Deichbau in Alt Garge

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      Deichbau in Alt Garge

      Zeitpunkt:

      Quellenangabe für den angehängten Artikel: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Ausgabe Nr. 229 vom 01.10.10, Seite 3

      In der heutigen Ausgabe der LZ wird nachzulesen sein, daß der Deichbau in Alt Garge auf der Kippe steht weil das Land Zusagen hinsichtlich der in Aussicht gestellten Zuschüssen nicht mehr einhalten will. Eine Ohrfeige für alle, die in den letzten Jahren massiv mit dem Hochwasser gekämpft und sich auf die Einhaltung der Zusagen durch das Land Niedersachsen verlassen haben.

      In Alt Garge besteht aktuell die letzte Lücke des Deiches im niedersächsischen Bereich der Elbe zwischen Cuxhaven und Schnackenburg. Während es andernorts üblich war und ist, daß das Land Niedersachsen für die Kosten des Deichbaus aufkommt, soll hier wieder das praktiiziert werden, was schon in Alt Wendischthun und in Walmsburg passiert ist. Es kann und es darf nicht sein, daß Bleckede anders behandelt wird als zum Beispiel das Amt Neuhaus. Der dortige Deichabschnitt wurde seit der Wende auf mehr als 45 km Länge umfassend und gründlich mit Landesmitteln saniert.

      Für die Menschen in Bleckede und insbesondere die in Alt Garge ist der heutige Pressebericht eine mehr als donnernde Ohrfeige.

      Gruß,
      THW Kiel
      Dateien
      Was ich schon immer gesagt habe, der Bürger wird nur vera....t und die Gemeinde sollen die Kosten tragen und nicht die Länder und der Bund. Frage: Wie sollen 10.000 Einwohner den Eigenanteil tragen. Sollte man ein Kopfgeld "Deichbau" einführen. Und nochmal der Hinweis: BLECKEDER WAR DIE EINZIGE KOMMUNE IN NIEDERSACHSAEN DIE BISHER FÜR DEN DEICHBAU BEZAHLEN MUSSTE!!!!!!!!!!!!!!
      Eine Kosten-Nutzen-Analyse für Alt Garge habe zudem gezeigt, dass den Baukosten von 5,6 Millionen Euro lediglich schützenswerte Güter im Wert von 5 Millionen Euro gegenüberstehen


      Die Alt Garger sind also nicht so viel WERT, dass es sich "lohnen" würde, sie vor dem Hochwasser zu schützen?
      Viele Grüße von
      Beate
      Nun gebt doch unserem neuen, bisher blass gebliebenem Landesvater Mc A..... die Chance sich beim nächsten Jahrhunderthochwasser in Gummistiefeln und Südwester vor die versammelte Presse zu stellen und Erklärungen zum dann notwendigen, sofortigen Handeln abzugeben.
      Ist der Deich erst einmal auf ganzer Länge fertig gestellt entgeht ihm doch diese Chance dazu!!!
      Ist es nicht sehr egoistisch von den Alt Gargern ihn um diese einmalige Gelegenheit bringen zu wollen!! Was sind da schon 5 Mill. Euro schützenswerte Güter??? Eine solche Werbung in eigener Sache wäre unbezahlbar!! Also - bitte etwas mehr Verständnis für unseren Präsi.
      NIVEAU ist keine Handcreme!!!
      Ich würde unserem Landesvater dann aber nicht raten sich zu dicht an mein dann
      abgesoffenes Grundstück zu stellen. Es könnte nämlich sein das er dann die
      Wassertemperatur testet. yes9

      Nein im Ernst, es ist eine bodenlose Unverschämheit. Wenn auch nur ein halbwegs
      wichtiger sogenannter " Bürgervertreter" hier wohnen würde, hätten wir als erstes
      einen Deich bekommen, da wir anscheinend aber Menschen zweiter Klasse sind,
      dürfen wir ruhig absaufen. :cursing:

      Borussia
      Ja wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein
      Mich verblüfft es, daß gerade eine Behörde nun versucht, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufzustellen. Das kann nur regelmäßig schief gehen, denn Behörden und Wirtschaftlichkeit sind zwei Dinge, die sich grundsätzlich ausschließen. Interessieren würde mich zudem, ob sich bei der Sanierung der Deiche im Bereich Amt Neuhaus auch irgendjemand solche Gedanken gemacht hat. Auch hier habe ich Zweifel, denn dann hätte dort vermutlich kein einziger Meter neu gebaut werden dürfen. Für die paar Leute, die dort im Verhältnis gefährdet wären, wäre es ganz bestimmt erst recht nicht zu rechtfertigen gewesen, auf ganzer Länge schöne neue Deiche hinzustellen. Hinzu kommt noch, daß die Kosten dort komplett aus Zuschüssen aufgebracht wurden. Das mußte sein, denn die Gemeinde Amt Neuhaus ist ja strukturschwach wie keine andere im Landkreis.

      Da sind sie nun also wieder, die diversersen Vorteile, die wir hier im Raum Bleckede von der Einheit haben. Auch die Fusion wäre einer dieser Vorteile gewesen. Leider wurde dieser großzügige Köder von uns Bleckedern, tölpelhaft wie wir nun mal sind, ausgeschlagen. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln und sich veräppelt fühlen. Gespannt bin ich, ob Herr Mc Donald oder einer seiner Kabinettskollegen sich wirklich noch einmal nach Bleckede oder gar nach Alt Garge wagen, wenn das das letzte Wort aus Hannover gewesen ist. Man kann sich von diesen Lügnern doch nur noch veralbert fühlen.

      Gruß,
      THW Kiel
      In einem heute in der LZ veröffentlichten Bericht zur wirtschaftlichen Situation in Neuhaus ist davon die Rede, daß das Land Niedersachsen dort allein etwa 60.000.000 EUR in die Sanierung der maroden Elbdeiche gesteckt hat. Der Bericht ist hier nachzulesen. (Klick auf "hier")

      Da muß es den Menschen in Alt Garge doch gleich viel leichter fallen, endlich einzusehen daß ihr Deich letztlich keine Berechtigung hat und schon deshalb nicht so wichtig ist. Ein zu sanierender Deich hat Vorrang vor einem garnicht erst vorhandenen Deich. Eigentlich halte ich diese Debatte über ein Für und Wider für ziemlich unglücklich. Ungeachtet dessen meine ich, daß die Mißwirtschaft des Landes Niedersachsen einem derartige Überlegungen geradezu aufnötigt.

      Eine deutlichere Ohrfeige als diese kann es für die Menschen in Alt Garge wohl kaum geben. Schon garnicht, wenn man quasi im selben Atemzug mitbekommt, daß die Landesregierung in Hannover trotz leerer Kassen auch noch immer fest zur Elbbrücke bei Neu Darchau stehen will. Was soll man diesen Scharlatanen noch glauben? Nichts!

      Gruß,
      THW Kiel

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      Ehrlich gesagt habe ich nicht verstanden, wo das zugesagte Geld für den Deichbau eigentlich geblieben ist.
      Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Geld wurde für etwas anderes ausgegeben oder es wurden Gelder zugesagt, die gar nicht vorhanden sind.

      Die Erklärung "Das Geld im Fördertopf ist alle" hat mich nicht so richtig zufrieden gestellt.

      Hat jemand von euch eine Ahnung, wie es abgelaufen ist?
      Viele Grüße von
      Beate
      Wie funktioniert das denn mit so einem Fördertopf? Befindet sich darin eine Summe x von der solange etwas genommen wird wie etwas da ist? Orientieren sich die zur Verfügung stehenden Mittel an der Bewilligung? Dann müsste eigentlich lange klar sein über welchen Zeitraum wieviel Geld da ist. Oder werden daraus auch Mehrausgaben bestritten? Das wäre dann ja schwer planbar. Wobei jeder weiss wie es mit öffentlichen Baumassnahmen ist. Am Ende ist es doppelt so teuer wie man vorher erwartet hat.

      Vielleicht waren auch Gelder für diesen Topf vorgesehen die dann doch nicht gekommen sind. Wie immer es auch gelaufen sein mag. Als betroffener Hauseigentümer kann man sich nur verschaukelt fühlen meint

      Der Udel
      Heute findet man in der LZ zwei Leserbriefe zum Thema.

      Hier der erste Leserbrief:

      Dreister Ruf nach Deichbau

      Es ist schon ziemlich dreist, wie manche Menschen in Deutschland die Verschwendung von Steuergeldern für ihre privaten Interessen einfordern oder verteidigen. Die Diskussionen um den Bau der A 39, die Brücke in Neu Darchau oder der Neubau des Bahnhofs in Stuttgart sind gute Beispiele dafür. Nun fordern betroffene Anlieger in Alt Garge einen Deich an einer Stelle, wo über Jahrhunderte kein Deich gestanden hat und sind empört, dass der Bund das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Baumaßnahme hinterfragt. Schnell ist man mit dem Vorwurf der "unterlassenen Hilfeleistung" (Leserbrief von Herrn Zerm vom Bleckeder Förderverein Deichbau e.V.) durch den Staat bei der Hand. Eine Behauptung, die über jeden Zweifel erhaben wäre, wenn es ihm dabei vorrangig um Menschenleben ginge. Es geht ihm aber, wie wir seinem Leserbrief entnehmen können, nur um die Werthaltigkeit der Immobilien. Ein Wert, den er staatlich geschützt wissen will, obwohl, wie wir aus der Zeitung erfahren durften, die Kosten des Deichbaus die Kosten der Immobilien im betroffenen Gebiet übersteigen. Festzustellen ist, zuerst war der Fluss da, dann haben Menschen dort angesiedelt. Die Allgemeinheit soll also hier für die freie Entscheidung einzelner Bürger, in diesem Fall, in einem Überflutungsgebiet gebaut zu haben, herhalten. So kann Gesellschaft nicht funktionieren.
      (von Ulrich Löb, Lüneburg)


      Und hier der zweite Leserbrief:

      Deichlücke als Strafe

      Bleckede soll für den Deich nun 1.700.000 EUR zahlen statt 280.000 EUR. Jeder weiß: Das geht nicht. Also bleibt die Deichlücke bei Alt Garge. Althusmann und Mc Allister lassen das erklären: "Esgibtkeinefreienmittelmehrundderdeichistsowiesonichtwirtschaftlichundwirmüssenandereprioritätensetzenauchwennes
      fürdiemenschenvorortschwerzuverstehenist"
      Klartext wäre: Die Bürger von Bleckede haben es gewagt, eine Anweisung aus Hannover abzulehnen. Wir wollten nicht zu einem bürgerfernen Bürokratie-Monster fusionieren.
      Ungehorsam ihrer Untertanen bestraft die Obigkeit. Vielleicht kommt demnächst auch diese Katze aus dem Sack! "Wenn Ihr mit Neuhaus und Dahlenburg fusioniert, kriegt Ihr den Deich."
      (von Rainer Rodenwald, Göddingen)

      Quelle für beide Leserbriefe: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Lüneburg, Ausgabe Nr. 232 vom 05.10.2010, Seite 12

      Gruß,
      THW Kiel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von THW Kiel () aus folgendem Grund: Formatiierung der Zeilen geändert.

      Zitat aus "Die Neue Elbmarsch-Zeitung", 05.10.2010 (online):

      >> Interessant ist auch die Frage, warum erst der Deich in Walmsburg nach dem Deichbau in Alt Wendischthun gebaut wurde, obwohl
      sich eine ganze Gruppe von Bürgern aus Walmsburg gegen diese Maßnahme ausgesprochen hatte? <<

      Das habe ich mich gleich als Erstes gefragt, nachdem der Deichbau in Walmsburg begonnen wurde.
      Wie komme ich jetzt bloß auf Vetternwirtschaft?

      Gruß
      ... Anthony ...
      Chefsache Deichbau

      Minister Sander sagt Alt Gargern Hilfe zu

      Der Deichbau in Alt Garge wird jetzt zur Chefsache: Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) will sich persönlich darum kümmern, dass der Hochwasserschutz in dem Bleckeder Ortsteil nun doch so schnell wie möglich realisiert werden kann. Der geplante Deichbau in Alt garge droht zu scheitern, weil die zuständige Stadt Bleckede den geforderten Eigenanteil von 30 Prozent (1,7 Millionen Euro) nicht allein aufbringen kann.
      Eine Situation, mit der sich Bleckedes Ratsherr Holger Grinda (FDP) nicht zufrieden geben wollte. Er griff zum Telefonhörer und rief seinen Parteifreund Sander an. Das Ergebnis "Der Minister will schauen, ob für den Deichbau in Alt Garge doch noch Ressourcen im Landeshaushalt vorhanden sind", berichtet Grinda und fügt hinzu, "Außerdem wird im November ein Gespräch im Ministerium stattfinden, zu dem auch Bürgermeister Böther eingeladen ist."

      Quellenangabe: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Lüneburg, Ausgabe Nr. 233 vom 06.10.2010, Seite 9

      Warten wir mal ab, ob Herr Grinda hier das richtige angekurbelt hat und ob am Ende nicht mehr als ein tiefes Bedauern von Herrn Sander kommt. Den betroffenen Menschen in Alt Garge wäre es allemal zu wünschen, daß sich eine schnelle Lösung ergibt. Ich frage mich nur, wo das Geld herkommen soll, wenn die Kassen des Landes doch angeblich leer sind.

      Gruß,
      THW Kiel
      Heute finden sich zwei Reaktionen auf die gestrgen Zeilen des Herrn Ulrich Löb in der LZ.

      Hier die erste Antwort:

      Häme fehl am Platz

      Der Leserbrief des Herrn Löb zum Thema Deichbau in Alt Garge hat inhaltlich aus meiner Sicht einige Grenzen deutlich überschritten. Da werden Menschen unserer Region als "lüsterne Schmarotzer" dargestellt, die nichts Besseres zu tun hätten, als all ihre Gedanken und Handlungen darauf abzustimmen, die schönen Steuergelder des Herrn Löb für so ein unsinniges Projekt wie einen Schutzdeich in Alt Garge zu verschwenden.
      Herr Löb stellt die Elblandschaft von heute so dar, als ob nie ein menschlicher Eingriff in den Stromverlauf entlang der Elbe stattgefunden hätte und kürzlich Ansiedelungen in einem natürlichen Überschwemmungsgebiet namens Alt Garge stattgefunden haben..
      Ganz schön wirr, Herr Löb, es geht doch darum, die letzte Lücke entlang des Stromverlaufs zu schließen, die die Einwohner von Alt Garge immer wieder in ihrer Existenz bedroht.
      Wie wollen Sie solche Faktoren in Euro berechnen?
      Wir haben hier vor Ort in beispielhafter Solidarität in den Jahren 2002 und 2006 mit vielen Menschen von Nah und Fern gegen das Hochwasser gekämpft. Diese Situationen haben dann endlich die Politik zum Handeln bewogen. Gemachte Zusagen werden nun zurückgezogen und klamme Kommunen in die Enge getrieben. Herr Löb, da können wir getrost auf solche Häme-Kommentare verzichten. Die schwarze Liste des Bundes der Steuerzahler hat da sicher viel mehr für Ihren Tatendrang zu bieten.
      (von Thorsten Wendt, Breetze)


      Und die zweite Antwort:

      Schreiendes Unrecht

      Wie dreist sind die Nordfriesen, indem sie Deichschutz vom Staat verlangten, wie dreist sind die Sylter, die ihre Insel nicht im Meer versinken lassen wollen, und wie dreist waren die Betroffenen der drei Jahrhundertfluten an der Elbe, als sie 2002 nach Deichsicherheit riefen?
      Was aus sicherer Entfernung und nicht vorhandener Betroffenheit wie Dreistigkeit anmuten mag, wird vor Ort nur noch als eine schreiende Ungerechtigkeit empfunden. Dreist ist allerdings der Versuch der Landesregierung, die möglichen Schäden in einer sich auf die Werthaftigkeit der Schutzgüter (Immobilien) beziehenden Kosten-Nutzen-Analyse zu erfassen. Schon diese Berechnung ist, wie vorher dargelegt, fehlerhaft. Auf die Klärung der Frage, wie viel ein Menschenleben denn wert sei, wurde gänzlich verzichtet. Hochwasserschutz ist eine staatliche Aufgabe, die nicht nur an den Stellen zu gewährleisten ist, wo schon Hochwasserschutzanlagen bestehen. Sie schützen nicht nur private, sondern auch öffentliche Werte (Infrastruktur).
      Dreist bleiben allerdings die Stadt Bleckede und alle Alt-Garger Bürger, für die völlig unverständlich ist, warum beidseitig der Elbe von Schöna bis Cuxhaven auf vorgegebenen Bemessungshochwasserständen Hochwassersicherheit bereitgestellt wird, nur in ihrem Ortsteil nicht. So ungerecht kann Gesellschaft nicht funktionieren.
      (von Thomas Zerm, Förderverein Deichbau, Walmsburg)

      Quelle für beide Leserbriefe: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Lüneburg, Ausgabe Nr. 233 vom 06.10.2010, Seite 11

      Ich für meinen Teil fand den gestrigen Beitrag des Herrn Löb inhaltlich sehr schwach. Wenn er zuende gedacht hätte, hätte er gleich die Rechnung für die Hilfseinsätze der Feuerwehren, des THW, der Bundeswehr und vielen anderen Menschen aus den Jahren 2002 und 2006 mitgeschickt. Nicht zu vergessen die Reisekostenrechnungen, die den Politikern für die schönen Dienstreisen ins Hochwassergebiet entstanden sind. Selbstverständlich hätten die Bürger von Alt Garge es auch bezahlen müssen, daß Frau Merkel und Herr Wulf sie damals besucht haben. Da hat Herr Löb leider unlöblicherweise nicht zuende gedacht.

      Gruß,
      THW Kiel
      Interessant auch der gestrige Artikel aus der Elbmarschpost online. Es gab also bisher noch gar keine verbindliche Zusage aus Hannover für die Finanzierung.

      "Wie bereits aus einigen Medien zu erfahren war, scheint der Lückenschluss in Alt Garge beim Deichbau der Stadt Bleckede am Geld zu scheitern. Ursächlich wurde bekannt, dass das Land Niedersachsen sich nicht am Bau beteiligen will bzw. kann. Hochwasserschutz war bisher eine Aufgabe für Bund und Länder. Erstmalig in der deutschen Geschichte musste eine Gemeinde als Bauherr und entsprechender finanzieller Beteiligung für diesen Schutz eintreten. Schon der Bau der Deiche in Alt Wendischtun und Walmsburg stellte für den Stadtsäckel eine große finanzielle Belastung dar. Nach Informationen des Landes sind hierfür die EFRE-Mittel nicht mehr verfügbar. Somit bleiben von den 5,7 Mio. Euro, die der Bau in Alt Garge kosten soll, etwa 1,7 Mio. Euro bei der Stadt Bleckede hängen. Die Mittel hierfür stehen nicht zur Verfügung. Es ist ebenso unwahrscheinlich, dass der Kreis diese Summe auffangen kann.
      Man erinnert sich an die Tage, wo den Bürgern in Bleckede und auch in Alt Garge das Wasser förmlich bis zum Hals stand. Man erinnert sich auch an den Aktionismus der Politikprominenz, die sich hier die Gummistiefel gegenseitig aus den Händen rissen und medienwirksam zur Schaufel griffen. Kleine Finanzlöcher wurden ‚unbürokratisch’ gestopft. Als es jedoch an die Deichbaumaßnahmen ging, wurde alles immer mehr auf ruhigere Flamme gekocht und was davon übrig blieb kennen wir ja heute. Waren es Fehler der Stadt Bleckede, dass sie einzelne Deichbaumaßnahmen beantragte, statt alles zusammen gleich auf den Tisch zu bringen? Hat die Gemeinde es versäumt, rechtzeitige schriftliche Zusagen einzufordern? Interessant ist auch die Frage, warum erst der Deich in Walmsburg nach dem Deichbau in Alt Wendischthun gebaut wurde, obwohl sich eine ganze Gruppe von Bürgern aus Walmsburg gegen diese Maßnahme ausgesprochen hatte? Hat Hannover finanzielle Zusagen nicht eingehalten?
      Alt Garge jedenfalls war deutlich stärker von dem Hochwasser betroffen als Walmsburg. Dass Alt Garge einen Deich unbedingt haben muss, dürfte jedem, der sich auch nur annähernd über die Hochwasserkatastrophen vor Ort informiert hatte, bekannt sein. Für die Alt Garger sind die letzten Mitteilungen in Sachen Deichbau jedenfalls ein Schlag ins Gesicht und eine Aufrechnung wie viel ein Deich kostet und wie viel Sachgut dadurch geschützt werden kann ein Hohn für die Sorgen der betroffenen Bürger. Hier müssen klare Antworten auf den Tisch. Hier müssen Prioritäten in der Vergabe von Steuergeldern geklärt werden und hier ist es auch notwendig zu klären, wer für diese Situation verantwortlich ist. Wolfgang Herbst, Chefredakteur

      Anmerkungen zur Deichbausituation in Alt Garge
      Alt Garge. Die Elbmarsch-Zeitung sprach mit Birgit Neumann, Vorsitzende der SPD Bleckede und Kreistagsabgeordnete zu der Deichbausituation in Alt Garge:
      Frau Neumann, was sagen Sie dazu nachdem bekannt wurde, das Alt Garge wahrscheinlich keinen Deich bekommen wird?

      „Eine große Katastrophe für Alt Garge und auch für Bleckede. Wir Alt Garger sind sehr enttäuscht. Ob es noch eine Lösung gibt ist abzuwarten. Wenn man sich allein vorstellt, dass wir wieder eine Jahrhundertflut bekommen würden, kann es passieren, dass nicht nur Alt Garge betroffen ist, sondern das Wasser bis Bleckede laufen kann.“

      Gab es verbindliche Zusagen bezüglich der Deichfinanzierung in Alt Garge und wer hatte diese Zusagen gemacht?

      „Meines Wissens gab es keine verbindliche Zusage vom Land, schon gar keine schriftlichen Bestätigungen.“

      Warum wurde nicht eine gesamte Deichbaumaßnahme für die Stadt Bleckede beantragt und die Finanzierung in einem Stück geklärt?

      „Mehrfach wurde Hannover aufgefordert, aber es wurde abgelehnt, da es leichter wäre, die einzelnen Gelder abzurufen.“

      Warum wurde der Deich in Alt Garge als letzte Maßnahme genommen, obwohl in Walmsburg die Situation beim Hochwasser nicht so gravierend war wie in Alt Garge?

      „Ich möchte keine Kosten-Nutzen Rechnung aufmachen, denn sonst wäre auch die Frage zu stellen, warum am Ostufer alle Deichbaumaßnahmen ohne Probleme durchgeführt wurden und so eine Aufrechnung gemacht wurden.“

      Was gedenkt die SPD zu tun, um hier eine Lösung herbei zuführen?

      „Wir werden gleich Anfang dieser Woche eine Unterschriftenaktion im Alten Dorf durchführen. Damit geht es nach Hannover. Gemeinsame, parteienübergreifende Aktionen und Maßnahme, auch mit Unterstützung aller Bleckeder Bürger wären wünschenswert. Wir wollen auch den Landrat mit einbinden. Anzumerken ist noch, dass der Kreis aus dem Strukturentwicklungsfond 35.000 Euro für Walmsburg bewilligt hatte. Während in den neuen Bundesländern die Deiche noch um 30 cm ertüchtigt wurden, fehlt in Alt Garge das Geld um für eine notwendige Schutzmaßnahme zu sorgen.“

      Das Gespräch führte Wolfgang Herbst.

      „Eigenanteil von 30 Prozent ist für die Stadt Bleckede zu hoch“
      SPD-Landtagsabgeordnete fordert neuen Finanzplan beim Deichbau in Alt Garge
      Lüneburg. Die Notwendigkeit zum Hochwasserschutz im Bleckeder Ortsteil Alt Garge ist unumstritten, nur an der Finanzierung hapert es noch. Das Land Niedersachsen sieht vor, dass sich die Stadt Bleckede mit 30 Prozent an dem rund 5,7 Millionen Euro teuren Projekt beteiligt, das wären 1,7 Millionen Euro. „Zu viel“, sagt die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und fordert vom Land ein anderes Finanzierungskonzept.
      „Dieser Eigenanteil von 30 Prozent ist für die Stadt Bleckede zu hoch“, moniert die Lüneburger Landtagsabgeordnete, „zumal Bleckede auch noch den Deichbau in Alt Wendischthun und Walmsburg mit fünf Prozent der Gesamtkosten finanzieren musste und sich daran orientiert hat.“ Dort sei die Baufinanzierung über eine 95-prozentige Förderung durch EU, Bund und Land gelaufen. „Und eigentlich ist das Land Niedersachsen für den Hochwasserschutz zuständig - nur dadurch, dass die Stadt Bleckede hier als Bauherr der neuen Deiche auftritt, ließen sich die Hochwasserschutzprojekte in der Region überhaupt einigermaßen zeitnah umsetzen“, so die SPD-Abgeordnete.
      Der Baubeginn für den Deichbau in Alt Garge ist für 2011 vorgesehen, bis 2012 soll der Bau als letzter Lückenschluss für einen vollständigen Hochwasserschutz in der Stadt Bleckede abgeschlossen sein. Dabei besteht kein Zweifel darin, dass die drei Ortsteile Alt Wendischthun, Walmsburg und Alt Garge mit einem geeigneten Hochwasserschutz versehen werden müssen - die Auswirkungen der Jahrhundertfluten der Elbe 2002 und 2006 und das gefährliche Winterhochwasser 2003 haben dies deutlich gemacht. Auch insgesamt, im Deichsystem von Cuxhaven bis Schnakenburg, bildet Alt Garge noch die letzte zu schließende Lücke. Vor kurzem hat der Landkreis Lüneburg aus dem Strukturentwicklungsfonds noch 35.000 Euro für den Deichbau zur Verfügung gestellt.
      „Die Hochwassersicherheit muss auch in Alt Garge hergestellt werden“, fordert Andrea Schröder-Ehlers und sieht das Land in der Pflicht. „Jetzt muss zügig ein anderes Finanzierungskonzept her, das den Eigenanteil von Bleckede herunterschraubt""
      So jetzt steht in der Zeitung, dass der Umweltminister Sander (war ja schon oft hier [auch mit Motorsäge]) nach Bleckede kommt. Bin gespannt wie ein Flitzebogen, ob er den Deich jetzt plötzlich doch wieder finazieren kann oder nur um Kaltgetränke auf Kosten der Gemeinde zu trinken, weil er ja sowieso kein Geld hat. Wäre ja schön er würde das Geld gleich mitbringen oder sogar eine 100 % Finanzierung, wie anderorts vom Land erfolgt zusagen. Umgekehrt hat er erst letzte Woche die Gemeinden an der Weser aufgefordert, dort auch die Erhöhung der Deich (was ja eine Landesaufgabe ist) zu übernehmen. Wieviel die dafür an Kosten selber tragen sollen hat Herr Sander wohl nicht gesagt. ODER HAT ER DENEN DAS GELD AUS ALT GARGE VERSPROCHEN? (Politiker versprechen leider immer gerne viel - Leid ist das manchmal kein VERSPRECHEN sondern ein VERSPRECHER!)