Höltings- oder Gohgericht Barskamp

  • Quelle: "Zur Geschichte des Kreises Bleckede" von Dr. h.c. L. Hoffmeyer, Verlag C. Grosse`s Buchdruckerei, Bleckede 1925


    Wie das Höltingsgericht vor dem Hause Bleckede, so gründete auch dieser Goh auf eine Holzmark; Hölting und Gohgericht fielen zusammen. Zum Barskamper Walde gehörten: Barskamp, Göddingen, Walmsburg, Catemin, Tosterglope, Harmstorf und Köstorf, wahrscheinlich auch noch das eingegangene Dorf Bar- oder Bargdorf bei Göddingen. Die Höfe in diesen Dörfern waren schon früh hörig; Grundherren waren besonders Burgmänner von Bleckede und Thune, die Klöster in Scharnebeck, Medingen, Lüne und St. Michaelis in Lüneburg. Sie durften ihr Recht am Walde nur durch ihre Gutsleute und nach deren Bedürfnissen ausüben. Die Herrschaft durfte 100 Schweine in den Wald treiben, die übrigen Interessenten ihre ganze Deeltucht, die Herren von Wittorf auf Horndorf 60, vermutlich für das von ihnen eingezogene und daher eingegangene Dorf Ostermoor. Der Wald gewährte etwa 2.000 Schweinen genügende Mast. Die herrschaftlichen Schafe durften das ganze Jahr im Walde weiden, die Schafe der übrigen Interessen ebenso wie ihre Schweine nur von Michaelis ab. - Das Holz Barnebeck war herrschaftlicher Privatbesitz. Das Höltings- oder Gohgericht hielt der Hauptmann des Hauses Bleckede ab, wahrscheinlich in Barskamp, in alter Zeit in Göddingen, worauf sein ursprünglicher Name Godinge hinzuweisen scheint, aber auch bei einem der Hünenbetten, deren sich früher dort 8 fanden, 5 im Walde, 3 zwischen dem Walde und Barskamp. Höltingsprotokolle aus den Jahren 1563, 1564 ff. haben sich in den Bleckeder Amtsarchiven erhalte; das älteste, aus dem Jahr 1503, also aus einer Zeit, da das Haus Bleckede der Stadt Lüneburg verpfändet war, findet sich in einem Memorienbuche des Stadtarchivs und lautet folgendermaßen:


    "Hyr nha volget dat Holtingeßgerichte van deme wolde tho Berschampe. Anno Dom. vesteinhundert darna in dem drudden Jahre am Doursbage in den Pfingsten in bywesende des würdigen Herrn Herrn Ulrikes von Bülouw, pravestes to Medinge, der düchtigen Johanns und Hermens van Wittorpe, geveddern, Gaderdes Torney, vagedes to Lüchouw, Hauses und Geverdes van Estorp, Brodern, unde der Ehrsamen-Wohlwisen Herrn, Herrn Hartwiges Stöteroggen, Bürgermeisters, Herrn Diderich Wülschen, Radtmanns und Mesters Caspers, Secretarien, Geschecken des ehrsamen Rades to Lüneborch, ist geholden durch den Ehrsamen Hartwich Schomaker, Hovetmann to Bleckede binnen den Dorpe Berschampe in Jegenwardicheit aller Holtingslude eine holtinge und gerichte aldar von rechticheiden des woldes to Berschampe unde synen tobehoringen, wat man dar dem torne to Bleckede und einem jeden, de darto berechtigt ist, tofindet, gefraget und von den gemeinen Holtingsluden dorup gevunden und wedder innebracht is, in mate wo hier na wert folgende:

    Int erst hefft hartig gefraget, wo lang, wieth und breeth de gerechtigkeit des woldes to Berschampe mit Gerichte unde synen thobehoringen sick strecke und wer dat keret, dat se dat na older eohnheit unde rechtigkeit rechte finden, also se dat hebben jewerlde gevunden ock bekannt mogen syn.

    Darup is van den holtingsluden gefunden und wedder ingebracht: de Gerechtigkeit unde dat Gerichte, dat to den wolde unde in de Holtunge horet, gha an van Beke by chatemyn genannt de scheßel up dat chatemyner Acker ehren Hagen, da ganze veltmarkede, van der na Tostergelope, so wiet ehre Acker unde ganze Veltmark kehret in den Weg, de da lopet vor den Horrendorper Hagen, vorthan vor dene Ostermoor aver, nha deme Harmestorper Lande, so wide sick dat unde ere ganze Veltmarkede strecket, vorth na Canestorpe, aver de ganzen Veltmark vor dem Oddenberge, dat Flecken de Ratell effte vone benomet eulangt, rechte effte trümm, also dat lopet in den weg, de van Nindorpe lopet under dem Godinger berge under den Bardorp, den Weg, de verdan lopet under den woldebett up de vyler fere up der walmesburger lande und ganze veltmarke bet in de elve und wedder in de scheßel.

    (...)

    Item alse de Bur van Berschampe und Godinge gerne wolden varen den Weg in de Bursee, de uppegraven was, schall man ock beseen, isset zülk den wischen nicht schedelich is, schall vergünnt werden, se darinnen varen."

    Die 7 Walddörfer bildeten (nebst Ostermoor und Bargdorf) mit den im Bereich des Waldes gelegenen Dörfern Bruchdorf und Reesseln den Goh Barskamp.


    Auch hier ist im Zusammenhang mit dem Höltingsgericht unter anderem von Bar(g)dorf die Rede.


    Gruß,

    THW Kiel