Kunst in Bleckede und überhaupt

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      Kunst in Bleckede und überhaupt

      Zeitpunkt:

      Ich eröffne mal hier eine mögliche Fortsetzung des Themas "Was ist Kunst und was macht sie aus".
      Zitat von »bleckMan«
      Ein weiterer Aspekt der Kunst ist sicherlich, dass es sich nicht um einen Gebrauchsgegenstand handeln darf. Kunst ist aus meiner Sicht "gegenstandslos"; ihr Wert besteht in sich und nicht, weil man es für etwas gebrauchen kann.


      Zitat von »THW Kiel«
      Ich sehe es auch so, daß Kunst entscheidend im Auge des Betrachters liegt. Für mich selbst kann ich nur bestätigen daß vieles, was heute unter dem Oberbegriff "Kunst" läuft mich nicht im geringsten anspricht. Interessant finde ich jedoch die jeweilige Moiivation oder Aussage, die vom Kunstschaffenden oder seinem Werk ausgehen soll.

      Was die obige Aussage von bleckMan angeht, so muß ich dieser aber widersprechen. Als sehr auffälliges und plakatives Gegenbeispiel fällt mir hierzu nur der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen ein. Hier wurde ein großer, voluminöser Gebrauchsgegenstand zur Weltausstellung Expo 2000 im Sinne des Künstlers Friedensrecih Hundertwasser verändert. Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gesamtkunstwerk auch deshalb zu, weil es das letzte Werk von Hundertwasser ist. Mir ist bekannt, daß die Geister sich auch hier scheiden - festzuhakten ist aber, daß dieser Bahnhof ein absoluter Besuchermagnet geworden ist.
      Ich muß THW Kiel in Teilen recht geben: Bei meiner Aussage war ich allerdings von meiner persönlichen Sichtweise ausgegangen. Als ich dann aufgrund seiner Antwort ein wenig recherchierte, stieß ich auf Texte zum Bauhaus. Gerade Bauhaus-Gründer Gropius war Vorreiter einer Kunst, die auch zweckmäßig war. In Wikipedia habe ich dazu folgende Textstelle gefunden:
      Das Kunstgewerbe umfasst die handwerkliche, maschinelle oder industrielle Herstellung von Gebrauchsgegenständen mit künstlerischem Anspruch.
      Der Begriff Angewandte Kunst umfasst dabei alle Bereiche kunstgewerblichen Schaffens: Weitere Begriffe für Gegenstände, die auch als Kunstgegenstände verstanden werden, sind Gebrauchskunst oder dekorative Kunst. (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Kunstgewerbe)
      Also stelle ich fest, der Begriff Kunst ist mittlerweile so erweitert worden, dass er auch Gebrauchsgegenstände einbeziehen kann.

      Ich erinnere allerdings während der Vorbereitung der Woche der Kunst in Bleckede die Aussage eines Bleckeder Künstlers, der sagte, an dieser Ausstellung von "Hobbykünstlern" wolle er sich nicht beteiligen.
      Also auch unter Künstlern gibt es anscheinend unterschiedliche Interpretationen des Begriffes Kunst.
      [IMG:http://wolf-momm.de/bleckede/wcf/images/smilies/ok.gif] bleckMan
      Es grüßt[IMG:wcf/images/smilies/ok.gif] bleckMan
      Es kommt tatsächlich ganz entscheidend auf denjeweiligen Blickwinkel an. Und gerade bei einigen Künstlern dürfte sich auch eine gewisse Überflieger- oder Ignoranzmentalität eingeschlichen haben. Damit möchte ich ausdrücken, daß ihr Horizont sich auf das Spektrum ihres eigenen Schaffens beschränkt und sie abseits vom Weg leider wenig sehen. Damit dürfte auch zu erklären sein, daß sich einige Künstler nicht an Ausstellungen des Volkes beteiligen mögen.

      Was die einzelnen Interpretationsformen von Kunst angeht bin ich mir ziemlich sicher, daß selbst hier im Forum jeder etwas anderes für sich sehen wird. Von daher konnte es in meinem vorherigen Beitrag auch nur so sein, daß ich meinen persönlichen Standpunkt darlege. Auch wenn ich vieles was heute als Kunst läuft, nicht als solche sehe, sehe ich durchaus auch Gebrauchsgegenstände oder andere Gegenstände des täglichen Lebens, die eine künstlerische Gestaltung erfahren können.

      Dabei kann man sicher über den Einzelfall streiten. Für mich selbst beginnt diese Form der Veränderung / Gestaltung bei so simplen Dingen wie beispielsweise einer besonderen Bierflasche und endet bei Bauwerken wie dem Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen, dem ebenfalls von ihm gestalteten Heizkraftwerk in Wien oder auch dem von Walter Gropius gestalteten Bauhaus in Dessau.

      Wichtiger als die Kunst selbst finde ich die Freiheit in der Betrachtung. Gleichermaßen sollte akzeptiert ob jemand eine Sache als Kunst betrachtet oder nicht. Geschmäcker sind ebenso verschieden wie Betrachtungen - und das ist gut so.

      Gruß,
      THW Kiel