Was Napoleon einst mit Breetze verband

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      Was Napoleon einst mit Breetze verband

      Zeitpunkt:

      Der Telegraphenberg erinnert an die Zeit der Signalstationen

      Was Napoleon einst mit Breetze verband

      Breetze. Indianerhäuptling Sitting Bull hatte mit Rauch- und Feuerzeichen über weite Entfernungen hinweg seinen Stammesbrüdern Nachrichten übermittelt. Heute werden Informationen per Satellit frei Haus geliefert. Und wie alle Fortschritte der Zivilisation vollzog sich auch dieser recht langsam und durchlief mehrere Zwischenstationen. Eine davon waren die optischen Telegraphenlinien. Erinnerungen daran finden sich im Landkreis Lüneburg, wenn auch nur ein Name das einzige Überbleibsel ist: Der Telegraphenberg von Breetze.

      Bevor dort aber eine sogenannte Signalstation dem Dorf zu lokaler Berühmtheit verhalf, mußte sie natürlich erfunden werden. Das tat der französische Geistliche Claude Chappe im Jahre 1791. Seibe Erfindung zur Nachrichtenübermittlung war zwar nicht die erste und einzige, doch sie setzte sich durch.
      Chappes "Semaphore" bestanden aus sechs beweglichen hölzernen Flügeln, die paarweise an einem hohen Balken angebracht wurden. Standorte waren Türme, hohe Gerüste, oder Berge wie der Breetzer (92 Meter). So konnte auf weite Entfernung die jeweilige Stellung der Flügel durch ein Fernrohr erkannt und weitergegeben werden.
      1792 legte Chappe sein System dem französichen Convent vor. Ein Jahr später wurde die Erfindung auf der 70 Kilometer langen Strecke Pelletier - St. Fargeau - St. Martin du Thetra erprobt. Binnen elf Sekunden konnten die ersten Telegramme signalisiert werden.
      Die Vorteile dieser schnellen Nachrichtenübermittlung entdeckte auch bald Napoleon I. Als er 1812 mit seiner Armee Richtung Rußland zog, ließ er seine Telegraphenlinie anlegen. Und so verhalf der große Korse dem kleinen Ort Breetze zu seinem Telegraphenberg, wie Heimatforscher Erich Hessing bereits in der LZ berichtete.

      Zwei Jahrzehnte später, so steht es in den Geschichtsbüchern, hielte Signalstationen auch im Staate Preußen glorreichen Einzug. Von Berlin nach Koblenz wurde eine Telegraphenlinie gebaut, die 61 Stationen umfaßte. Eine davon steht heute noch betriebsfertig im Kölner Vorort Flittard.
      Das Personal jeder Station bestand aus einem Ober- und einem Untertelegraphisten. Arbeitsplatz des Obertelegraphisten war das fest montierte Fernrohr. Er gab die signalisierten Zeichen (bis zu 4096 waren möglich) an den Untertegraphisten weiter, der mit sechs Handkurbeln die Flügel in Position brachte. Die Strecke der Nachrichtenlinie von Berlin nach Koblenz war 700 Kilometer lang und eine Depesche brauchte etwa eine Halbe Stunde bis ans Ziel. Für damalige Verhältnisse ein enormer Fortschritt, der berittene Kuriere brotlos machte.
      Doch auch den optischen Telegraphen war keine lange Lebensdauer beschieden. 1853 wurden die Signalstationen dem Verfall preisgegeben. Elektronik löste die Optik ab. Nur bei den Eisenbahnen ist dieses Flügel-Nachrichtensystem bis heute erhalten geblieben.

      Quelle: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Datum leider unbekannt.
      Sehr schöner Beitrag

      Ich habe mal bei google und wikipeda versucht etwas darüber rauszubekommen habe aber nichts gefunden.

      Hat evtl. jemand eine Ahnung wo die nächsten Telegraphen vor bzw. hinter dem Breetzer standen?
      Geben ist seliger denn nehmen.
      (Max Schmeling)
      Moin,
      ich habe ein Bild von 1909 gefunden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das da auf der alten Post ein Zeigertelegraf ist, denn auf dem zweiten Bild von 1906 ist das Ding nicht mit drauf.

      Siehe dazu auch diesen Link bei Wikipedia

      Gruss
      Grubert
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