Bleckede über die Elbbrücke

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      Interessant sind doch einzelne Punkte:

      Zu 1: Die Elbbrücke fördert die wirtschaftliche Entwicklung im Ostteil des Landkreises Lüneburg.
      Das der Ostteil überhaupt zum Landkreis gehört ist für mich unssinnig. Dann wird hier mal wieder an anderen Orten gefegt, obwohl vor Ort genug Unrat wegzuschaffen wäre.

      Zu 2. Die Elbbrücke fördert die sozialen und kulturellen Kontakte.
      Inwiefern? Heute sind die Menschen online miteinander vernetzt. Da sind genug Brücken, um sich auszutauschen. Ansonsten reicht die Fähre.

      Zu 3. Die Elbbrücke kann den Bevölkerungsrückgang im Amt Neuhaus stoppen.
      Wir können auch eine Brücke in die Wüste bauen. Das stoppt sicherlich dort auch den Bevölkerungsrückgang. Wie sieht es in den umliegenden Dörfern aus? Ich entsinne mich, dass Alt-Garge auch mal wesentlich atraktiver war und dass dort wesentlich mehr Menschen lebten.

      Zu 4. Die Elbbrücke sichert Mobilität und berechenbare Wege zu Arbeitsstätte und Schule.
      Nur bei Hochwasser und/ Eisgang wäre sie hier von Vorteil. Die Fähre fällt zu selten aus, dass dies ein Grund wäre.

      Jetzt zwei Hammerargumente:

      Zu 5. Die Elbbrücke reduziert die Schadstoffbelastung und den Verbrauch an Treibstoffen.
      Sicher, durch den dann zunehmenden Verkehr wird die Umwelt sicher entlastet...

      Zu 6. Die Elbbrücke ist umweltverträglicher als der heutige Zustand
      Äh? Da steht keine Brücke?? Wie kann die dann umweltverträglicher sein, wenn erst in die Natur eingegriffen wird?

      Zu 7. Die Elbbrücke entlastet die Einwohner, Unternehmer, ARbeitnehmer und Touristen von Fährkosten.
      Öhm, wenn in Neuhaus eh (kaum) bzw. keiner lebt, muss auch nicht entlastet werden. Zudem ist die Fähre hier ein Stück Kulturgut geworden. Es ist ein Unterschied, ob ich über eine Brücke fahre oder mit der Fähre.

      Zu 8. Die Elbbrücke erspart Land- und Forstwirtschaft jährlich mehr als 100,00€.
      Mag sein, aber vielleicht hätte man erst vor Ort schauen können, wo Ersparnisse möglich sind? Stichwort Kläranlage, Strom etc.

      Zu 9. Die Elbbrücke verbindet Kirchengemeinden diesseits und jenseits der Elbe.
      Was hat das denn jetzt mit der Elbbrücke zu tun? Aus meiner Sicht - NICHTS.

      Zu 10. Die Elbbrücke bietet Chancen zur Förderung des Tourismus.
      Klar, die besuchen dann alle das Elbschloss, sorry, Bioshärium oder so. War ja auch eine teure Investition. Jetzt müssen die Neuhauser und Co. unbedingt hierher und Geld bringen.

      Zu 11. die Elbbrücke kostet derzeit 45 Millionen Euro - die Finanzierung ist weitgehend gesichert.
      Genau wie gesicherte Finanzierung des Deichbaus... 45.000.000€ - lasst mal die Zahl auf der Zunge zergehen und überlegen, ob solch Beträge nicht andersweitig nutzbar sind, die auch wichtiger sind.

      Zu 12. Die Elbbrücke vollendet die Einheit in unserer Region.
      Mag ich zu bezweifeln. Die Einheit ist ja nicht mal in der Bleckeder Politik vollendet...


      Die eine oder andere Aussage ist gerne mit etwas Sarkasmus zu sehen.

      Hier noch der Link zur Homepage, wo u.a. auch ein werbewirksames Video gedreht wurde.

      Hoffentlich ist das Thema bald durch

      Zeitpunkt:

      Alle Punkte kann ich auch nicht unbedingt teilen, aber vieles ist aus meiner Sicht schon richtig. Wenn ich mir überlege, was man mit 40 Mio. hier im Ostkreis alles auf die Beine stellen könnte, fällt mir sicherlich eine Brücke nicht ein. Gleichwohl wird laufend von den vielen armen Kindern gesprochen, die, wenn die Fähre nicht fährt über Boizenburg müssen. Frage 1: Über wie viele Kinder reden wir überhaupt? 500? 1.000? - Wohl kaum, vielleicht 50.
      Frage 2: Warum müssen diese "vielen" Kinder eigentlich nach Bleckede/Dahlenburg/Lüneburg? - Boizenburg wäre wesentlich stressfreier.
      Frage 3: Wenn die Brücke kommt, dürften die Tage für die Fähre in Bleckede auch gezählt sein - oder?
      Frage 4: Sind dann die Menschen aus Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse begeistert über den Umweg über die Brücke?
      Frage 5: Was ist mit dem Tourismus im Bleckeder Hafen und den angesiedelten Betrieben, wenn es die Fähre in Bleckede nicht mehr gibt?
      Frage 6: Wie sieht die gesamte Infrastruktur nach dem Bau der Brücke aus? So wie in Lauenburg?
      Frage 7: Wer profitiert am meisten von der Brücke? Sind es die Leuten, die im Raum Neuhaus kurz nach der Wende günstig Grundstücke geschossen haben?

      Zusammengefasst dürfte es für Bleckede keine Vorteile haben wenn eine Brücke gebaut wird.
      Die Arbeitsplätze für beide Fähren gehen verloren und Touristikbetriebe in Bleckede würden zumindest Nachteile haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Charlie ()

      Von den vielenFragen, die Du - Charlie - absolut zu Recht stellst, möchte ich mir (zumindest erst einmal) die Nummer Zwo herausgreifen:

      Warum müssen diese Kinder unbedingt (koste es, was es wolle???) unbedingt au die andere Elbseite eingeschult werden??? Ich - selbst Vater von vier Kindern - begreife es nicht!

      VG
      T4
      Also ich bin grundsätzlich für die Brücke. Aber es ist genauso wie beim Deichbau -

      WIESO SOLLEN DIE BÜRGER AUS DEM LANDKREIS EINE BRÜCKE FINANZIEREN, WENN ES AUFGABE DES LANDES ODER BUNDES IST DIESE ZU BAUEN.

      Wenn man die Historie sieht, war es eine klare Sache, dass das Land oder der Bund die Brücke bauen sollte. Alle Ministerpräsidenten haben im Wahlkampf gesagt, dass sie die Brücke wünschen. Auch unsere
      CDU-Bewerberin um den Landtag (aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg) sagt dieses. Das Verwaltungsgericht hat vor Jahren bereits in einer Entscheidung festgestellt, dass der Landkreis Lüneburg nicht dafür
      zuständig war, eine Brückenquerung in einem anderen Landkreis zu planen. Klar alles eine übergeordnete Infrastrukturmaßnahme - und solche Aufgaben sind vom Land druchzuführen und zu finazieren.

      Aber das Land hat anders gearbeitet. Man hat die Landstraßen (!) die zu beplanen waren zu Kreisstrassen abgestuft. Und jetzt sollen die Bürger des Landkreis Lüneburg die Sachen bezahlen, die das Land
      machen muss! Es wäre ja eine Möglichkeit, der Landkreis beteiligt sich mit 10 Mio und das Land baut und unterhält die Brücke.

      Übrigens, heute steht im Bericht über den Deichbau Walmsburg das auch die Stadt Bleckede die 1. Gemeinde in Niedersachsen ist, die einen Deichbau (mit 750.000 EUR Gemeindegelder der Bürger und Bürgerinnen) finanziert und ausführt.
      Nur womit wollen die Gemeinden das überhauptzahlen, wenn sie jetzt schon ziemlich überschuldet sind. Wer zahlt denn letztendlich wieder drauf? Das sind doch die Bürger, nicht, die, die es verbockt haben. Die bekommen ja noch eine Abpfindung, wenn sie gehen (müssen).

      Wie gesagt 45.000.000€. Was kann man damit anderes nützliches mit finanzieren.
      Sorry, aber ich trau dem Braten nicht.
      Das war genau so mit der Fusion - und die gleichen Leute sind auch wieder hier am werkeln.

      Und heute ganz toll in der LZ "über 2.000 Menschen hatten an der Lichterkette teilgenommen - mehr als erwartet"!
      Das Amt Neuhaus hat rund 4.900 Einwohner, Bleckede ca. 9.500, Dahlenburg ca. 6.200 - wir reden hier über 10%.
      Wenn die Brücke der unbedingte Wunsch aller Bürger sein soll, ist das mehr als dünn.
      Interessant ist auch die Umfrage der IHK (INdustrie- und Handelskammer). Soweit ich gehört habe, haben sich nur etwa 14 % aller befragten Mitgliedsbetriebe geäußert. Von diesen sollen sich etwa 2/3 für den Bau einer Brücke ausgesprochen haben. Was aber bedeutet das? Wenn man es auf die Gesamtzahl aller Mitgliedsbetriebe (deren Interessenvertretung die IHK ja ist...) hochrechnet, dann ist die Zahl der Befürworter erschreckend gering. Man könnte nun entgegenhalten, daß es auch ein demokratisches Recht ist, sich aus verschiedenen Gründen (z.B. Gleichgültigkeit oder Desinteresse) nicht an einer ABstimmung / Befragung zu beteiligen.

      Genau das ist bei der Fusion passiert als eine Gruppe vermeintlich einflußreicher Politiker die Ansicht vertrat, ein demokratisch zustande gekommenes Votum sei wegen einer geringen Beteiligung nicht repräsentativ und die angebliche, schweigende Mehrheit sei weitaus größer als die der Ablehner. Was die daraufhin angezettelte, erneute Befragung eingebracht hat, wissen wir alle noch.

      Zum Thema Brücke ist festzuhalten, daß es vom ersten Momenta an (vermutlich aus "gutem" Grund) versäumt wurde, die Frage des Brückenbaus an eine dauerhafte Bestandsgarantie für die Bleckeder Fähre zu knüpfen. Nur dann machen diese Überlegungen nämlich ansatzweise Sinn. Andernfalls ist jetzt schon klar, daß die Menschen in Bleckede (einschließlich Neu Bleckede und Neu Wendischthun die Zeche eines Brückenbaus zahlen würden. Die Fähre hat aus touristischer Sicht und als innerstädtische Verbindung eine große Bedeutung und muß in jedem Fall bleiben. Im Bleckeder Hafen wurden in den letzten Jahren große Anstrengungen zur Aufwertung und Steigerung der Attraktivität unternommen. Mit einem Wegfall der Fähre wären diese Bemühungen wertlos.

      Auch im Hinblick auf den Tourismus und das Biosphaerium im Schloß ist die Fähre unverzichtbar als schnelle Verbindung für Radfahrer und andere Touristen. Die Meinung der Flußlandschaft Elbe GmbH, nach der eine Brücke Vorteile für Busreisende, die dann die Elbe im Bus überqueren könnten, vermag ich nicht zu teilen.

      Deutlich hinterfragen sollte man auch die Entscheidungen auf politischer Ebene. Nicht nur, daß ein Beitritt der Stadt Bleckede zum Verein Brücken bauen e.V. als Verstoß gegen das politische Neutralitätsgebot zu werten ist, ist es äußerst befremdlich, daß der Rat der Stadt Bleckede sich in der Sitzung am 18. Oktober 2012 mehrheitlich für eine Elbbrücke bei Neu Darchau / Darchau - und damit gegen die Interessen der Stadt Bleckede - ausgesprochen hat.

      Die erhoffte wirtschaftliche Belebung des Neuhäuser Streifens wird sich durch den Bau einer Brücke gewiß nicht einstellen. Vielmehr dürfte jetzt schon klar sein, daß eine Brücke mehr Verkehr (insbesondere auch Schwerlastverkehr) in unsere schöne, vergleichsweise naturnahe Elberegion holen würde. Den Nachteil zunehmender Belastungen hätten alle Menschen, den Vorteil einer Brücke hätten einige, wenige Profiteure, die dieses Projekt um jeden Preis wollen.

      Zum Thema Vorteile liegt mir noch die Frage nach den Kosten für die Werbekampagne auf der Zunge. So eine Werbekampagne mit Festen, Aktionen, Werbung auf Linienbussen oder im Kino ist recht kostenintensiv. Eine Frage wäre die, wodurch die hierfür anfallenden Kosten gedeckt werden. Die nächste die, aus welchem Grund Menschen oder Firmen Gelder für diese Projekte geben. Der Grund dürfte auf der Hand liegen - sie werden sich für den Fall eines Brückenbaus wirtschaftliche Vorteile ausgerechnet haben. Gegen diese wenigen Gewinner einer Brücke stünden viele Verlierer.

      Eine Stimme für den Brückenbau bedeutet eine Stimme gegen den Erhalt der Fähre in Bleckede! Aus wirtschaftlicher Sicht würde der Bleckeder Fähre mit dem Bau einer Brücke die Existenzgrundlage genommen werden und solange es hier keine klare, verbindliche Zusage zum dauerhaften Erhalt gibt, kann ein Brückenbau nicht im Interesse der Stadt Bleckede sein. Denn, der innerstädtische Weg von Bleckede nach Neu Bleckede würde sich von heute ca. 2 km auf dann etwa 35 km (über Neu Darchau) oder gar etwa 45 km (über Lauenburg) verlängern.
      Mehrkosten für den Weiterbetrieb der Fähre nach einem Brückenbau würden angesichts leerer Kassen bzw. Entschuldungsvertrag weder die Stadt Bleckede noch der Landkreis Lüneburg auffangen können.

      Von daher erachte ich die Überlegungen in Sachen Brücke zum jetzigen Zeitpunkt angesichts diverser offener Fragen noch immer für unausgereift und für Bleckede nachteilig.
      Ich werde aus den vorgenannten Überlegungen und im Interesse meiner Heimatstadt Bleckede am Sonntag mit "NEIN" stimmen.

      Gruß,
      THW Kiel
      Ich glaube auch, dass der Kreis sich den "Luxus" eines mindestens 45.000.000,-€ teuren Brückenneubaus, plus deren Unterhaltskosten UND einer Fähre in Bleckede nicht leisten kann.

      Deshalb stimme ich auch für meine Heimatstadt und gegen eine Brücke.
      Bin in Djibouti Taxi gefahren, nun fürchte ich nichts mehr.
      Für mich ist das Ergebnis doch ziemlich überraschend und wirft für mich die Fragen auf, ob sie die Leute dafür nicht interessieren (weil es sie ja nicht direkt betrifft), oder ob sie sich (aus dem Grund des Desinteresse) erst gar nicht informiert haben.

      Vielleicht sollte man jetzt noch einmal sämtliche Kosten offenlegen, die auf die Bürger zukommen würden und anschliessend ggf. die Bürger erneut befragen. Für mich war das Ganze ziemlich schwammig.