Flasche leer, Mineralwasserfabrik

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      Flasche leer, Mineralwasserfabrik

      Zeitpunkt:

      Beim Aufräumen habe ich eine Flasche der Mineralwasserfabrik Carl Steinfeldt, Bleckede gefunden. Weiss jemand etwas über die Fabrik?
      Hersteller der Flasche: G.F.Glasindustrie, Dresden. Herstellungsdatum ist nirgendwo erkennbar.
      Bilder
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      Hallo!

      Der Name Carl Steinfeldt ist mir im Zusammenhang mit einer Mineralwasserfabrik in Bleckede absolut unbekannt. Das Herstellungsdatum dürfte deutlich vor 1945 liegen. Ich würde dieses aus der Herstellerangabe "G.F. Glasindustrie Dresden" schließen.
      Ich werde am Wochenende mal sehen, ob ich den Namen Cark Steinfeldt wenigstens etwas eingrenzen kann. Vielleicht kommen wir so etwas weiter.

      Gruß,
      THW Kiel
      Hui, dass unsere Heimatbegeisterten auch noch nichts davon gehört haben (ich als Laie natürlich auch nicht), spricht für die Seltenheit des Fundes. Mal sehen, was die beiden uns an Infos noch ausgraben. Vielleicht hat der eine oder andere dazu noch Informationen? Fragt doch mal bei den älteren Mitmenschen in Bleckede nach.
      In der Hoffnung, die Frage etwas eingrenzen zu können, habe ich nun mal meine alten Bestände an Adreßbüchern durchforstet.
      Hierzu ist vorab anzumerken, daß das älteste bekannte Adreßbuch von Bleckede bzw. dem damaligen Kreis Bleckede das von 1932 sein dürfte. Von Lüneburg bzw. dem früheren Kreis Lüneburg gibt es auch ältere Ausgaben. Das liegt wohl daran, daß die Bücher in der Von Stern`schen Buchdruckerei in Lüneburg entstanden sind und sich vor der Zusammenlegung der alten Kreise Lüneburg und Bleckede im Jahre 1932 dort niemand um Bleckede gekümmert hat.

      Nun aber zu den Daten selbst. Zunächst fällt auf, daß ab 1932 jeweils zweimal der Name Steinfeld - wichtig ist hier die Schreibweise mit dem einfachen "d" am Ende - erscheinen. Theodor unter der Adresse Breite Straße 7 (ab 1933 Adolf-Hitler-Straße 7) und Wilhelm unter der Adresse Ernst-August-Straße 11. Sowohl Theodor als auch Wilhelm Steinfeld waren Glasermeister bzw. Glaser. Von einem Steinfeldt - also mit "dt" am Ende - ist zunächst nirgendwo die Rede.

      Dieses gilt so für die Jahre 1932, 1934/!935, 1936, 1937, 1938 und 1939. Von 1939 ist offensichtlich das letzte Adreßbuch, daß vor 1949 erschienen ist.

      Im Adreßbuch von 1949 fällt dann zunächst auf, daß es keinen Steinfeld mehr in Bleckede gibt. Statt dessen gibt es nun mehrere Steinfeldt in Bleckede. Theodor und Wilhelm bzw. Willi sind oben bereits erwähnt worden. Neu ist nun Carl Steinfeldt hinzu gekommen. Er erscheint in den mir vorliegenden Adreßbüchern für 1949, 1953 und 1956 mit der Berufsbezeichnung Rentner unter der Anschrift Zollstraße 32.

      Dieser Umstand dürfte für den Fall, daß dieser Carl Steinfeldt identisch ist mit dem Mineralwasserproduzenten (was ich ganz stark vermuten würde) darauf hindeuten, daß es sich bei dieser Mineralwasserfabrik um eine Geschichte aus der Zeit nach dem II. Weltkrieg handeln könnte. Eine Möglichkeit wäre die, daß Carl Steinfeldt ein Flüchtling war, der nach 1945 in Bleckede gelandet ist und bis zum Erreichen des Rentenalters (was offensichtlich schon vor 1949 gewesen sein dürfte) hier noch eine kurze Zeit produziert hat. Wenn es so sein sollte, dürfte es sich bei der Flasche um eine echte Rarität handeln.

      Aus der Zeit nach 1945 könnte man eventuell noch den einen oder anderen Zeitzeugen finden, der sich erinnern kann. Zudem könnten Paula oder Martin Gödecke, die ja heute in der Zollstraße 32 wohnen, eventuell etwas zu der Sache sagen. Soweit zum momentanen Ergebnis meiner Forschungen. Ich werde weiter forschen und das Ergebnis dann hier mitteilen.

      Gruß,
      THW Kiel

      Wo ist die Quelle abgeblieben?

      Zeitpunkt:

      Guten Morgen,
      Eure Recherchen nach Carl Steinfeldt kann ich leider nicht vorantreiben. Auch meine Anfragen bei älteren Bleckedern brachten keinen Hinweis.
      Mir stellt sich in dem Zusammenhang aber die Frage, woher wurde das Mineralwasser genommen? Stammte es aus einer Quelle (ganz allgemein gesprochen) hier in der Gegend oder wurde es –nur– hierher gebracht und dann abgefüllt?
      Die Frage nach einer Quelle stellt sich hier im Tiefland eher nicht, sondern höchstens die nach einem Brunnen: Wo war der?
      Gruß
      bleckMan
      Es grüßt[IMG:wcf/images/smilies/ok.gif] bleckMan
      Bislang sieht es mit den Neuigkeiten leider eher dürftig aus. Wie Grubert und bleckMan es bereits geschrieben haben, verlief bzw. verläuft die Befragung von Mitmenschen, die es wissen könnten, in der Form, daß es keine neuen Informationen gibt. Momentan trete ich auf der Stelle, wobei eine Antwort noch aussteht.

      Eine Variante, die ich inzwischen auch im Bereich der Möglichkeiten sehe ist auch die, daß die Flasche eine ergebnistechnische Mogelpackung sein könnte. Damit meine ich, daß ich auch in Erwägung ziehe, daß es in Bleckede zu keiner Zeit zu einer Aufnahme der Produktion gekommen sein könnte. Unter der Maßgabe, daß die Vermutung hinsichtlich der Flüchtlingsgeschichte stimmt, könnte sich die Herkunft der Flasche aus Ostdeutschland (zwischen 1945 und 1949 SBZ) erklären. Für diesen Umstand könnte zudem sprechen, daß sich damals die Gelegenheit zur Produktion der Flaschen ergab und man diese auf Verdacht und in der Erwartung, hier eines Tages produzieren zu können, hat produzieren lassen. Zu bedenken sein dürfte hier, daß in der Zeit nach 1945 absolute Materialknappheit herrschte und daß man so darauf angewiesen war, jede Möglichkeit zu nutzen. Vor dem Hintergrund, daß ein Carl Steinfeldt (der wahrscheinlich mit dem vermeintlichen Mineralwasserproduzenten identisch ist) schon im Adreßbuch von 1949 als Rentner erscheint, dürfte klar sein, daß das in Frage kommende Zeitfenster sehr klein gewesen sein muß.

      Wer weiß, was da alles schief gelaufen ist auf dem Weg Bleckedes zu einem Brunnenstandort.
      Ich hoffe, diesbezüglich irgendwann Licht am Fahrrad zu haben.

      Gruß,
      THW Kiel

      Wir müssen das unbedingt noch vor dem 21.02.2010 herausfinden!!

      Zeitpunkt:

      Stellt Euch doch mal vor:
      Bleckede hätte einen mineralisch angereicherten Brunnen, wir könnten das Mineralwasser "ElbSchloss-Biberwasser" nennen, wir brauchten dann erst recht keine Fusion mehr. Wer bei uns einsteigen wollte, müßte uns was geben - aber keine Schulden!
      Was sich da an Perspektiven auftut!
      Allein die Radwanderer mit ihren vielen Mineralwasserbehältern am Rad. Die kippen doch ihr Wässerchen weg, wenn die von unserem hören und kaufen und kaufen.
      Vielleicht könnten wir dann auch Herrn Wagner etwas "unter die Arme greifen", damit der Leerstand in Bleckede ein Ende hat. Überhaupt Leerstand, da kommen überall "
      ElbSchloss-Biberwasser" - Verkaufsstellen rein, hübsch gekachelt - blau-gelb oder so.
      Dr. Sevecke schließt seine Praxis, sein Orchester wird Kurorchester und spielt jeden Tag vormittags und nachmittags auf dem Marktplatz - ach, ich muß aufhören; wenn ich an all die Möglichkeiten für unser Städtchen denke, geht mir das Herz auf!!!
      Lüneburg würde sich die Krätze an den Hals ärgern mit seinem popeligen Solebad.
      Also Leute ran und das Wasser ausfindig machen!
      Ich helfe mit
      Euer bleckMan
      Es grüßt[IMG:wcf/images/smilies/ok.gif] bleckMan
      Soweit mir bekannt ist, liegen die Markenrechte an der Marke "ElbSchloss" bei der Hamburger Holsten-Brauerei.
      Die frühere Bavaria-St. Pauli Brauerei ("Astra") hat vor etwa 20 Jahren die ElbSchloß-Brauerei in Hamburg-Nienstedten übernommen. Damit gingen auch die Markenrechte an die Bavaria-St. Pauli Brauerei. Diese wiederum wurde dann später zunächst von der Freien und Hansestadt Hamburg übernommen und ein paar Jahre später an die Holsten-Brauerei aus Hamburg-Altona veräußert, wo heute die Rechte am Markennamen "ElbSchloss" liegen dürften.

      Von daher dürfte es schwer werden, diesen Markennnamen für ein Bleckeder Wasser zu nutzen. Auch vor dem Hintergrund, daß es den Biber inzwischen fast überall an der Elbe gibt und er damit beileibe keine Bleckeder Besonderheit ist, würde den Bleckedern eine derartige Vermarktung wohl nur in die Schuhe laufen können.

      Mein Vorschlag wäre daher, daß man einen leicht gelblich eingefärbten Schnaps produziert und diesen dann als "Bleckeder Biber-Urin" oder als "Bleckeder Biber`s Rache" vermarktet. Oder, man nimmt ganz einfach Kola-Flaschen und etikettiert diese um auf "Bleckeder Elbwasser"...

      Gruß,
      THW Kiel

      Die große Suche

      Zeitpunkt:

      Hallo Leute,

      das ist ja mal wieder ein schönes "Bleckede-Rätsel" welches wohl nicht so schnell zu knacken sein dürfte. Zur Aufklärung kann ich auch (noch) nicht beitragen aber das Rätsel erweitern.
      Erst einmal zu der Annahme von THW Kiel dass es sich um eine Art "Mogelpackung" handeln könnte mit einer geplanten Aufnahme der Fabrikation zu besseren Zeiten. Das würde ich anders sehen, ich denke die Flasche ist bereits eine Vorkriegsproduktion.
      1. ist Dresden im 2. WK völlig zerbombt gewesen, daher denke ich nicht, dass es nach dem Krieg bereits eine bestehende Infrastruktur in Dresden gab und das bei absoluter Mangellage an Allem und dann noch so ein weiter Handel von der damaligen SBZ in die britische Zone? Glaube ich nicht.
      2. kenne ich diese Flaschen aus der ehemaligen Kronenbrauerei in Lüneburg. Ein ehemaliger Mitarbeiter erklärte mir mal bei einer der "Museumsnächten" in Lüneburg, dass es diese Flaschen mit dem Verschluß bereits in den 1920er Jahren gab. Es gab sie allerdings natürlich auch noch später nach dem Krieg, ich erinnere mich als Kind noch an die Brauseflaschen aus Hitzacker "Juventabrunnen" die auch so aussahen. Soweit ich das anhand der Bilder erkennen kann, ist das Glas aber noch nicht so "industriell". Hat die Flasche noch Lufteinschlüsse? Dann ist es auf jeden Fall eine Vorkriegsproduktion.
      3. zum Wesentlichen: es gab anscheinend nicht nur diese Flaschen mit Mineralwasser sondern auch eine Brauerei in Bleckede! Bei Bauarbeiten in den 70er oder 80er Jahren kam eine Bierflasche MIT INHALT! ans Tageslicht und ebenfalls mit der Inschrift einer Bleckeder Firma womit die Frage ob es überhaupt eine Produktion gegeben hat, geklärt sein dürfte. Ob es sich auch um diesen ominösen Carl Steinfeldt handelt kann ich noch nicht sagen. Den Beweis werde ich (hoffentlich) nachliefern, da ich den Besitzer der Flasche kenne und hoffe, dass er sie auch noch hat.
      Bereits vor einigen Jahren habe ich versucht darüber etwas herauszufinden, es ist mir leider anhand meiner Bücher auch nicht gelungen. Es scheint nichts schriftliches darüber zu geben. Wenn man sich aber überlegt, dass Lüneburg zu seinen besten Zeiten mal über 80 Brauer hatte, ist das ja auch für Bleckede denkbar.
      Ich werde auch mal in der Richtung weiter forschen.

      Gruß
      Rainer
      Noch ein Nachtrag:

      Im Internet findet man unter Glasindustrie Dresden nur eine einzige Firma. Ich denke daher, man kann den Zeitraum auf die Zeit bis 1943 eingrenzen. Hier zitiere ich mal aus einer Seite die alte Aktien verkauft:

      Herstellung von Flaschen aller Art und Farbe, Ballons, Medizin- und Kleinglas, Bierkrügen, Kannen, Flaschenverschlüssen, Bauglas, insbesondere Glasbausteinen, Glasprismen, Glasziegeln usw., Hartglas, Beleuchtungsglas. Gegründet 1862; AG seit 23.09.1888 mit Wirkung ab 01.01.1888. Gründung unter Übernahme der Dresdner Glasfabrik Friedr. Siemens in Dresden unter der Firma AG für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens. Durch Hauptversammlungsbeschluß vom 08.07.1943 Änderung der Firma in Siemens-Glas AG.

      Der Zusatz: G.F. könnte Glasfabrik heissen.

      Königstiger: Ist evtl. auf der Flasche noch ein D.R.P? (Deutsches Reichspatent)

      Gruß
      Rainer
      @ Rainer:
      Über die Punkte, daß Dresden im II. Weltkrieg völlig zerbombt wurde und Deutschland sich nach dem Ende des Krieges in einer völligen Mängellage befand, habe ich mir auch Gedanken gemacht. Vor diesem Hintergrund betrachte ich meine obige Vermutung auch als alles andere als sicher.
      Stutzig macht mich nach wie vor die Sache mit den Adreßbüchern. Ebenso habe ich bisher keine Quelle finden können, aus der sich ein Hinweis zu einem Carl Steinfeldt von vor 1949 ergibt.
      Zur Sache mit der Flasche und dem Hinweis auf Dresden kann ich vielleicht noch etwas ergänzen. Ich habe hier noch eine alte Bierflasche der ehemaligen Lüneburger Brauerei Hasenburg. Leider habe ich bisher nicht herausbekommen können, wann diese Brauerei die Produktion eingestellt hat. Interessant und hilfreich könnte in diesem Zusammenhang der Porzellanverschluß sein. Dieser enthält im Innenteil folgende Aufschrift:
      "AKTIEN-GES. F. GLASINDUSTRIE DRESDEN" Alle Buchstaben sind groß geschrieben. Auf der Außenseite befindet sich die Aufschrift:
      "BRAUEREI HASENBURG LÜNEBURG" Auch hier sind alle Buchstaben groß geschrieben. Ein Hinweis auf ein Deutsches Reichspatent (DRP) ist an der Flasche nicht erkennbar. Möglicherweise kann man über die Schreibweise des Firmennamens oder die Art des Aufdruckes eingrenzen, wann die Flasche etwa produziert wurde. Dieses könnte dann eventuell helfen, um das Alter der Bleckeder Mineralwasserflasche einzugrenzen.
      Gruß,
      THW Kiel

      Flasche Hasenburger Brauerei

      Zeitpunkt:

      Hallo nochmal zusammen,

      @ THW Kiel:
      wenigstens dein Rätsel zur Flasche kann ich schon lösen. Das Gründungsdatum ergibt sich aus dem Buch: Salz und Malz von H.C. Pless von 1985. Er schreibt:
      "1875 wird die Hasenburger Brauerei AG von Beneckendorff und Behrens am Stadtrand gegründet". Als Hinweis auf das Ende ist dort nur die vage Ansage: zwischen den beiden großen Kriegen. Das genaue Datum ergibt sich nun wieder aus dem Buch: 450 Jahre Kronenbrauerei zu Lüneburg von 1935. Dort steht: "Als letzte große Konkurrenzbrauerei ging 1919 die frühere Hasenburg A.-G. endgültig ein. Die auch schon mehrere Jahrhunderte alte Brauerei W. Luhmann befaßt sich nur noch mit der Herstellung von Braunbier und dem Vertrieb fremder Biere." Wie bereits erwähnt, wurde die AG Glasindustrie 1888 gegründet also ist der Zeitraum von 1888 - 1919 eingeschränkt. Ein schönes altes Flaschenexermplar also. yes9

      Gruß
      Rainer
      @ Rainer:
      Zunächst einmal Danke für die Hinweise zu der Flasche der Brauerei Hasenburg. 1919 als Datum der Betriebseinstellung hätte ich nicht vermutet.

      Die Angabe, nach der die Galsindustrie Dresden 1943 umbenannt wurde in Siemens Glas Ag muß nicht zwangsläufig bedeuten, daß zeitgleich auch die Beschriftung auf den Flaschen geändert wurde. Ich kenne mehrere Beispiele aus der Industrie, in denen eine derartige Veränderung zeitversetzt vorgenommen wurde. In einigen Fällen wurde sie auch nie vorgenommen. Dieses war meistens dann der Fall, wenn eine alte Marke gut eingeführt war und eine überdurchschnittliche Bekanntheit besaß. Im Jahr 1943 könnte ich mir auch vorstellen, daß ein Hauptaugenmerk auf die Aufrechterhaltung der Produktion gelegt wurde und alles andere erstmal nebensächlich war.

      Gruß,
      THW Kiel