ist er 1927. Mehr weiss ich nach meinen Google-Recherchen auch nicht.

      Gruß Rainer

      "...Besatzung Charlton überfällig!"

      Zeitpunkt:

      Kürzlich habe ich ein Buch von Dietrich Köhr gefunden. Die Titelseite habe ich mal eingescannt und hier angehängt. Es handelt sich dabei um einen Kriegsromen - ein typisches Buch für das Deutschland in der Nachkriegszeit. Menschen habe dadurch versucht, ihre Kriegserlebnisse und die Folgen zu verarbeiten. Letztlich müßte man auch den bekannten Film "Grün ist die Heide" auf der Schiene der Verarbeitung von Kriegsfolgen nennen. Das von mir hier erwähnte Buch von Dietrich Köhr muß man nicht gelesen haben. Es ist sicher nicht geeignet für einen Vergleich mit Literatur von Weltruf. Ganz im Gegenteil - es wirkt heruntergeleiert. Der Situation und der Nachfrage der 1950er Jahre dürfte es angemessen sein.

      Dietrich Köhr selbst war zunächst in Bleckede beim Zoll beschäftigt. Nebenbei versuchte er sich als Buchautor. Offensichtlich hat sich die Nachfrage nach seinen Büchern aber immer weiter gesteigert. Er konnte es sich leisten, seinen Beruf beim Zoll an den Nagel zu hängen. Später konnte er sich und seine Familie dann mehr schelcht als recht mit den Einnamen aus den Büchern und Groscheromanen über Wasser halten.

      Gruß,
      THW Kiel
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