Fusion Bleckede, Neuhaus, Dahlenburg ab 13.11.2009

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      Ein wenig Nachhilfeunterricht in "Demokratie"...

      Zeitpunkt:

      Ich möchte hier eine Geschichte zum Besten geben, die sich so oder so ähnlich vermutlich überall in unserem Lande abgespielt haben könnte. Ausdrücklich betonen möchte ich, daß Verbindungen zu real existierenden Personen und Begebenheiten nicht beabsichtigt sind und daher als rein zufällig zu bezeichnen sind.

      Wir schreiben das Jahr 2009 n. Chr. und befinden uns in einer kleinen Stadt am Rande der Weltgeschichte. Einige erlauchte Kreise wollen sich jedoch nicht mehr mit der weltpolitischen Bedeutungslosigkeit zufrieden geben. Sie beschließen, die kleine Stadt vom Rand der Weltpolitik zunächst in den Mittelpunkt der überregionalen Politik zu rücken. Um dieses zu erreichen, schmiedet ein altverdienter Parteivorderer, Gummibären-Großproduzent und langjähriger Bürgermeister einen Plan. Der amtierende Bürgermeister, seines Zeichens eigentlich nur eine eher farblose Marionette des altverdienten Parteivorderen, macht die Spiele mit, da er hilf- und planungslos ist und die eigentliche Macht nie in seinen Händen lag.

      Man beschließet eines Tages im stillen Kämmerlein, die bedeutungslose Stadt am Rande der Weltgeschichte zu einem überregionalen Kompetenzzentrum auszubauen. Mit dieser genialen Überlegung einher gehen diverse vollmundige Ankündigungen, die man aus der Politik ja gewohnt ist. So sollen unter anderem mindestens ein mindestens sechsspurig ausgebauter Autobahnanschluß, eine vollautomatische Filiale eines bekannten Fastfood-Unternehmens mit vier Bedienungsplätzen, ein ICE-Bahnhof mit stündlicher Verbindung in alle Richtungen, ein großes Ärztezentrum, Anwaltskanzleien, ein überregional bedeutendes Gummibärchen-Musuem mit Gummibärchen-Freigehege, eine neue Großbrücke über den am Ort vorbei fließenden kleinen Fluß und eventuell auch noch ein Großflughafen realisiert werden. Voraussetzung zur Realisierung ist die feindliche Übernahme der angrenzenden Gemeinden und die Bildung einer neuen Großgemeinde. Eine, wie sie das Land bisher noch nicht gesehen hat.

      Dennoch spalten die Planungen die Bürger in zwei Lager. Die einen sind Feuer und Flamme, denken schon daran, daß diese kleine unbedeutende Stadt am Rande der Weltgeschichte in einigen Jahren zur Landeshauptstadt werden könnte. Die anderen halten alles für großen Unsinn und machen ihren Unmut deutlich. Pro forma werden die Bürger zu einer Abstimmung gebeten. Wider erwarten sprechen sie sich jedoch mehrheitlich gegen die großzügigen Erweiterungspläne aus.

      Es finden daraufhin Konsultationen im Hause des Gummibären-Großproduzenten statt. Dieser droht irgendwann offen damit, eine Produktion in die nahe gelegene Bezirksstadt zu verlagern, wenn nicht wenigstens die langersehnte Brücke über den am Rande der Kleinstadt am Ende der Welt vorbei fließenden Fluß gebaut wird. Man begreift schnell, daß das eine nur mit dem anderen zu gehen scheint. Leider spielen die politischen Gremien der Kleinstadt am Rande der Welt aber nicht ganz mit. Es kommt zum politischen Super-GAU. Der Rat stellt sich gegen die Planungen, eine neue, einflußreiche Großgemeinde zu errichten.

      Zwar ist die Enttäuschung groß. Allerdings hält diese nicht lange vor, denn der Gummibären-Großproduzent und seine Gefolgsleute geben sich schließlich nicht dem einfachen Fußvolk hin. Man ist schließlich wer und macht dieses eben auch in selbstbewußten Entscheidungen deutlich. Nach eingehender Beratung wird ein Beschluß gefaßt, die Bürger der Kleinstadt vom Rande der Weltgeschichte persönlich anzusprechen. Zu diesem Zweck werden Kampftrupps gebildet, die Klinken putzen und Unterschriften von unbehelligten Bürgerinnen und Bürgern einsammeln dürfen. Schon nach kurzer Zeit verkündet man voller Stolz, daß es gelungen ist, mehrere 100 Unterschriften eingesammelt zu haben. Daß die Unterzeichner garnicht so recht wissen, was sie eigentlich unterschireben haben, soll hierbei lediglich eine Randnotiz sein.

      Den entscheidenden Anteil hat ohnehin der Gummibären-Großproduzent. Ohne ihn und ohne sein aufopferungsvolles Engagement wäre das alles nicht möglich gewesen. So hat er an den Zufahrten zu seinem Heimatort Schlagbäume montieren lassen. Nur derjenige, der bereit ist, seine Unterschrift zu geben, darf durch den Ort fahren oder ohne Schikanen von und zu seinem im Ort belegenen Wohnhaus fahren. Andernorts machen die sprichwörtlichen großen Kartoffeln die Dinge möglich. Hier im Ort sind es die Gummibärchen. Sogar die Weihnachtsfeier der Gummibärchenfabrik ist davon bestimmt, daß der Inhaber, Drahtzieher und Mehrheitseingentümer von seiner Belegschaft statt eines Weihnachtsgeschenkes Unterschriften fordert. Allerdings ist spätestens jetzt der Moment gekommen, an dem die ersten die Glaubwürdigkeit des Gummibärchen-Großproduzenten in Frage stellen. Scheinbar ist es ein leichtes Spiel, mit Hilfe einer großen Zahl von abhängig beschäftigten Personen auch politische Ziele durchzudrücken. Ein wenig mag diese Vorgehensweise den einen oder anderen an das Mittelalter und die Zeit der Lehnsherren erinnern. Dieses aber ist weit gefehlt, denn man erzählt sich, daß anno 2009 selbst in der kleinen Stadt am Rande der Weltgeschichte die Demokratie angekommen sein soll.

      Nur, was diese Demokratie nun genau kann, haben die Bürger leider nicht verstehen können. Das Ende der Geschichte ist leider nicht überliefert. Man erzählt sich aber, daß die verantwortlichen Personen der kleinen Stadt vom Rande der Weltgeschichte sich selbst einige Jahre später die Legitimation für den Angriff auf die überregionale Politik erteilt haben. Leider soll sich die Lage dann aber verschärft haben, sodaß die Bürger der kleinen Stadt vom Rande der Weltpolitik den Gummibärchen-Großproduzenten aus der Stadt vertrieben haben. Ihre regierenden Kreise haben sie bei dieser Gelegenheit gleich mit entsorgt. Seitdem sollen die alten Strukturen wieder hergestellt worden sein und die Bürger leben wieder in Ruhe und in Frieden in ihrer kleinen und beschulichen Stadt am Rande der Weltpolitik.

      Es gibt wohl zwei Lehren aus dieser Geschichte zu ziehen.
      1.) Nur weil ein paar selbstherrliche Schein-Demokraten eine geniale Idee haben, muß diese noch lange nicht genial sein.
      2.) In manchen Situationen ist es besser, nicht zu hoch hinaus zu bauen. Solange man den eigenen Kirchturm noch sehen kann, schützt dieses vor Größenwahn.

      Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünscht
      W. Eberhard
      Dummheit ist keine Schande. Hauptsache man kann dabei den Mund halten!
      @ w. eberhard

      Eine super Geschichte die Du da schreibst und leider auch so furchtbar wahr. Wie glitschig doch solche Gummibärchen sein können.....

      Ich wünsche Dir und deinen Lieben ebenfalls ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      Lieben Gruß

      stiftl


      P.S. Bei uns in der Firma lag der Unterschriftenzettel vier Tage aus, doch er blieb leer.... und das bei runden 100 Mitarbeitern/innen. Komisch----*grübel** aber hier waren auch keine Unterschriftensammler/Innen abgestellt---- wo dann viele Leute einfach nur unterschreiben - um ihre Ruhe zu haben oder denen der Zeitdruck im Nacken saß.
      Leider läuft es so. Das Volk wird erst für dumm verkauft, nur hinterher darf es für die Zeche geradestehen. Die, die den Murks verzapft haben, machen sich rechtzeitig aus dem Staub und übernehmen keine Verantwortung.

      @ stiftl: Die von Dir beschriebene "Resonanz" auf die Unterschriftenliste habe ich andernorts auch beobachtet. Wenn aber augenscheinlich kaum jemand unterschrieben hat, stellt sich mir doch die Frage, wo angeblich fast 1.000 Unterschriften herkommen. Vielleicht wird auch das ein Geheimnis der Initiatoren bleiben.

      Gruß und dennoch allen ein schönes Weihnachtsfest

      THW Kiel
      Nur mal zur Information Stand der Kassenkredite 31.12.2006 und 31.12.2007 aus dem Bürgerinformationssystem der Stadt Bleckede:



      VIII. Kassenlage

      Im Haushaltsjahr 2006 wurden wiederholt Kassenkredite in Anspruch genommen. Zum 31.12.
      2006 war ein negativer Kassenbestand von 694.829,23 € zu verzeichnen.



      Quelle: ris.bleckede.de/bi2/___tmp/tmp…enschaftsbericht_2006.pdf



      VIII. Kassenlage

      Im Haushaltsjahr 2007 wurden wiederholt Kassenkredite in Anspruch genommen. Zum 31.12.

      2007 war ein Kassenbestand von + 23.206,92 € zu verzeichnen.



      Quelle:

      ris.bleckede.de/bi2/___tmp/tmp…enschaftsbericht_2007.pdf

      Fusion - Chance für unsere Zukunft im Ostkreis

      Zeitpunkt:

      Für die drei Gemeinden im Osten des Landkreises Lüneburg droht die Situation immer schwieriger zu werden. Wegen der schlechten Verkehrsanbindung und DSL-Anbindung siedeln sich kaum noch Unternnehmen an; die vorhandenen Arbeitsplätze müssen mühsam hier gehalten werden. Die Annzahl der Einwohner sinkt, insbesondere junge Menschen suchen ihre Zukunft woanders. In dieser Situation müssen sich die Gemeinden selbst helfen, um den Kindern und Enkeln eine Zukunftsperspektive in dieser herrlichen Landschaft bieten zu können.
      Deshalb bin ich für die Fusion,
      1. weil alle drei Gemeinden zusammen dann mehr als 21.000 Einwohner haben und damit zur zweitgrößten Stadt im Landkreis aufwachsen.
      2. Dies gibt ihnen mehr Durchschlagskraft im Landkreis Lüneburg, bei der kassenärztlichen Vereinigung, bei den Verkehrsbetrieben und beim Bau der Elbbrücke.
      3. Durch höhere Zuweisungen vom Land pro Kopf der Bevölkerung (Schlüsselzuweisungen) kommt mehr Geld in die Region, so dass Grundsteuern und Gebühren weitgehend stabil gehalten werden können.
      4. weil die drei Gemeinden sich dann nicht mehr Konkurrenz machen bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben und Neubürgern,
      5. weil die drei Gemeinden sich dann gemeinsam Konzepte für Tourismus erarbeiten können,
      6. weil die drei Gemeinden im Falle einer freiwilligen Fusion einen Teil ihrer Schulden (ca. 15 Mio €) vom Land erlassen bekommen
      7. obwohl wir dann immer noch Schulden haben, aber mehr Geld, um sie abzutragen,
      8. obwohl wir dann weniger Ratsmitglieder insgesamt haben werden,

      Viele Grüße, Dagfari
      Ich bin GEGEN die Fusion, denn viele Fragen bleiben einfach unbeantwortet und/ andere wichtige Informationen werden verschwiegen. Hauptpunkt sind die Schulden der anderen Gemeinden. Neuhaus - so der Bericht vor einigen Wochen - hat kein Geld. Man sollte sein eigenen Hof bearbeiten, bevor man in anderen Höfen anfängt zu graben.

      Ich versuche mal - obwohl ich nicht so tiefere Kenntisse über dieses Thema habe - ein wenig auf die "Vorteile" einzugehen, die ich als Normalsterblicher lese:
      1. weil alle drei Gemeinden zusammen dann mehr als 21.000 Einwohner
      haben und damit zur zweitgrößten Stadt im Landkreis aufwachsen.
      Für mich KEIN Grund für eine Fusion zu stimmen. Ich bin kein Freund von großen Städten und (zu) vielen Einwohnern. Wenn ich Großes möchte, ziehe ich nach Hamburg etc. Ich liebe diese kleine Stadt, es reicht, wenn hier die Bürger eine Anlaufstation haben. Selber bin ich schon nicht begeistert, wenn ich wegen Behördengängen nach Lüneburg "reisen" muss.
      2. Dies gibt ihnen mehr Durchschlagskraft im Landkreis Lüneburg, bei
      der kassenärztlichen Vereinigung, bei den Verkehrsbetrieben und beim
      Bau der Elbbrücke.
      Sagt wer? Ärzte kann man sicherlich auch so nach Bleckede holen. Wieviele Leute wollen denn die Elbbrücke haben? Gibt es hierfür Zahlen, die dafür sprechen?
      3. Durch höhere Zuweisungen vom Land pro Kopf der Bevölkerung
      (Schlüsselzuweisungen) kommt mehr Geld in die Region, so dass
      Grundsteuern und Gebühren weitgehend stabil gehalten werden können.
      Mag ich zu bezweifeln, denn die Gebühren, Preise gehen seit der Einführung des Euros stets nach oben, obwohl immer beteuert wird, dass der Bürger entlastet werden soll. Bestes Beispiel ist die aktuelle tolle Koalition, die auch nicht weiß, was sie will oder wie sie es will. Letztendlich haben wir als Bürger trotzdem nicht mehr Geld in den Taschen - aber mehr Schulden.
      4. weil die drei Gemeinden sich dann nicht mehr Konkurrenz machen bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben und Neubürgern,
      Das wird nach einer Fusion auch nicht anders sein. Dann konkurieren nur die Gemeinden gegeneinander.
      5. weil die drei Gemeinden sich dann gemeinsam Konzepte für Tourismus erarbeiten können,
      Das können sie auch alleine, man beachte die "tolle" Idee mit der Biberburg...Jeder sollte trotzdem die Ideen für seine Ortschaft selber planen und durchführen. Eine Zusammenarbeit kann paralell laufen.
      6. weil die drei Gemeinden im Falle einer freiwilligen Fusion einen
      Teil ihrer Schulden (ca. 15 Mio €) vom Land erlassen bekommen
      Von wieviel Schulden reden wir (bitte Zahlen der jeweiligen Gemeinde). Auch hier äußere ich meine Zweifel. Das Land hat auch kein Geld und freut sich über jeden Euro.
      7. obwohl wir dann immer noch Schulden haben, aber mehr Geld, um sie abzutragen,
      Mehr Geld - von wem? Ich zahle doch nicht die Miete anderer Leute!

      8. obwohl wir dann weniger Ratsmitglieder insgesamt haben werden,
      Klar, wenn man Leute ausschliest, werden es automatisch weniger. Nein, ein Rat aus Bleckede sollte auch aus Bleckede kommen und nicht aus den umliegenden Gemeinden.


      Die obigen Meinungen sind aus meinem Mund und widerspiegeln nicht die Meinung der anderen! Ich werde auch am 21.02. GEGEN die Fusion stimmen.
      Nachdem sich der Rat der Stadt Bleckede nun vor den populistischen Karren einer Minderheit hat spannen lassen, möchte ich ie Gelegenheit nutzen und hier auf die Einlassungen von Dagfari eingehen. Dazu gestatte ich mir folgende Anmerkungen:

      Die verkehrstechnische Situation im ÖPNV wird bestimmt nicht dadurch besser, daß eine Gemeinde flächenmäßig größer wird. Ich kann es mir nicht erklären, woraus sich eine Wirtschaftlichkeit ableiten läßt, wenn jemand aus Wehningen zukünftig darauf angewiesen sein sollte, seine Behördengeschäfte in Bleckede zu verrichten und hierzu notwendigerweise den ÖPNV nutzen muß.

      zu 1.) Schön, daß der Widerspruch zu der Einwohnerzahl schon oben im Text steht. Aus der sinkenden Einwohnerzahl von momentan noch ca. 21.000 kann m.E. garnichts abgeleitet werden.

      zu 2.) An eine wachsende Durchschlagskraft glaube ich nicht. Schon garnicht wird diese davon abhängen, ob das Gebilde nun etwas größer oder etwas kleiner ist. Auf föderaler Ebene hat eine strukturschwache Region so oder so Anspruch auf eine Unterstützung.
      Die Elbbrücke ist übrigens auch so ein populistischer Unfug. Wir sollten bei uns selbst anfangen und endlich erkennen, daß diese Brücke zwar wünschenswert erscheinen mag, daß sie aber gleichwohl aus Gründen der wirtschaftlichen Verantwortung nicht haltbar ist. Klar sein dürfte, daß sich die vermeintliche Notwendigkeit eher dokumentieren läßt, wenn auf beiden Seiten der Elbe das Gebiet derselben Gemeinde ist. Auch im Falle der Elbbrücke haben einige Leute sich Grappen in den Kopf gesetzt, die sie nun scheinbar um jeden Preis umzusetzen bereit sind.

      zu 3.) Ob und in welchem Umfang höhere Zuweisungen in die neue Gemeinde kommen würden, dürfte Dauerhaft als kaum gesichert anzusehen sein. Von reinen Absichtserklärungen kann man sich nichts kaufen und welchen Wert Äußerungen einiger Politiker haben, dürfte inzwischen auch jeder erkannt haben. Im übrigen lassen sich die Abgaben für den Bürger am besten dadurch konstant halten, in dem die politischen Entscheidungsträger nutzlose Ausgaben von vornherein vermeiden. Als Beispiel seien hier die überdimensionierte Kläranlage und die demnächst hinzukommende Biberfreianlage genannt. Bei einem verantwortungsvollen Umgang im Sinne des Gemeinwohls würden die politischen Gremien wohl kaum auf die abentuerliche Idee kommen können, solche Projekte durchzuwinken.

      zu 4.) Eine Konkurrenzsitution in dieser Form ist nicht erkennbar. Vor dem Hintergrund, daß es in allen drei Gemeinden ähnlich aussieht, bedarf es keiner Konkurrenzsituation. Im übrigen ist es mehr als fahrlässig, die Bürger mit diesem Scheinargument gegeneinander aufstacheln zu wollen.

      zu 5.) Gemeinsame Tourismuskonzepte im Bereich Elbe bzw. Elbtalaue und / oder Göhrde gibt es schon seit vielen Jahren. Diese haben in der Vergangenheit auch ohne eine zwanghafte Fusionierung funktioniert.

      zu 6.) Dieses ist eine bloße Absichtserklärung. Es sei hier an das Beispiel Lüchow-Dannenberg erinnert, wo man seit 2006 noch keinen müden Euro gesehen hat, obwohl es ähnliche Versprechungen gab. Was passiert, wenn das Geld alle ist, wenn gezahlt werden soll? Da davon stark auszugehen ist, dürfte dieses "Argument" nicht mehr Wert haben als ein politischer Taschenspielertrick der übelsten Art.

      zu 7.) Was nützt vorübergehend mehr Geld, wenn schon heute klar ist, daß auch die neue Gemeinde nie in der Lage sein wird, sich wirtschaftlich selbst zu tragen? Und was nützt vorübergehend mehr Geld, wenn verantwortungslose Politiker es für unsinnige Projekte vergeuden? Der "Mehrerlös" wird nach kürzester Zeit aufgebraucht sein und dann wird es uns schlechter gehen als heute.

      zu 8.) Wie bei insgesamt weniger Ratsmitgliedern später eine effiziente, bürgerorientierte Arbeit in einer Großgemeinde möglich sein soll, erschließt sich mir nicht. Schon jetzt ist nicht jeder Ort (steil) im Rat vertreten. Später würde das noch eklatanter aussehen.

      Alles in allem komme ich zu dem Ergebnis, daß der Bürger nun auch vor den Karren der populisten gespannt werden soll. Ich kann daher nur jeden Bürger aufrufen, sein Stimmrecht am 21. Februar wahrzunehmen und sein Kreuz an der Stelle zu machen, an der er / sie es - ohne populistische Beeinflussung - für richtig und notwendig erachtet.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag!
      W. Eberhard
      Dummheit ist keine Schande. Hauptsache man kann dabei den Mund halten!
      Lasse mich gern korrigieren, klingt aber allgemein für mich so, als wenn den Bürger noch 'ne Chance gegeben wird so abzustimmen, wie es die "Orbrigkeit" will ;) (analog z.B. zu Irland vs. "Lissabon-Vertrag" - okay "vergleich ist vermutl. etwas zu hoch gegriffen).

      Gruß
      Tentmaker4
      "
      Ich bin selbstverständlich auch GEGEN eine Fusion.

      Ich habe seit Anfang letzten Jahres alle Ratssitzungen besucht, bei denen es um dieses Thema ging. Interessant fand ich, daß es seitens der Befürworter zu keinem Zeitpunkt irgendwelche negativen Punkte gesehen wurden. Dafür wurden positive Begründungen aus dem Hut gezaubert, die keiner ernsthaften Überprüfung standhalten. Einige dieser Punkte wurden hier auch von Dagfari wiedergegeben:

      Eine Verbesserung der Infrastruktur, z. B. Verkehrsanbindung, ÖPNV, Ärzte, eine längere Anwesentheit der Polizei uvm. sind meiner Meinung nach Wunschvorstellungen, die durch eine mögliche Fusion bestimmt nicht realisert werden (warum sollten sie auch?). Auch würde die riesige Einheitsgemeinde auch nicht mehr Gewicht im Landkreis bekommen, weil es m. E. nach der Einfluß einer Gemeinde sich nicht auf die Anzahl der Einwohner oder die Größe der Fläche stützt, sondern auf ihre wirtschaftliche Stärke.

      Und da wären schon beim nächsten Punkt: Wenn sich drei eher ärmere Gebietskörperschaften zusammentun, entsteht leider keine neue Körperschaft, die mehr Geld zur Verfügung hat. Es ist schon korrekt, daß als "Leckerli" ein Erlaß eines Teils der Kassenkredite zugesagt wurde, dieses hat aber nichts mit den Schulden zu tun, die die fusionswilligen Kommunen für Investitionen angehäuft haben; diese bleiben zu 100 % bestehen.

      Es ist auch misterös, wie schnell sich sie vom Land gewünschten Einwohnenzahlen vervielfachen: War 2000 in Bleckede noch die Rede von 10 000 Einwohnern, die man unbedingt erreichen müßte, um höhere Geldzuweisungen zu erhalten, so sind jetzt bereits 20 000 Einwohner erforderlich. Welche Einwohnerzahl wird in zehn Jahren vorgegen sein? 40 000 Einwohner? Selbst die jetzt vom Land zugesagt Erhöhung der Schlüsselzuweisungen sind nicht in Beton gemeißelt und können jederzeit nach dem Ermessen der Landesregierung über den Landtag verändert werden. Verbleibt die Zusage vom Landkreis, der neuen "Stadt Bleckede" einen Anteil an zusätzlichen Geldern zukommen zu lassen, die ihm aufgrund der Fusion zufließen. In dieser Zusage steht aber schon jetzt, daß dieser Anteil mit der Zeit auf 0 % zurückgeht, so daß auf Dauer nur der Landkreis hiervon profitiert.

      Ein weiterer Punkt ist interessant: Das Gutachten, das insgesamt immerhin rund 90 000 Euro gekostet hat (wovon die Stadt 12 000 Euro bezahlen mußte), beschreibt viele Vorteile der Fusion, aber keinen einzigen Nachteil.... Diese Tatsache deutet für mich darauf hin, daß dieses Gutachten nicht objektiv erstellt worden sein kann. So sollen beispielsweise im eheblichen Umfang (wenn ich mich recht entsinne 600 000 Euro/Jahr) Personalkosten eingespart werden. Wie soll das gehen, ohne daß die Servicequalität für die Bürger der Kommunen eingeschränkt wird? Nur aufgrund der "Einsparung" von einigen Bürgermeistern wird diese Summe nicht zusammenkommen. Jetzt wird zwar von den Fusionsbefürwortern zugesagt, daß es nicht zu einer Verschlechterung der Dienstleistungen der Bürger kommen wird (und auch nicht zu längeren Wegen), aber auch diese Zusage werden im Gebietsveränderungsvertrag nur zeitlich beschänkt garantiert. Was nach Ablauf der dort aufgeführten Fristen passieren wird, darüber wird in der Öffentlichkeit wenig bis überhaupt nichts gesagt!

      Ein äußerst aufschlußreicher Punkt in den Ratssitzungen war auch, daß selbst dort das Argument kam, daß die Fusion notwendig sei, um das Amt Neuhaus aus seiner finanziellen Notlage zu befreien (sinngemäß; der dortige Bürgermeister schrieb in einer der Werbezeitungen, daß das Amt Neuhaus ohne die Fusion pleite wäre). Ich bin der Meinung, daß der Rat der Stadt Bleckede die Interessen der Stadt vertreten sollten und nicht die der Nachbargemeinden! Denn eines scheint mir klar zu sein: Nach einer Fusion muß die jetzige Stadt Bleckede mit ihren Steuereinnahmen selbstverständlich auch für die laufden Ausgaben und den Schuldendienst des jetzigen Amt Neuhaus und der Samtgemeinde Dahlenburg aufkommen, da die Stadt Bleckede unter den drei relativ schwachen Kommunen noch die leistungsfähigste ist. Daraus folgt aber auch direkt, daß für die Bürger der jetzigen Stadt Bleckede weniger Geld übrigbleiben wird.

      Im Rat wurde in einer Sitzung im letzten Sommer ebenfalls behauptet, daß wir Bürger mit dem Abstimmungsergebnis der letzten Bürgerbefragung nicht die Fusion abgelehnt hätten, sondern lediglich wollten, daß wir besser informiert werden?!?! Das empfand ich persönlich als Beleidigung, weil ich die Fragestellung schon sehr genau verstanden hatte und auch explizit gegen die Fusion gestimmt hatte.

      Noch ein Highlight aus der Ratsitzung im November, als über die Fusion abgestimmt wurde: Während es seitens der Ratsvorsitzenden vollkommen in Ordnung war, wenn die anwesenden, interessierten Bürger bei Beiträgen der Fusionsbefürworter klatschten, so wurde wir jedes Mal ermahnt, uns zurückzuhalten, wenn wir nach Vorträge der Fusiongegner applaudierten.

      Die Presse (die vierte Gewalt eines demokratischen Rechtsstaates) scheint überwiegend auch sehr fusionsfreundlich zu sein, da derartige Details nicht geschildert wurden, soweit ich die Berichte gelesen hatte.

      Wenn Herr Hoppe in der Ratssitzung am Donnerstag meinte, ein Patt sei keine Entscheidung, und nur deshalb müsse sie wiederholt werden, so empfinde ich dieses als sehr merkwürdiges demokratisches Verständnis: Die Niedersächsische Gemeinde Ordnung legt eindeutig fest, daß bei Stimmgleichhiet der Antrag als abgeleht gilt (§ 47 Abs. 1 S. 2), auch wenn dieses Herrn Hoppe offensichtlich nicht paßt.

      Auch bei der Sammlung der Unterschriften wurden beim Hausklinkenputzen (natürlich) nur die vermeintlichen Vorteile einer Fusion vermittelt (was m. E. auch legitim und verständlich ist). Wenn sich die Angesprochenen aber anschließend dann so äußern, so hätten sie es noch nicht gesehen, so ergibt sich aus meiner Sicht die Notwendigkeit, auch mal die Öffentlichkeit über die Nachteile zu informieren.


      Nun ist die Entscheidung für eine weitere Bürgerbefragung gefallen, und ich frage, ob man uns jetzt solange abstimmen lassen möchte, bis endlich das "richtige" Ergebnis herauskommt? Die CDU/FDP-Fraktion interessiert das Befragungsergebnis offensichtlich ohnehin nicht, was beim letzten Fusionsverfahren nicht zu übersehen war. Weiterhin ist offensichtlich der Abstimmungstermin sehr kurzfristig anberaumt worden (Ende Februar), so daß es schwierig wird, die Bürger noch einigermaßen objektiv (auch über die Nachteile) zu informieren.

      Ich hoffe nur, daß viele, die sich wie ich von der Politik verschaukelt vorkommen, an diesem Termin zu der Abstimmung gehen und mit "NEIN" stimmen werden. Es wäre schön, wenn die prozentuale Ablehnung des Fusionsvorhabens noch größer wäre als bei der letzten Abstimmung. Ich werde auf jeden Fall wieder dabeisein.

      Da die entscheidende Ratssitzung bereits Anfang März stattfinden wird, bleibt leider nicht genügend Zeit, eine mögliche Zustimmung zu einem Gebietsveränderungsvertrag mit ein einem Bürgerbegehren zu verhindern, weil das Verfahren kompliziert und langwierig ist, und ein derartiges Verfahren auch nicht verhindert, daß der Rat selber während der Laufzeit eines Bürgerbegehrens über die strittige Sache abstimmt.

      Ich hoffe nur, daß der Rat diesem widersinnigen Vorhaben nicht zustimmt, am besten nach einem entsprechend deutlichen Votum der Bleckeder Bevölkerung!
      Liebe Grüße aus Bleckede

      Thomi
      Kann mir einer der bekennenden Gegner einmal erklären, welche konkreten Nachteile speziell für ihn bei einer möglichen Fusion entstehen werden - für ihn ganz persönlich?
      Aus Ihren Beiträgen wird doch sehr deutlich, dass Sie offensichtlich nicht über Ihren Tellerrand hinweg gucken.
      Warten Sie erst einmal ab, wie hoch der Schuldenstand Bleckedes sein wird, wenn die drei Deiche (Bleckede, Walmsburg, Alt-Garge) abgerechnet werden!
      Ihre Beiträge lassen alle durchblicken, dass Sie insbesondere Neuhaus mit seinen Schulden nicht in einer fusionierten Gemeinde haben wollen. Neuhaus ist quasi auferstanden aus Ruinen und hat seine gesamte Infrastruktur innerhalb kürzester Zeit erneuern müssen; das kostet zunächst etwas, dafür haben die jetzt aber mindestens dreißig Jahre Ruhe!
      Was ist mit Bleckede und seinen Ortsteilen? Schauen Sie sich um! Ganz abgesehen von der Altersstruktur der Bewohner (ist Ihr Nachbar nicht auch über 60 und hat Kinder, die glücklich nahe ihrer Arbeitsstätte, jedoch nicht in unserer Region wohnen?)
      Wo, bitte schön , sollen sich in Bleckede größere Gewerbebetriebe ansiedeln, die auch Gewerbesteuereinnahmen bringen? Bleckede ohne Anbindung an eine Bundesstraße, ohne Schiene (wird wieder modern), ohne durchgängig befahrbare Wasserstraße?
      Dahlenburg wird mal an der A 39 (die wird kommen!) schrammen. Jedes Schulkind weiß, dass sich in der Nähe von Autobahnen Betriebe ansiedeln werden. Aber das ist ja noch weit hin! Dann haben Sie als Gegner ja keinen Nutzen mehr davon!
      Ganz ehrlich, ich hätte es verstanden, wenn die Dahlenburger und Neuhäuser "nein" zu einer Fusion mit den eingebildeten Bleckedern gesagt hätten. Denn die Einwohner dieser Gemeinden werden gefühlte Nachteile haben in der Großgemeinde Stadt Bleckede. Bleckede soll das Denk- und Mittelzentrum einer Großgemeinde werden. Schon deshalb hätten die Einwohner Bleckedes Vorteile.
      Ich bleibe dabei: eine Fusion ist die große Chance Bleckedes und seinen Ortsteilen.
      Stillstand bedeutet Rückschritt!
      Eure (sehr heimatliebende) Big Mama
      Erst einmal herzlich Willkommen im Forum.

      Ich hoffe, dass du "Big Mama" nicht überall so lospolterst, ohne wenigstens ein "Hallo" im Bereich der Vorstellungsecke zu finden.


      Dass viele Bleckeder nicht in Bleckede bleiben liegt ganz sicher nicht nur daran, dass Bleckede zu wenig Gewerbe zu bieten hat. Nein, Ausbildungs- und Arbeitsplätze gibt es sicherlich hier auch genügend - nur kann sich diese keiner leisten. Und da wird eine Fusion auch nicht unterstützend wirken.

      Was ist mit der Jugend? Jetzt schon hat Bleckede für die Jugendlichen ab 16 Jahre nichts zu bieten. Die wenigen Einrichtungen, die wir haben, haben kein Geld und/ haben schon dichtgemacht. Das wird mit einer Fusion auch nicht besser.

      Was ist mit Polizei? Die sind jetzt schon in so einen kleinen Städtchen unterbesetzt, weil die Einsatzbereiche stets vergrößert werden und immer weniger Personal zur Verfügung steht. Wie soll das erst aussehen, wenn es eine Großgemeinde wird?

      Thema Modernisierung: Klar, Neuhaus musste teilweise wieder "modernisiert" werden. Da hat aber ganz Deutschland seit 1990 seinen Anteil. Wenn man jetzt immer noch nicht raus aus den Schulden ist, sollte man vielleicht den P. Zwegat um Hilfe bitten.

      Nein Schulden muss man nicht erst machen, sondern von vornerein verhindern, in dem man nicht in Dinge investiert, die eh von vornerein zum Scheitern verurteilt sind.
      Aus meiner Sicht wäre die Fusion für Bleckede finanziell gesehen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es mag vielleicht einen kurzen positiven Effekt haben. Dieser wird langfristig - wie auch andere Projekte - keinen Aufwärtstrend sehen lassen.
      Habe keine "Vorstellungsecke" gefunden, in der ich "Hallo" hätte sagen könnte. Die letzten Beiträge beginnen ebenfalls sofort mit dem Thema. Was soll also diese Maßregelung? Ach, die Antwort gebe ich mir selbst, ich bin ja auch ein Befürworter der Fusion!
      Die Antwort von The White Wolf kann nicht zufrieden stellen. Sollen wir jetzt den Kopf in den Sand stecken und abwarten, was so auf Bleckede zukommt? Irgend etwas muss doch passieren, damit wir unsere Feuerwehren, Kindergärten und -krippen erhalten können.
      Bin gespannt auf konstruktive Vorschläge! Immer nur alles besser wissen und 'Runter ziehen ist doch auch nichts!
      Gute Nacht
      Big Mama
      So, jetzt muß ich mich dann doch einmal in meiner Funktion als Moderator dieses Forums zu Wort melden.

      Dieses Forum lebt von unterschiedlichen Meinungen und vom Dialog. Nur weil es hier Menschen gibt, die gewisse Dinge unterschiedlich sehen (und offensichtlich nicht so, wie einige es erwarten, um ihre eigenen Interessen durchsetzen zu können), ergibt sich hieraus keinerlei Rechtfertigungsgrund, diese Menschen als engstirnige Miesmacher hinzustellen.

      Gerade die Argumente der selbsterannten "Wohltäter" sind mehr als dünn. Dieses wurde mehrfach herausgearbeitet - wenn die betreffenden Leute dieses nicht lesen wollen oder nicht lesen können, dann ist das sehr traurig und bedenklich.

      Im übrigen ist meine ganz persönliche Beobachtung die, daß die Menschen in Bleckede eigentlich nicht pauschal gegen die Fusion sind. Vielmehr fühlen sie sich nach wie vor schlecht informiert und mit ihren Sorgen und Nöten nicht ansatzweise ernst genommen. Ich meine, daß die Leute, die uns nun die zweite Befragung eingebrockt haben, hierüber zuallererst nachdenken sollten. Geht es für diese Mitmenschen nicht auch darum, eine Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen? Oder ist es tatsächlich so, wie ein paar böse Zungen behaupten und es geht einzig darum, über diese erneute Bürgerbefragung dem Rat eine weitere Abstimmungsmöglichkeit zu liefern? Fraglich bleibt zudem, warum "nur" eine Bürgerbefragung und eben kein Bürgerentscheid begehrt wurde. Etwa deshalb, weil man die berechtigte Befürchtung hegt, daß ein Bürgerentscheid nicht mehrheitsfähig wäre?

      Ich erwarte ungeachtet dessen von allen, daß gegenteilige Ansichten respektiert werden und daß diese Diskussion nicht in einem Austausch von Bockigkeiten endet.

      Gruß,
      THW Kiel

      Big Mama schrieb:

      Habe keine "Vorstellungsecke" gefunden, in der ich "Hallo" hätte sagen könnte. Die letzten Beiträge beginnen ebenfalls sofort mit dem Thema. Was soll also diese Maßregelung? Ach, die Antwort gebe ich mir selbst, ich bin ja auch ein Befürworter der Fusion! Die Antwort von The White Wolf kann nicht zufrieden stellen. Sollen wir jetzt den Kopf in den Sand stecken und abwarten, was so auf Bleckede zukommt? Irgend etwas muss doch passieren, damit wir unsere Feuerwehren, Kindergärten und -krippen erhalten können. Bin gespannt auf konstruktive Vorschläge! Immer nur alles besser wissen und 'Runter ziehen ist doch auch nichts! Gute Nacht Big Mama
      Tja, wenn man sich ein wenig mit einem Thema mehr auseinandersetzen würde - wie auch mit dem aktuellen Thema hier - würde man auch mehr erkennen, als nur einen Weg. Im Übrigen möchte ich auf die Tonart hinweisen, die hier im Forum zu beachten sind. Es wird gleich drauflos gepoltert, ohne auf die Beiträge der anderen einzugehen. Wie kann ich mir sonst erklären, dass auf Fragen, die gestellt wurden, keine Antworten gibt, die auch eine wären?
      Ich hoffe, diese Diskussion endet nicht vorschnell, nur weil einige Köpfe (verständlicherweise) etwas erhitzt sind.

      Ich freue mich darüber, dass hier Pro und Contra ausgetauscht werden und hoffe auf weiteren Austausch konkreter Argumente. Ich fühle mich nämlich auch sehr schlecht informiert, weil ich die Argumente in der öffentlichen Diskussion eher als Allgemeinplätze empfunden habe und wenig Konkretes gesagt wurde.

      Ehrlich gesagt habe ich mir immer noch keine abschließende Meinung gebildet und habe deshalb an der letzten Befragung gar nicht erst teilgenommen. Ich hoffe, mir bis Ende Feburar eine Meinung bilden zu können. Also macht hier bitte weiter ;)

      PS Unabhängig von der Fusion bin ich auch wie einer der Vorredner der Meinung, dass wir hier in der Region DRINGEND eine Bahnanbindung brauchen, um die Einwohnerzahlen zu stabilisieren und JUNGE Leute in die veraltete Region zu bringen. Das wäre für mich einer der wichtigsten Punkte, für die Fusion zu stimmen, sofern das daraus resultieren würde? Klärt mich mal bitte auf.
      Viele Grüße von
      Beate

      Ich bin neu hier und heiße Indianer

      Zeitpunkt:

      Leider habe ich, genau wie BigMama, die Vorstellungsecke nicht gefunden und nutze deshalb diese ersten Zeilen für meine Vorstellung.

      Ich unterstütze den Beitrag von Big Mama in allen Punkten und bin sehr verwundert über die heftigen Antworten, die darauf gegeben wurden. Bisher standen in diesem Forum in erster Linie Beiträge gegen die Fusion von Bleckede, Dahlenburg und Amt Neuhaus. Kann es sein, dass es einigen Menschen nicht gefällt, dass sich jetzt auch die Befürworter der Fusion zu Wort melden und damit der Bevölkerung Informationen aus dieser Sicht zukommen?

      Ich bin überzeugt, dass Bleckede nur nach einer Fusion mit den anderen beiden Gemeinden eine Zukunft hat, in der die Bewohner ihren heutigen Lebensstandard halten können. Das ist das erste Ziel. Eine Verbesserung der Lebensumstände auf mittlere oder längere Sicht ist natürlich wünschenswert. Nur jetzt haben wir durch die Fusion die Möglichkeit, einen großen Teil der Schulden erlassen zu bekommen und eine höhere Pro-Kopf-Zuweisung, aufgrund der größere Einwohnerzahl, zu erhalten. Wie wir alle vor einigen Tagen in der Landeszeitung lesen konnten, ist für die Zeit ab 2013 eine generelle Gebietsreform geplant - allerdings gibt es dann keine finanziellen Vergünstigungen mehr.

      Wenn die Fusion jetzt nicht zustande kommt, verschenken wir sehr viel Geld. Das ist aus meiner Sicht absolut nicht sinnvoll.

      Ich werde selbstverständlich am 21. Februar zur Wahlurne gehen und der Fusion zustimmen. Der Einwohnerantrag, der mit 1.000 Unterschriften dem Bürgermeister übergeben wurde, zeigt mir, dass ich keinesfalls mit meiner Meinung alleine bin sondern viele Bleckeder eine neue Bürgerbefragung wollen. Ich habe auch schon viele Stimmen gehört, die beim ersten Mal gegen die Fusion gestimmt haben und aufgrund von neuen Informationen und geänderter Sachverhalte heute für die Fusion stimmen.

      Viele Grüße vom "neuen" Indianer
      Zuerst einmal ein herzliches Willkommen an den Indianer! Ich wünsche Dir viel Spaß im Forum und an den Diskussionen hier.

      @ Bea: Die fehlende Bahnabindung ist sicher ein Problem, das unsere Region nicht eben attraktiver macht. Diesbezüglich sehe ich aber -ganz gleich, ob mit oder ohne Fusion- keine Aussicht auf Besserung. Die Strecke Lüneburg Nord - Bleckede befindet sich seit vielen Jahren in einem anerkanntermaßen schlechten und sanierungsbedürftigen Zustand. Ich bin mir sicher, daß die Strecke schon heute Geschichte wäre, wenn es nicht bis heute das EAW geben würde, das die Strecke durchschnittlich etwa einmal die Woche für Zubringerfahrten nutzt. Hinzu gekommen sind in der Vergangenheit noch einige wenige über das Jahr verteilte Fahrten, die die AVL mit dem "Heide-Expreß" veranstaltet hat.

      Im Herbst des vergangenen Jahres lief eine Ausschreibung, nach der die OHE die Strecke zu einem nicht realisierbaren Preis abzugeben beabsichtigte. Soweit ich informiert bin, wird die AVL die Strecke ab März 2010 von der OHE übernehmen. Positiv daran ist, daß der Erhalt der Strecke so gesichert sein dürfte. Es steht zu hoffen, daß die AVL dann zukünftg ihr Angebot an Museumsfahrten ausbaut und Bleckede so touristisch ein Stück attraktiver wird. Leider bedeutet dieses aber wohl auch, daß ein regelmäßiger Linienverkehr (gleich, ob im Bereich Personen oder Güter) damit noch weiter in die Ferne gerückt ist.

      Junge Leute in unsere schöne Region zu bringen, kann nur dann gelingen, wenn die Attraktivität gesteigert wird. Diese Attraktivität hängt in Zeiten steigender Kosten sehr entscheidend mit der Frage nach Arbeitsplätzen vor Ort zusammen. Ein Signal könnte hier sein, daß die im Ort anfallenden Steuern (also die Grund- und die Gewerbesteuer) gesenkt werden und daß man dadurch Neuansiedlungen von Unternehmen und Menschen direkt unterstützt. Aufgrund der desolaten Finanzlage dürfte für eine solche Maßnahme aber wohl leider wenig Raum sein.

      Ebenso fehlen in der Region leider attraktive Freizeitangebote. Wenn es diese vor Ort schon nicht geben kann, sollte den hier lebenden Menschen zumindestens ermöglicht werden, daß sie sie problemlos erreichen können. Dazu würde auch ein funktionierender ÖPNV gehören. Leider ist das Angebot hier in den typischen Zeiten der Freizeit (also in den Abend- bzw. Nachtstunden, sowie am Wochenende, besonders sonntags) mehr als dürftig. Hier ließe sich nach meiner Meinung einiges machen - denn wenn man auch von hier zu erschwiglichen Bedingungen beispielsweise nach Hamburg und auch wieder zurück kommen würde und dazu auch noch ein Gläschen Bier trinken könnte ohne Angst um den Führerschein haben zu müssen, würde das sicher ein Gewinn an Attraktivität für die Region sein. Wenn hier ds Arguemnt kommt, daß eine soclhe Erweiterung des ÖPNV nicht bezahlbar sei, möchte ich dem entgegen halten daß man dieses m.E. wenigstens versuchen sollte.

      @ Indianer: Zunächst einmal habe ich es für mich so wahrgenommen, daß die heftige Antwort von Big Mama kam. Inhaltlich kann man die Sachen finden, wie man will. Aber, gibt dieses einem das Recht, anders denkende Menschen als engstirnige Miesmacher hinzustellen? Genau dieses hat Big Mama getan - da der Ton bekanntlich die Musik macht, erachte ich eine derart donnernde Einführung als recht unglücklich.

      Wie in meinem vorherigen Beitrag geschrieben, lebt dieses Forum vom Dialog und von unterschiedlichen Meinungen und Ansichten. Über dies ein sachlicher Austausch sicher auch befruchtend wirken. Nur, sachlich sollte es nach meiner Überzeugung schon bleiben. Einer weiteren Diskussion auf sachlicher Ebene wird sich hier wohl keiner verschließen. Über dies ist es mir zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg zu billig, einfach eine Position für oder gegen eine Fusion einzunehmen. Vor dem Hintergrund, daß die Informationspolitik nach wie vor schlecht ist, kann ich für mich kein klares Ergebnis benennen. Um nicht Gefahr zu laufen, am Ende eine Katze im Sack gekauft zu haben, würde ich momentan eher gegen eine Fusion votieren. Letztlich bin ich aber nach wie vor bereit, mich von sachlichen Argumenten überzeugen zu lassen. Ein teuer bezahltes Gutachten, das die Interessenlage der Auftraggeber würdigt (was ja auch legitim ist) erachte ich nicht als gutes Argument auf sachlicher Ebene. Ebenso wenig überzeugen mich die vermeintlichen Nachbessrungen, die seit Sommer erreicht worden sein sollen.

      Ein anderes Argument, das immer wieder kommt, ist die Frage nach dem Amt Neuhaus. Es kann und es sollte nicht unsere Aufgabe sein, das Amt Neuhaus aus dem drohenden Bankrott zu befreien und hierbei zu riskieren, daß wir ein paar Jahre später gemeinsam untergehen. Ich halte es für legitim, daß wir zunächst an uns denken. Diese Aufgabe haben im übrigen auch unsere Ratsmitglieder, die zuerst dem Wohl der Stadt Bleckede verpflichtet sind. Wenn dann gesagt wird, daß wir das so nicht mitmachen, dann ist das unser gutes Recht. Oder sollen wir jetzt den Landkreis Harburg dafür angreifen, daß man dort offensichtlich nicht bereit ist, mit dem schwächeren Landkreis Lüneburg zu fusionieren? Ich finde auch dieses legitim und würde es daher nicht beanstanden. Im übrigen dürfte es so sein, daß alle in der Vergangenheit mehr oder weniger über ihre Verhältnisse gelebt haben. Es ist zwar schön, daß in Neuhaus viel passiert ist. Wenn ich das Geld dafür aber nict habe, hätte ich mir vielleicht erstmal überlegen sollen, was ich mir leisten kann und was nicht.

      Das Argument, man würde im Falle der Ablehnung einer Fusion eine Menge Geld verschenken, erachte ich als nicht zuende gedacht. Auch in der Frage der Biberfreianlage wurde dieses Arguemnt gebracht. Im Kern mag das ja auch stimmen - nur, was nützt uns "eine Menge Geld", wenn sich hiermit letztlich und auf Dauer gesehen nichts erreichen läßt? Entscheidend ist für mich nicht die Momentaufnahme. Vielmehr erachte ich den lagfristigen Nutzen als das entscheidende Argument. Hier dürften Biberfreianlage und Fusion sich sehr ähneln und nach allem, was ich bis jetzt erfahren konnte, zu einem ausgabetechnischen Faß ohne Boden entwickeln. Dieses möchte ich verhindern - gerade weil es um unsere Kinder und Enkelkinder geht und gerade weil ich meine, daß auch diese ein Anrecht darauf haben, daß wir ihnen keinen Scherbenhaufen "vermachen" und sie in geordneten Strukturen und vernünftigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben können. Die angesprochenen Gelder von außen werden schnell aufgebraucht sein - was kommt dann? Hier sehe ich die Lage eher wie Bea und meine, daß wir besser beraten sind, wenn wir uns Gedanken darüber machen, was wir wie verbessern und letztlich attraktiver gestalten können. Die Politik und die Verwaltung sollten einen solchen Prozeß konstruktiv begleiten und an Stellen, an denen es nötig und sinnvoll ist, die Rahmenbedingungen schaffen. Dieses sollte möglich geräuschlos aus dem Hintergrund und nicht durch einseitige Agitationen geschehen.

      Gerade die Frage, ob und wie es uns gelingt, den Lebensstandard auch zukünftig zu halten, beschäftigt mich auch sehr. Einen Zusammenschluß von drei mehr oder weniger maroden Gemeinden stehe ich hier wie beschrieben sehr skeptisch gegenüber - es mutet mir zudem ein wenig so an, als würde man ein Dach bauen wollen, ohne für ein solides Fundament gesorgt zu haben. Ich habe starke Bedenken, daß ein solches Konstrukt früher oder später einstürzen würde und erhoffe mir aus diesem Grunde endlich echte, wirklich nachprüfbare Argumente und keine weiteren Darlegungen von Prognosen oder persönlichen Erwartungen. Nur dann, wenn die Karten endlich auf den Tisch gelegt werden und der Bürger eine echte und faire Prüfungsmöglichkeit bekommt, was die konkreten Vor- und Nachteile einer Fusion angeht, hat dieses Projekt in meinen Augen eine Chance.

      Gruß,
      THW Kiel